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Trends und Innovationen Wie wir in der Stadt der Zukunft leben

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Freizeit: Training mit dem digitalen Fitnesscoach

Es ist kurz nach Mittag, als die Fitnessuhren an den Handgelenken von Paula und Paul sanft zu vibrieren beginnen. Bevor der Biorhythmus zu tief in den Keller geht, rufen die virtuellen Trainingsberater am Arm zum Lauf durch den Stadtpark.

Abhängig von der Kondition des Paares zeigt der Cybercoach – ein neues Gesundheitsportal, das Paula im Netz entdeckt hat – mehrere Streckenalternativen auf Pauls Cyberbrille an. Der wählt eine leichte Runde, um das lädierte Knie zu schonen. Mit dem Finger bestätigt er die Auswahl durch Tippen aufs Gestell und schickt die Route auch an Paulas Computerbrille.

Asus stellt ZenWatch 2 vor
ZenWatch 2Asus hat die nächste Generation der ZenWatch vorgestellt. Die Uhr funktioniert mit dem Android-Wear-Betriebssystem, Asus hat wie beim Vorgängermodell aber auch einige eigene Funktionen wie eine Fitness-App eingebaut. Über eine bessere Remote-Camera-Verbindung soll das Sucherbild der Smartphone-Kamera auf der Smartwatch dargestellt werden. Die Smartwatch besteht aus Edelstahl und kommt in verschiedenen Farb- und Armbandvarianten auf den Markt, die laut Asus individuell zu 18 verschiedenen Varianten kombiniert werden können. Neben klassischem Leder- oder Gummiarmband ist auch ein Armband mit geprägtem Diamantenmuster und Swarovski-Steinen zu haben. Um auch an kleinere Handgelenke zu passen, gibt es die ZenWatch 2 in zwei Größen: 49 mal 41 Millimeter und 45 mal 37 Millimeter. Wann sie in den Handel kommt und was sie kosten soll, wurde noch nicht verraten. Quelle: REUTERS
Apple WatchApple hat den Start seines ersten völlig neuen Geräts seit fünf Jahren ungewöhnlich still eingeleitet. Nur in wenigen Luxusgeschäften sind seit Ende April die Uhren zu haben. Die Apple Watch gibt es in drei Varianten: Sportler-, Standard- und Luxusmodell. Damit sie an kleinen Handgelenken nicht klotzig wirkt, ist die Apple Watch in zwei Größen erhältlich: 38 und 42 Millimeter. In einem ersten Test hat unser Redakteur Thorsten Firlus die Apple Watch unter die Lupe genommen. Quelle: AP
Vector Luna und Meridian Quelle: Screenshot
Withings Activité PopWer mit bunten Armbändern und klobigen Smartwatches nichts anfangen kann, sollte einen Blick auf die Withings Activité werfen. Es handelt sich um eine analoge Uhr in schlichtem, elegantem Design, in die auch ein Fitnesstracker eingebaut ist. Die Edel-Variante der Schweizer Uhr mit Lederarmband und Saphirglas schlägt mit fast 400 Euro zu Buche - für schmalere Geldbeutel hat Withings nun eine erschwinglichere Variante präsentiert. Die Variante Pop ist mit Kunststoffarmband und Mineralglasabdeckung etwas einfacher gehalten. Sie kommt in drei Farben daher und kostet 149,95 Euro. Neben der Zeitanzeige läuft in der rechten Ecke eine Prozentanzeige ab, die nachhält wie viel des selbstgesteckten Aktivitätsziels man bereits erreicht hat. Die Uhr ist über die Health-Mate-App via Bluetooth mit dem iPhone verbunden und kann Lauf- und Schwimmbewegungen erfassen. Eine Android-Variante ist laut Hersteller derzeit noch in Arbeit. Quelle: obs
Jabra Sport Pulse WirelessWarum noch ein weiteres Wearable mit sich herumtragen, wenn man beim Joggen gern Musik hört? Das dachte sich wohl der Headset-Spezialist Jabra und bringt nun In-Ear-Kopfhörer samt Mikrofon heraus, die den Puls messen können. Der sportliche Begleiter misst per Infrarottechnologie die Herzfrequenz und sendet die Daten an eine Smartphone-App. Das funktioniert über Bluetooth oder NFC sowohl bei iOS- als auch bei Androidgeräten. Ein virtueller Fitnesscoach kann die Daten auch gleich durchsagen und durch Work-Outs leiten. Die Kopfhörer kommen mit vier verschiedenen Haltebügeln und In-Ear-Stöpselformen, aus denen man individuell wählen kann, was am bequemsten zu tragen ist. Die Stöpsel sind schnurlos, so dass man sich beim Training nicht verhededdert, und nur 16 Gramm schwer. Über die Kopfhörer können auch Musikwiedergabe und Anrufe geregelt werden. Laut Hersteller hält der Akku bis zu fünf Stunden Musik oder Gesprächszeit durch. Preis: 199,99 Euro Quelle: Presse
Microsoft BandDas schwarze Armband „Microsoft Band“ mit langgezogenem Display soll unter anderem Herzschlag und Stress messen sowie die UV-Strahlung, der ein Träger ausgesetzt ist. Der Cloud-Service soll auch Daten von Fitness-Accessoires anderer Anbieter aufnehmen, wie Microsoft-Manager Yusuf Mehdi dem Technologieblog „The Verge“ am späten Mittwoch erläuterte. Preis: 199 Dollar Quelle: Microsoft
Fitbit ChargeDas Fitness-Tracker-Armband ist das Einsteigermodell. Es kann Fitnessstatistiken und Anrufe anzeigen - auch ein stummer Vibrationsalarm und eine Weckfunktion sind eingebaut. Das Armband misst Schrittzahl, zurückgelegte Distanzen, den Kalorienverbrauch und auch die bewältigten Stockwerke. Neu ist eine automatische Schlaferkennung, die anhand der Bewegungen Auskunft über die Qualität des Schlafes geben soll. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit bis zu sieben Tagen an. Charge löst das Vorgängermodell Force ab, dass die Firma wegen allergischer Reaktionen vom Markt nehmen musste. Die neuen Materialien sind laut Hersteller nun von Dermatologen geprüft. Preis: 129,95 Euro. Ab dem 17. November soll Charge im Online-Store und bei ausgewählten Partnern erhältlich sein. Farblich gibt es das Band zunächst in Schwarz und Schiefergrau, Burgunderrot (im Bild) und Blau sollen folgen. Quelle: Presse

Früher waren die Geräte so klobig, dass ihre Besitzer schon vom Tragen Nackenschmerzen bekamen. Und sich auch noch Ärger einhandelten, wenn sie damit unterwegs waren. „Weißt du noch“, erinnert sich Paula lachend, „die Ersten, die mit Googles Glass-Brillen auf die Straßen gingen, wurden wegen der integrierten Kamera noch als Spanner beschimpft.“ Heute hingegen sind Cyberbrillen akzeptiert. Die Technik ist so kompakt, dass kaum noch jemand das winzige Display und die Kamera im Gestell bemerkt.

Schuhe werden zu Kraftwerken

Bei Radlern sorgen die Brillen sogar für mehr Sicherheit. Schickt doch die Bilderkennung der Kamera im Fahrradhelm ein Warnsignal aufs Display, wenn Autos von hinten nahen.

Auch eines der lästigsten Probleme des vernetzten Alltags gehört der Vergangenheit an: Die smarte Technik, die die Menschen durch den Tag begleitet, mit ausreichend Energie zu versorgen. Inzwischen produzieren Cyberbrille, Smartwatch oder Schrittzähler selbst Strom – oder zapfen die High-Tech-Shirts der Läufer an. Denn die Shirts sind mit stromerzeugenden Farbstoffen behandelt. Die helfen seit Jahren, Straßen und Hauswände als Solarzellen zu nutzen. Auf die Idee, sie auch für Kleidung zu nutzen, kamen Modedesigner indes erst kürzlich.

Noch mehr Energie liefern Piezo-Generatoren in den Schuhsohlen und transparente Solarzellen auf Brillen- und Uhrgläsern. Die Strommenge reicht locker, um den per GPS bestimmten Standort, den weiteren Verlauf der Joggingrunde oder auch Treffpunkte mit Freunden auf dem Brillendisplay einzublenden.

Auf Wunsch können Paul und Paula ihre aktuelle Runde mit früher aufgezeichneten Läufen vergleichen. Oder sie loggen sich auf der Cybercoach-Plattform ein und treten gegen andere Sportler an, die andernorts gerade zum Training aufbrechen. Das klappt nicht nur beim Laufen, sondern ebenso gut beim Radeln oder Skifahren.

Damit die Sportler sich dabei nicht zu sehr verausgaben, senden in die T-Shirts eingewebte Sensoren Puls, Sauerstoffsättigung des Blutes und Hautfeuchte der Träger an die smarten Brillen oder Uhren.

Auch andere Sportarten sind längst vernetzt. Anbieter wie Adidas oder 94fifty verkaufen zum Beispiel digital aufgerüstete Fuß- oder Basketbälle, deren Sensoren Kick- und Wurfverhalten, Drall und Geschwindigkeit analysieren und per Handy-App vergleichbar machen. Egal, ob die Spieler gemeinsam auf dem Platz stehen – oder an unterschiedlichen Ecken der Welt.

Die spannendsten Virtual-Reality-Brillen
Ende März verkündete Facebook-Chef Mark Zuckerberg den Kauf des kalifornischen Startups Oculus. 400 Millionen Dollar in bar und 1,6 Milliaden Dollar in Aktien zahlt Facebook für das Unternehmen, das als führender Entwickler von Cyberbrillen gilt. Für die Produktion des ersten Modells, genannt „Rift“ (im Bild eine Illustration) hatte Oculus schon 2,4 Millionen Dollar als Kickstarter-Projekt eingesammelt. Die Rift soll zum Endkundenpreis von 350 Dollar auf den Markt kommen. Quelle: Presse
Bisher allerdings verkauft Oculus nur eine Vorabversion seiner Brille an Entwickler. Sie besitzt – neben mehreren Beschleunigungs- und Drehsensoren, mit deren Hilfe die Rift die Bewegung des Trägers im Raum erkennt – ein integriertes Display mit 1280x800 Bildpunkten Auflösung. Der Bildschirm zeigt mithilfe eines Linsensystems (Bild) Teilbilder für das linke und das rechte Auge. Die finale Version wird voraussichtlich ein mindestens doppelt so hoch auflösendes HD-Display erhalten. Quelle: Sterdeus Wikipedia
Schon die Rift bedeutet einen drastischen Preisrutsch gegenüber früheren Virtual-Reality-Brillen, die mindestens fünfstellige Preise kosteten. Doch Dank der Erfindungsgabe einiger – auch deutscher – Startups klappt der visuelle Einstieg in die Cyberwelten inzwischen sogar für noch viel weniger Geld: Modelle wie die Brille Dive von Durovis oder die Stooksy-VR-Brille von Brevis gibt es schon für 57 beziehungsweise 46 Euro. Noch mal drastisch billiger … Quelle: Marcel Stahn
… ist der nur 20 Euro teure Refugio-3D-Bausatz aus Karton (Bild), den der Deutsche Claudio Panzanaro entwickelt hat. Alle drei Preisbrecher machen sich zu Nutze, dass die Display- und Sensortechnik aus Smartphones der entscheidende technologische Treiber für den Leistungssprung der Rift ist. Warum also nicht gleich das Smartphone als Bewegungssensor und Bildschirm fürs VR-Erlebnis nutzen. Die Brille dient dann nur noch als – billiger – Tragrahmen fürs Handy.
Im Fall der Durovis Dive (Bild) etwa reicht es, sein Smartphone mit einem schaumstoffgepolsterten Bügel in den Rahmen einzuspannen und die beiden beweglichen Linsen in der Brille vor den Augen zu justieren. Dabei profitiert die Bildqualität von der Auflösung des Handys. Je mehr Bildpunkte dessen Bildschirm besitzt, desto feiner aufgelöst ist auch der räumliche, visuelle Effekt beim Betrachten von 3-D-Spielen oder -Videos. Für Handys mit deutlich mehr als fünf Zoll Displaydiagonale aber ist kein Platz im Rahmen. Quelle: Marcel Stahn
Während die Dive als fertig montierte Brille vertrieben wird, fordern der Refugio-3D-Bausatz (Bild) und erst recht die Stooksy-VR-Brille (nächste Seite) den Heimwerker: Dabei ist die Montage fast selbsterklärend. Allein die Linsen muss der Monteur bei der Refugio noch an der richtigen Stelle einsetzen, der Rest lässt sich dann fast selbsterklärend in Form bringen. Das Smartphone wird an der Rückseite hineingesteckt und sitzt dann – trotz Kartonbauweise – auch bei Kopfbewegungen fest in der Brille.
Etwas anspruchsvoller und besonders für verspielte Virtual-Reality-Fans geeignet ist die Stooksy-VR-Brille, die aus Hartschaumstoff besteht. Wer die Montage des 46-Euro-Bausatzes scheut, der kann sich die Brille auch für 55 Euro fertig montiert liefern lassen. Verschieden große Einschübe fixieren Handys unterschiedlicher Baugröße in der Brille. Trotz der leichten Konstruktion macht auch die Stooksy-Brille beim Tragen einen erstaunlich stabilen Eindruck.  Quelle: Marcel Stahn

Klettern an der Cybernordwand

Neuer sind dagegen Cybercamps – virtuelle Abenteuerspielplätze, deren Besucher mit 3-D-Brillen in virtuelle Welten aufbrechen. Beim Aufstieg an der Kletterwand erscheint dann zum Beispiel im Brillenbildschirm die Sicht auf Felstürme und Eisfelder aus der Eigernordwand – genau auf die Bewegungen des Sportlers abgestimmt. Technik wie aus dem Holodeck des Science-Fiction-Klassikers „Raumschiff Enterprise“.

Wer es martialischer mag, kann in eine Art Cybertretmühle steigen, die das Unternehmen Virtuix entwickelt hat. Sensoren erfassen jede Bewegung und übertragen sie auf digitale Avatare, die in Computerspielen kämpfen. Friedlicher sind Entdeckungstrips um den Globus, ohne dass sich der Reisende vom Fleck bewegt.

„Vielleicht hätte ich besser auf Sport verzichtet“, ächzt Paul und läuft humpelnd aus. „Joggen war nicht optimal fürs Knie.“ Er reibt das schmerzende Gelenk. „Gut, dass ich gleich die OP habe.“ Die Klinik liegt am anderen Ende der Stadt. Ein Tipper auf den Rand der Cyberbrille, dann zeigt sie an, wo das nächste freie E-Mobil steht.

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