WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen
Valley Talk

Was kommt nach Siri?

Matthias Hohensee Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Matthias Hohensee Korrespondent (Silicon Valley)

Das kalifornische Startup Tempo.ai arbeitet an einem intelligenten Kalender, der Termine automatisch managt. Das klappt - auf Englisch - schon recht gut.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Das kalifornische Startup Tempo.ai arbeitet an einem intelligenten Kaldender. Quelle: Presse

Was kommt nach Siri, dem persönlichen digitalen Assistenten von Apple? Der beantwortet iPhone-Nutzern Fragen, wählt Telefonnummern, speichert Notizen - und manchmal versucht er sogar, ein wenig mit ihnen zu flirten. Wie also könnte eine Steigerung dieses bemerkenswerten Dienstes aussehen?

Vielleicht wie ein intelligenter Kalender, der aus den E-Mails seiner Nutzer Termine herausfiltert, der Adressen und Gesprächspartner automatisch dazustellt sowie die für das Treffen wichtigsten Dokumente verwaltet? Und der allen Teilnehmern rechtzeitig Nachrichten schickt, falls sich ein Gast auf dem Weg zum Treffpunkt verspätet?

Die beliebtesten iPhone-Apps der Welt
USADie Amerikaner fliegen auf einen kleinen gefiederten Detektiv namens Perry.  Das Disney-Spiel „ Where’s My Perry“ (Foto, deutscher Name: „ Wo ist mein Perry?“) ist derzeit die beliebteste Bezahl-App für das iPhone in den USA. „Wo ist mein Perry“ ist ähnlich wie die Disney-App „Wo ist mein Wasser“ ein unterhaltsames Rätsel-Spiel, das auf den Gesetzes in der Physik beruht. Als Hauptfigur steht diesmal nicht wie bei „Wo ist mein Wasser“ ein Krokodil im Mittelpunkt, sondern ein Schnabeltier mit Schlapphut. Das Spiel kostet in Deutschland 79 Cent. Unter den Gratis-Apps liegt bei den Amerikanern Googles neue iPhone-Version des Browsers Chrome auf dem ersten Platz. Der Google-Browser bietet unter anderem eine Synchronisation mit Chrome-Installationen auf Mac, PC, Android und iPad an. Voraussetzung ist, dass sich der Nutzer per Google-Account bei Chrome einloggt. In Kanada sind die beiden Top-platzierten Apps identisch. Quelle: PR
UKIm Vereinigten Königreich ist der WhatsApp Messenger (Foto) auf Platz eins der Bezahl-Apps. Der Messenger-Service erlaubt den kostenlosen Austausch von Kurznachrichten via Internet. Voraussetzung ist lediglich, dass auf beiden Geräten WhatsApp installiert ist. Die Anwendung ist für alle relevanten Smartphone-Plattformen verfügbar und vor allem bei SMS-verrückten Jugendlichen beliebt. In Deutschland kostet die App 79 Cent, die Nachrichten sind kostenlos. Unter den kostenlosen Apps ist auch in Großbritannien Googles Browser Chrome derzeit auf Platz eins der Download-Statistik. In Russland, Indien, Türkei, Schweden, Finnland, Israel und Irland sind ebenfalls WhatsApp Messenger und Chrome auf den ersten Plätzen in Apples App Store. Quelle: PR
FrankreichWie die Briten stehen auch die Franzosen auf den WhatsApp Messanger – Platz eins unter den kostenpflichtigen Apps. Bei den Gratis-Apps ist der der runtastic Höhenmesser Pro (Foto) auf Platz eins, der der derzeit als Aktion – auch in Deutschland – gratis downloadbar ist. Die App richtet sich an Bergsteiger und zeigt neben Kompass, Wetter und Koordinaten auch die Höhe an. Die App ist werbefinanziert. In Deutschland, Belgien, der Schweiz, Italien, Spanien, Österreich und Tschechien ist die Reihenfolge ebenso wie in Frankreich. Quelle: PR
PolenIn Polen ist Googles Chrome unter den Gratis-Apps nur auf Platz zwei. Auf Platz eins ist die etwas blutrünstige Spiele-App Clear Vision, die derzeit – auch in Deutschland – gratis zum Download angeboten wird. In der nicht jugendfreien App geht es darum, mittels Sniper-Waffe Menschen abzuschießen. Unter den verkauften Apps ist „ Wo ist mein Perry?“ auf Platz eins der Download-Charts in Polen. Quelle: PR
DänemarkAuf Platz eins der verkauften Programme findet sich bei denen Dänen die App MeinKalender (Foto). Die Kalender-Anwendung synchronisiert mit Facebook, sodass beispielsweise Geburtstagserinnerungen aus dem sozialen Netzwerk auch auf dem iPhone landen. In Deutschland kostet die App 79 Cent. Auch bei den Gratis-Apps gehen die Dänen eigene Wege: Auf Platz eins befindet sich die App TV 2 Tour 2012, eine Fernseh-Programm-App für einen dänischen Sender. Quelle: PR
NiederlandeDie Niederländer stehen auf Musik: Platz eins der Downloads-Charts im niederländischen Apple Store ist die App Song Pop Free (Foto) – ein Musikerkennungsspiel. Vorgegebenen Song-Schnippsel müssen möglichst schnell erkannt werden. Das Spiel lässt sich auch gegen andere Musik-Freaks via Internet spielen. Unter den Paid-Apps ist auch bei den Niederländern der What’sApp Messenger auf Platz eins. Quelle: PR
AustralienWie in vielen anderen Ländern ist in Australien die What’sApp Messenger die beliebteste Bezahl-Apps – bei den Gratis-Apps sind die Australier aber Ausreißer. Dort ist die Blödel-App Talking Ted (Foto) auf Platz eins. Die von NBC Universal angebotene App zum gleichnamigen Film, lässt einen Stoff-Teddy allerlei Dinge auf Kommando sagen, ihn rauchen oder rülpsen. Mit der kostenlosen AppRanking WorldWide können Sie auch selbst nachsehen, welche Apps in anderen Ländern derzeit besonders beliebt sind. Quelle: PR

All das leistet der Tempo Smart Calendar des Silicon-Valley-Startups Tempo.ai. Er nutzt semantische Analysen, um die Informationen in E-Mails und Kalendereinträgen zu finden. Und er speichert alle relevanten Daten zentral ab, damit der Nutzer sie über verschiedene Mobilgeräte abrufen kann.

Software, die nützliche Informationen automatisch aus E-Mails herausfiltert, gibt es schon, etwa die des San-Francisco-Startups Xobni. Das allerdings hat sich auf Informationen rund um Personen fokussiert. Tempo.ai versucht Ähnliches nun mit Terminen.

Unternehmenschef Raj Singh sieht sein Produkt als einen Nachfolger von Siri. Eng verwandt sind beide jedenfalls schon mal. Schließlich wurde auch Siris künstliche Intelligenz am, kurz SRI genannten, Stanford Research Center entwickelt. Es ist neben Xerox Parc das prestigeträchtigste Forschungszentrum des Silicon Valley.

Wie einst Siri ist auch die Softwareschwester Tempo.ai eine Ausgründung des SRI. Das Forschungsinstitut beauftragte den erfahrenen Mobilfunkunternehmer Singh vor zwei Jahren, eine kommerzielle Anwendung für das am SRI entwickelte Verfahren zur Datenauswertung zu finden. Bis heute ist das Institut an Tempo.ai beteiligt.

artificial intelligence

Der große Test: Welches Smartphone ist am schlagfertigsten?
Zwar sieht es etwas befremdlich aus, wenn Menschen plötzlich anfangen, mit ihrem Telefon zu sprechen, ohne zu telefonieren: Doch warum sollte man auch noch selbst die SMS tippen oder das Wetter checken, wenn das Smartphone das auch per Sprachbefehl erledigt? Neben diesen Standardfragen haben die Sprachsteuerungen von Samsung, HTC und Apple mittlerweile eine ganze Menge gelernt. Welches Telefon die schlagfertigsten Antworten parat hatte, zeigt unser Test. Quelle: REUTERS
Einer Braut wird bei der Trauung ein Ehering übergestreift Quelle: dpa/dpaweb
Eine Frau hört Musik Quelle: dapd
Clowns beim Rosenmontagszug Quelle: dpa/dpaweb
Ein Maori-Tänzer Quelle: dpa
Blaue Schafsfiguren Quelle: dpa
Sprachbefehl: Du bist ein dämliches Telefon!Antwort des HTC One X: "Interessantes Gerücht" Antwort des Samsung Galaxy S3: "Nein!" Antwort des iPhone 4S: "Jeder hat ein Recht auf seine Meinung." Ergebnis: Der Widerspruch ist so vehement, dass sich das Samsung Galaxy hier einen Punkt verdient. Quelle: REUTERS

Das könnte sich lohnen, denn das Interesse am smarten Kalender ist immens. Mitte Februar hat Tempo.ai - die Endung steht für artificial intelligence (künstliche Intelligenz) sowie die Länderendung für die karibische Insel Anguilla - seinen smarten Kalender in Apples App-Store veröffentlicht. Schon kurz darauf musste die Zahl der Neuanmeldungen gedrosselt werden, weil die Infrastruktur des Startups anfangs nicht ausreichte.

Zehn Apps für die Haussteuerung
Fritz!App FonDie App verbindet das Smartphone mit der Fritz!Box und macht so das Handy zum Festnetztelefon. Auch einen Zugriff auf das Telefonbuch der Fritz!Box wird so mit dem Smartphone möglich. Die App wird kostenfrei für iOS und Android sowie für Smartphones als auch für Tablets angeboten. Quelle: Presse
CasaRemote (HD)Diese App ist ein Alleskönner für die Haussteuerung. Sie regelt sowohl Funkschalter als auch Schalter, die an Kabel gebunden sind. Auch Türschließer und Aktoren können gesteuert werden. Nach Wunsch informiert die App auch über die Raumtemperatur und kann HiFi-Geräte bedienen. Eine Liste über die Hardware, die die App unterstützt, finden Sie hier. Preis: 19,99 Euro für iOS Quelle: Screenshot
IP-Symcom MobileGas, Wasser, Strom - die gesamte Versorgung der Mietwohnung oder des Eigenheims lässt sich mit dieser App zur Haussteuerung steuern. Dafür muss allerdings die dazugehörige Server-Software 24 Stunden am Tag auf einem Computer laufen. Preis: Für die Server-Software falls 99 Euro an, dazu kommen für die App 29,99 Euro (iOS und Android) Quelle: Screenshot
Linn KinskyFür Musik-Freunde mit Sound-Ansprüchen ist diese Audi-Streaming-App ein Muss. Sie steuert die Minn-DS-Musiksysteme, über die sich Sounds und Songs mit qualitativ hochwertigen Wandlern verändern lassen. Weil dazu hochaufgelöste Musik benötigt wird, wird diese auf dem Portal linnrecords.com zur Verfügung gestellt. Preis: Die App ist ausschließlich für das Apple Betriebssystem iOS erhältlich und gratis. Quelle: Screenshot
Loewe Media Assist AppDiese App bedient TV-Geräte und kann auch für das AV-Streaming genutzt werden. Ein elektronischer Programm-Guide liefert einen Überblick über das gesamte Fernsehprogramm. Aufnahmen von Sendungen lassen sich per Knopfdruck starten oder programmieren. Außerdem können TV-Apps auf dem iPad angeschaut werden. Die App ist ausschließlich für das iPad erhältlich. Quelle: Screenshot
Philips MyRemote AppSeit 2009 lassen ich Philips SmartTVs, die onlinefähigen BD-Player und auch die Heimkinoanlagen per App fernsteuern. Auch Musik, Fotos und Videos können über ein Netzwerk mit der App angezeigt werden. Die App ist für iOS und Android erhältlich. Quelle: Screenshot
Problem!WohnungÜber ein zentrales Netzwerk lässt sich mit dieser App die ganze Wohnung steuern: Schalter, Dimmer, Heizungen, Rollläden und so weiter. Preis: Die Zentrale namens EZcontrol XS1 ist ab 189 Euro erhältlich. Die App für iOS kostet 19,99 Euro. Quelle: Screenshot

Inzwischen hat Singh vier Mitarbeiter zusätzlich eingestellt und die Infrastruktur erweitert. Über die Zahl registrierter Mitglieder schweigt sich Singh, dessen Aussehen an einen buddhistischen Mönch erinnert, aus. Beobachter gehen aber von mehreren Millionen Nutzern aus, die die kostenlose App auf ihrem iPhone installiert haben.

Wo die Vernetzung die Welt erobert
Mini-Computer erobern die WeltWenn es nach dem Willen der Telekomkonzerne geht, wird es in absehbarer Zukunft nur einen Schlüssel für unser modernes Leben geben: das Smartphone und oder das Tablet. Die Mini-Computer für die Akten- oder Westentasche erfreuen sich immer größerer Popularität - vier von fünf Kunden entscheiden sich derzeit beim Kauf eines neuen Handys für die internetfähige Variante, im abgelaufenen Jahr gingen allein in Deutschland über 20 Millionen Stück über den Ladentisch. Quelle: dapd
Die massenhafte Verbreitung ermöglicht ganz neue Geschäftsbereiche: Künftig sollen etwa Mietwagenkunden mithilfe von Smartphones den Weg zu ihrem Fahrzeug finden und dieses damit öffnen. Auch beim Bezahlen an der Supermarktkasse und beim Öffnen der Haustür (wie etwa bei Sharekey) sollen zunehmend mobile Computer zum Einsatz kommen. Textdokumente, aber auch Musik und private Fotos werden in externen Rechenzentren (Cloud) abgelegt und können dort mittels stationierter Software bearbeitet und jederzeit von jedem Ort abgerufen werden. Quelle: Presse
Um die technischen Voraussetzungen zu schaffen, investieren Telekom & Co. derzeit Milliarden in den Ausbau der Cloud und der mobilen Breitbandnetze. Schließlich müssen die explosionsartig wachsenden Datenmengen transportiert werden. Die Bedrohung dieser schönen neuen Welt kommt aus dem Netz selbst: Ein Hackerangriff gilt als Horrorszenario. Quelle: dpa
Am Puls des Baggers Mit der Kraft mehrerer Hundert PS wühlt sich der riesige Schaufelbagger durch das Gelände des Tagebaubergwerks irgendwo in Südamerika. Tonnen von Geröll werden stündlich bewegt - Schwerstarbeit für die Maschine. Während der Bagger Lkw um Lkw belädt, funken Sensoren Dutzende Messdaten über Öl- und Wasserdruck, Motorleistung und Verbrauch in ein über tausend Kilometer entfernt gelegenes Rechenzentrum. Quelle: REUTERS
Dort werden die Daten gesammelt, aufbereitet, mit anderen Leistungskennziffern abgeglichen und an den Hersteller des Baggers weitergeleitet. Der kann nun rechtzeitig erkennen, wann es wieder Zeit ist für eine Wartung oder wann ein Verschleißteil ausgewechselt werden muss. Der Servicetechniker vor Ort wird rechtzeitig in Marsch gesetzt, notfalls gleich mit dem passenden Ersatzteil. Das spart Zeit und Kosten, weil das schwere Gerät nur für kurze Zeit unproduktiv im Gelände steht. Quelle: obs
Die Fernüberwachung von Maschinen, Transportunternehmen und Gütern ist unter anderem für den britischen Mobilfunkanbieter Vodafone Teil der Strategie bei der Maschinenkommunikation. Ähnlich wie beim vernetzten Auto wird für die Einsätze ein speziell für die M2M-Kommunikation entwickelter Chip eingesetzt. Er ist kleiner als die, die in jedem üblichen Mobilfunkgerät stecken, aber deutlich robuster: Der SIM-Chip entspricht Industrieanforderungen, ist fest verlötet, korrosionsbeständig, verfügt über eine längere Lebensdauer und übersteht auch hohe Temperaturschwankungen. Er funktioniert auf vielen Netzen weltweit und wird daher auch für die Überwachung von Containern eingesetzt, die rund um den Globus schippern. Quelle: dpa
Das vernetzte Heim Die Vision hat was Bestechendes: Bequem vom Sofa aus öffnet der Hausbesitzer mit Hilfe eines kleinen Flachbildschirms das Fenster im Kinderzimmer, stellt die Heizung auf moderate 22 Grad und kontrolliert, ob der Herd wirklich ausgeschaltet ist. All das und viel mehr ist heute schon möglich - und doch funktioniert diese moderne Welt des vernetzten Heims nur in Ausnahmefällen. Quelle: dapd

Die Tücken fremder Sprachen

Die große Herausforderung ist nun, die Nutzer auch bei der Stange zu halten, damit sie nicht zur nächsten angesagten App abdriften. "Jeder fünfte Kunde nutzt die App täglich", sagt Singh. Derzeit ist das Programm nur auf Englisch und in den USA und Kanada verfügbar. Man arbeite an anderen Sprachen, sagt Singh. "Aber es ist noch einiges zu leisten, damit das Erkennen genauso gut wie im Englischen funktioniert."

Dort klappt es relativ gut, auch wenn das Programm zuweilen Informationen aus Spam-Nachrichten herauszieht. Immerhin lassen sich die leicht wieder löschen.

Singh will seine App zum populärsten Kalender auf Mobilgeräten machen - und dann mit zusätzlichen Premiumfunktionen Geld verdienen, beispielsweise dem Einbinden von Datenquellen von Unternehmenssoftwareanbietern wie Salesforce.

Gadgets



Der Startzeitpunkt ist clever gewählt. Denn der Kampf zwischen den Smartphone-Herstellern wird mehr und mehr über die Software ausgetragen. Da werden die spannendsten Apps zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen. Siri gibt es seit der Akquise durch Apple nur noch fürs iPhone.

Für den Tempo.ai-Kalender sei immerhin eine Android-App in Arbeit so Singh.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%