Termin im April Kommt bald ein neues Apple TV?

Schon seit Jahren wird über einen Fernseher von Apple spekuliert, doch er bleibt ein Phantom. Der iPhone-Konzern wird zunächst seine Ambitionen im TV-Markt wohl mit einer verbesserten Settop-Box untermauern.

Die zehn Erfolgsgeheimnisse des IT-Konzerns
Wie macht Apple das nur? Aktuell ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Der Börsenwert liegt bei mehr als 580 Milliarden Dollar. Und Apple  hat Barreserven in Höhe von  216 Milliarden  Dollar. Zehn Gründe warum das Unternehmen so viel besser ist als jeder Konkurrent. Quelle: REUTERS
1. Der NetzwerkeffektDie IT-Welt funktioniert nach anderen Regeln als der Rest der Wirtschaft. Eine besondere Rolle spielt der sogenannte Netzwerkeffekt. Beispiel Microsoft: In der Ära des PCs hatte der Konzern ein Quasi-Monopol im Bereich der Desktop-Betriebssysteme und der Office-Software. Der Grund: Sobald MS-DOS und später Windows gegenüber damals konkurrierenden Systemen wie CP/M nur einen hauchdünnen Vorsprung hatte, entwickelten Softwareentwickler vornehmlich für das Microsoft-System, um möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen. Andererseits wurde die Microsoft-Plattform mit der verfügbaren Software auch für die Kunden immer attraktiver. Die große Verbreitung von Office in der PC-Ära machte auch diese Software zum Quasi-Standard: Wer die Dokumente von Freunden, Kollegen und Geschäftspartnern lesen und bearbeiten wollte, musste zur Microsoft-Software greifen. Quelle: dpa
1. Der NetzwerkeffektIm mobilen Markt hat Apple die Nase vorn. Zwar werden in absoluten Zahlen im Smartphone-Markt mehr Geräte mit Android-System verkauft – doch Android-Nutzer zeigen im Schnitt deutlich weniger Bereitschaft, Geld für Apps auszugeben. Quelle: AP
2. Zulieferer in vielen LändernApples Zulieferer beschäftigen mehr als 1,6 Millionen Menschen in 20 Ländern. Apple steht wegen der Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in der Kritik. Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das vornehmlich in China produzieren lässt, wurde zum Symbol für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen. Jetzt ist es Apple durch Kontrollen bei Zulieferern gelungen, Verstöße gegen Arbeitszeit-Beschränkungen zu reduzieren. Die Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche sei im vergangenen Jahr zu 97 Prozent eingehalten worden, erklärte der Konzern in seinem jährlichen Bericht zur Lage bei den Zulieferern. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Wert von 92 Prozent angegeben. Die durchschnittliche Arbeitszeit für fest angestellte Mitarbeiter bei Zulieferern lag jetzt bei 55 Stunden pro Woche. Quelle: dpa
3. MargeDie Marge pro verkauftem Gerät ist traditionell besonders hoch bei Softwareherstellern: Nachdem ein Software-Produkt entwickelt ist, sind die Kosten pro verkauftem Medium sehr gering, der Verkaufspreis hoch. Apple verkauft zwar auch Software, verdient sein Geld aber hauptsächlich mit dem Verkauf von Hardware. Der Konzern erreicht allerdings auch bei der Hardware Margen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Analysten schätzen die Marge pro verkauftem Gerät zwischen 30 und 40 Prozent. Besonders groß ist die Marge beim iPhone – und davon hat Apple wiederum besonders viele Geräte verkauft: im Jahr 2015 mehr als 231 Millionen Stück. Quelle: REUTERS
4. Konzentration auf das WesentlicheAuch bei den Produktkategorien herrscht Übersichtlichkeit. Das aktuelle iPhone SE gibt es jeweils mit unterschiedlicher Speicherausstattung – auf verwirrende Produktbezeichnungen mit langen Zahlenreihen und verschiedenen Ausstattungen verzichtet der Konzern komplett. Mit der Konzentration auf das Wesentliche hat Apple auch beim Produktdesign Trends gesetzt: Überflüssiges wird weggelassen. Das macht die Produkte elegant und benutzerfreundlich. Damit liegt Apple ganz auf der Linie des heimlichen Vorbilds, dem deutschen Braun-Designer Dieter Rams. Quelle: dpa
Apple-Museum Quelle: dpa

Apple will laut einem Medienbericht bereits im April eine neue Version seiner TV-Settopbox vorstellen. Das neue Apple TV solle unter anderem einen schnelleren Prozessor und erstmals auch einen Zugang zu Bezahlfernseh-Programmen bekommen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch.

Derzeit verhandele der Konzern in den USA mit der zweitgrößten Kabelgesellschaft Time Warner Cable und anderen potenziellen Partnern über TV-Inhalte, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Allerdings tauchte bei diesem Schlüsselelement nur wenige Stunden nach dem Bericht ein neuer Unsicherheitsfaktor auf: Comcast, die Nummer eins unter den Kabel-TV-Anbietern will laut Medienberichten Time Warner Cable schlucken. Das Zusammengehen der beiden größten Anbieter dürfte eine lange Prüfung durch die Regulierer nach sich ziehen.

In einem für Apple ungewöhnlichen Schritt solle das Gerät erst rund ein halbes Jahr nach der Vorstellung zu Weihnachten in den Handel kommen, schrieb Bloomberg. Normalerweise präsentiert der Konzern neue Produkte erst kurz vor dem eigentlichen Verkaufsstart. Der geplante Termin der Markteinführung könne sich angesichts der laufenden Verhandlungen über Inhalte noch verändern, hieß es.

Apple werden schon seit längerem größere Ambitionen im TV-Bereich nachgesagt, bis hin zum eigenen Fernsehgerät. Der Konzern verkauft seit 2007 seine Apple-TV-Box, die an Fernseher angeschlossen wird. Darüber kann man unter anderem Filme und Fernsehsendungen aus der iTunes-Plattform und von anderen Videoplattformen abrufen. Aktuell wird die 3. Generation des Geräts verkauft. Zuletzt hatte es bereits mehrere Berichte über ein neues Modell gegeben. So schrieb das Technologieblog „9to5Mac“, der Konzern teste ein Apple TV mit integriertem Internet-Router.

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Die Software des neuen Modells solle einen besseren Wechsel zwischen verschiedenen Inhalten inklusive Pay-TV ermöglichen, hieß es bei Bloomberg. Bisher sind die Inhalte ähnlich wie auf einem Smartphone in Apps einzelner Anbieter untergebracht. So gibt es neben dem Zugang zur hauseigenen iTunes-Plattform etwa auch Anwendungen von Abo-Video-Anbietern wie Netflix, HBO und Hulu in den USA oder Watchever in Deutschland. Apple sucht selbst aus, wer auf die Plattform kommt.

Schon vor Jahren hatte Apple-Gründer Steve Jobs versucht, die amerikanischen Kabel-Konzerne zu überreden, ihre Dienste auf dem Apple TV verfügbar zu machen. Doch auch der charismatische Jobs biss sich an der Branche, die ihre Geschäftsmodelle schützen wollte, damals die Zähne aus. Deshalb deklarierte er Apple TV lange als „Hobby“.

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