Trennungsangst Nicht ohne meine iPhone!

Wer ein iPhone besitzt, liebt es sehr - mit weitreichenden Folgen: Eine Studie bescheinigt Apple-Jüngern Angstzustände, wenn sie ihr Handy nicht griffbereit haben, inklusive Herzrasen und Bluthochdruck.

Zehn Wege, um die Handy-Sucht zu besiegen
Alternative zum Smartphone findenAuf dem Handy gibt es viel zu tun: WhatsApp, Facebook, Twitter, E-Mails oder News-Portale checken. Suchen Sie sich eine Alternative, die einen ähnlichen Charakter wie das Smartphone mitbringt. Greifen Sie etwa stattdessen zu Hause oder in der Bahn mal zu einem Buch. Das Lesen löst den ständigen Blick aufs Smartphone ab und senkt mit der Zeit das Bedürfnis, immer wieder draufzuschauen. Quelle: dpa
Eine Armbanduhr tragenViele verzichten mittlerweile auf Armbanduhren und schauen auf ihr Handy, um die Uhrzeit zu erfahren. Wenn Sie sich vom Smartphone unabhängiger machen wollen, dann ist das der falsche Weg. Tragen Sie eine Armbanduhr und nutzen Sie sie nicht nur als Modeaccessoire, sondern dafür, wofür sie gemacht ist. Quelle: dpa
Online-Profile ausdünnenMan muss nicht auf jeder Hochzeit tanzen: Weniger soziale Netzwerke bedeuten weniger Statusmeldungen. Wer sich mehr Zeit für die Welt jenseits des Smartphone-Displays wünscht, sollte seine Apps kritisch prüfen - und sich von ein paar Online-Profilen lösen. Quelle: dpa
Nicht mit dem Smartphone bezahlenMit dem Smartphone zu bezahlen ist im Supermarkt, in Hotels oder Restaurants auf dem Vormarsch. Dieser Trend bedeutet allerdings noch mehr Griffe zum Handy. Stattdessen sollten Sie die dazugehörigen Apps löschen und lieber auf das gute, alte Portemonnaie setzen. Quelle: AP/dpa
Schlichte Höflichkeitsformen beachtenWer beim Essen oder im Gespräch mit anderen zum Smartphone greift, ist schlichtweg unhöflich. Vermeiden Sie das und konzentrieren Sie sich lieber auf Ihr Umfeld und Ihre Gesprächspartner. Sie werden es Ihnen danken. Quelle: Fotolia
Feste Handy-Pausen nehmenWer beruflich ständig über dem Smartphone hängt, sollte sich über den Tag verteilt immer wieder feste Handy-Pausen verordnen. Die Zeit lässt sich für einen kurzen Spaziergang oder zum Kaffeeholen nutzen. Quelle: dpa
Klingelton oder Vibration ausschaltenAus den Ohren, aus dem Sinn: Wer seinen Klingelton oder die Vibration abschaltet, ist gelassener und kann sich besser auf andere Dinge konzentrieren. Quelle: dpa
Noch besser: Offline-Modus wählenDer Offline-Modus bringt noch mehr Vorteile mit sich, als das Handy lediglich lautlos zu schalten. Er spart Energie und selbst bei einem automatischen Blick auf das Smartphone sieht man keine neu eingegangenen Nachrichten und Statusmeldungen. Quelle: dpa
Das Smartphone nicht als Ticket benutzenSeine online gebuchten Tickets für Bahn- oder Flugreisen muss niemand mehr ausdrucken - das Handy reicht. Das ist aber wenig hilfreich, wenn Sie sich von Ihrem Smartphone distanzieren wollen. Also greifen Sie lieber zum ausgedruckten Ticket. Quelle: obs
Beim Warten: Hände weg vom HandyÜber Generationen haben Menschen ihre Arme verschränkt, ihre Hände in die Hosentaschen gesteckt oder hinterm Rücken zusammen gefaltet. Heute greifen sie beim Warten lieber zum Smartphone. Wer das vermeiden und seine Hände nicht einfach seitlich runter baumeln lassen will, kann sie auf die alte Weise beschäftigen. Quelle: dpa

Wir hören unser Handy klingeln, obwohl es gar nicht läutet. Manch einer verspürt gar Phantom-Brummen in der Hosentasche von vermeintlichem Vibrationsalarm, auch wenn das Smartphone auf dem Nachttischchen liegt. Schlimmer scheint das alles noch bei iPhone-Nutzern zu sein: Sie mögen ihr Telefon gar nicht mehr ablegen. Und wenn doch, so plagt sie schrecklicher Trennungsschmerz.

Eine Studie der Universität von Missouri zeigt, dass Besitzer eines iPhones besonders stark an ihrem Gerät hängen. Die Untersuchung zeigt, dass die Trennung vom Smartphone ernste psychologische und körperliche Auswirkungen hat. Ihr klingelndes Handy nicht griffbereit zu haben hatte bei den Probanden sogar Auswirkungen auf ihre geistige Leistungsfähigkeit in Tests.

Die Evolution des iPhones

Für ihre Studie ließen die Forscher iPhone-Nutzer in dem Glauben, einen neuen, kabellosen Blutdruckmesser testen zu wollen, der die Gesundheitsdaten per Bluetooth übermittelt. Den Probanden wurde nach dem Anlegen der Manschette ein Wortsuchrätsel vorgelegt, das sie lösen sollten. Ihr Smartphone durften sie bei sich behalten. Während des Tests wurden Blutdruck und Herzschlag überwacht. Anschließend sollten die Testpersonen berichten, ob sie sich während des Tests ängstlich oder unwohl fühlten.

Im zweiten Schritt wurde den Testpersonen mitgeteilt, dass ihr Handy leider die Datenübertragung des Bluetooth-Pulsmessers störe, und sie es daher abgeben müssten. Mit ihrem Smartphone in einer fernen Ecke des Raumes sollten die Probanden ein weiteres Wortsuchrätsel absolvieren. Während sie mit dem Rätsel beschäftigt waren, riefen die Forscher auf dem iPhone des Probanden an - es klingelte und klingelte, blieb für die Besitzer aber unerreichbar. Im Anschluss sollten sie wieder berichten, wie wohl oder unwohl sie sich fühlten.

In der Auswertung zeigte sich, dass Angst, Herzschlagrate und Blutdruck der iPhone-Nutzer in der zweiten Testphase signifikant anstiegen. Zusätzlich schnitten die Probanden beim Lösen des Rätsels deutlich schlechter ab.

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Die Forscher schlussfolgern, dass das iPhone für die Besitzer zu einer Art "erweitertem Ich" geworden ist. Die Trennung vom Smartphone kann die geistige Leistungsfähigkeit deutlich herabsetzen und führt zu erheblichem körperlichem Stress. Wer wichtige Aufgaben zu erledigen habe, also etwa vor Tests, Meetings oder ähnlichen Ereignissen stehe, die viel Aufmerksamkeit erfordern, sollte vermeiden sein Smartphone nicht greifbar zu haben - andernfalls könne die Leistung deutlich abfallen.

Die Studie "The Extended iSelf: The Impact of iPhone Separation on Cognition, Emotion, and Physiology" wurde im "Journal of Computer-Mediated Communication" veröffentlicht und mit dem Top Paper Award ausgezeichnet. Sie ist >>hier online frei zugänglich.

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