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Urteil E-Zigarette darf frei verkauft werden

Das Verwaltungsgericht Münster hat entgegen der Sorge des Deutschen Krebsforschungszentrums die E-Zigarette nicht zum Medikament gemacht. Die Händlerlobby feiert das Ergebnis - und schaut gespannt nach Brüssel.

E-Zigarette Quelle: dpa

In einem Verfahren zu E-Zigaretten hat das Oberverwaltungsgericht in Münster seine frühere Einschätzung bestätigt. Bei einem Eilbeschluss im April 2012 hatte das Gericht die Meinung vertreten, dass nikotinhaltige Flüssigkeiten - sogenannte Liquids - für E-Zigaretten nicht als Arzneimittel gelten. 

„Es gibt keine Dosierungsanleitung, die Aromen sollen Spaß machen. Außerdem fehlt eine therapeutische Wirkung“, erklärte das Gericht nun am Dienstag. Die Befriedigung der Nikotinsucht sorge nicht für eine Heilung, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Lau und rechtfertigte so die Einschätzung des Gerichts.

Dac Sprengel, der Vorsitzende des Verbandes des E-Zigarettenhandels (VdeH), nimmt das bisherige Ergebnis erfreut auf. „Die E-Zigarette als Arzneimittel einzustufen, wäre kompletter Irrsinn“, sagt er. „Eine Medikamentenzulassung für Europa zu bekommen, dauert mindestens drei Jahre. Damit wäre unser Geschäft erst einmal tot.“ Und für Deutschland würden Unternehmen eventuell nicht mal eine Zulassung bekommen, da sich der Zug an einer Zigarette gar nicht genau dosieren lässt, so Sprengel.

Die wichtigsten Fakten zur E-Zigarette

Zudem hatte eine Umfrage des Verbandes unter etwa 1000 E-Zigaretten-Rauchern ergeben, dass 70 Prozent das Produkt nicht in Apotheken kaufen wollen. Insgesamt gibt es zwischen 1,8 und 2,2 Millionen E-Zigaretten-Konsumenten in Deutschland. Die Angaben dazu schwanken von Institut zu Institut. Meist sind es starke Raucher, die auf die elektronische Variante umsteigen.

„Daher ist es wichtig, dass die E-Zigarette auch weiter dort zu kaufen ist, wo auch andere Tabakwaren zu bekommen sind“, sagt Sprengel. Sie müsse zur direkten Konkurrenz zur normalen Zigarette stehen. Nur so würden Raucher dazu gebracht auch zu der elektronischen Alternative zu greifen.

E-Zigaretten enthalten einen Akku, einen Verdampfer, eine Heizspirale und eine Flüssigkeit. Letztere werde bei 65 bis 120 Grad Celsius verdampft. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) steht der Technik skeptisch gegenüber. „Nach der aktuellen Datenlage können elektrische Zigaretten zwar Entzugssymptome lindern, ob sie aber zu einem dauerhaften Rauchstopp verhelfen, ist derzeit noch nicht erwiesen“, schreibt das DKFZ.

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