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Verkalkt, verschimmelt und voller Keime "Kaffeevollautomaten muss man pflegen wie ein Haustier"

In jedem achten Haushalt gibt es mittlerweile einen Kaffeevollautomaten. Sie sind praktisch und schnell. Aber sie können auch zum Bakterienherd werden. Worauf Kaffeegenießer achten sollten.

Kaffee-Vollautomaten machen leckeren Kaffee. Quelle: Fotolia

Wer viel Kaffee trinkt und wenig Zeit hat, greift gerne zum Vollautomaten. Der ist praktisch, macht zumeist schnell guten Kaffee und schäumt die Milch von selbst auf.

In der vergangenen Woche allerdings berichtete die ARD-Sendung "plusminus" über das "unappetitliche Innenleben" von Kaffeevollautomaten und kam dabei zu erschreckenden Ergebnissen: Keime, Bakterien, Hefe- und Schimmelpilze, die zu gesundheitlichen Problemen führen können, fanden die Experten in Kaffeemaschinen, die schon länger in Gebrauch waren. Das ist nicht weiter verwunderlich, bieten doch heißes Wasser, Wasserdampf und die verbleibende Feuchtigkeit im Automaten einen idealen Nährboden für Schimmel.

Die besten Kaffeemaschinen
French PressBodum French PressDie Bodum French Press gehört zu den Klassikern der einfachen Kaffeezubereitung. Grob gemahlenen Kaffee einfüllen, den Pressstempel nach spätestens vier Minuten runterdrücken, fertig. Die Bodum gibt es in verschiedenen Varianten, Größen und Farben. Preis: ab circa 25 Euro Bodum French Press Quelle: Presse
Vakuum KaffeebereiterBodum PeboKaffeekochen mit dem Vakuum-Kaffeebereiter ist ein faszinierendes Ritual. Das kalte Wasser im unteren Glasbehälter wird erhitzt und steigt durch die Glasröhre nach oben. Hier darf es ein bisschen im Kaffeemehl herumkreisen, Aroma aufnehmen, abkühlen und wieder nach unten fließen. Preis: 69,90 Euro Bodum Pebo Quelle: Presse
MokkakanneBialetti Moka ExpressDas achteckige Aluminiumkännchen wird seit 1933 fast unverändert gebaut und ist eine Ikone der Kaffeekultur geworden. Das Kaffeemehl befindet sich im Siebträger in der Mitte. Das erhitzte Wasser im unteren Behälter wird durch das Kaffeemehl nach oben gepresst und fließt durch eine Röhre in das obere Kännchen. Dann schnell vom Herd nehmen, sonst wird der Kaffee zu heiß und schmeckt bitter. Der Kaffee muss etwas gröber gemahlen sein als für die Siebträgermaschine. Die Mokkakanne macht zwar streng genommen keinen echten Espresso, weil der Druck nicht die vorgeschriebenen 9 bar erreicht. Sie bietet aber immer noch die einfachste Art, einen Espresso-artigen Kaffee mit Italien-Flair zuzubereiten. Preis: ab 15 Euro (Straßenpreis, abhängig von der Größe) Bialetti Moka Express Quelle: Presse
MokkakanneCilio Espressokocher FigaroModern designtes Espressokännchen für maximal zehn Tassen aus poliertem Edelstahl. Der Boden ist plan, so lässt sich die Cilio auch auf einem Induktionsherd verwenden. Preis: 52 Euro (Straßenpreis) Cilio Espressokocher Figaro Quelle: Presse
KaffeevollautomatenDe´Longhi AutenticaPerfekten Milchschaum versprechen De’Longhis Kaffeevollautomaten der Serie Autentica. Das Top-Modell, Autentica Cappuccino, liefert laut Hersteller jede Milchkaffee-Spezialität auf Knopfdruck. Bei den günstigeren Modelle von De`Longhi muss man per Hand aufschäumen. An einem Drehregler stellt man die gewünschte Milchkaffee-Spezialität ein. Dann steuert die Maschine automatisch die passende Mischung aus Wasserdampf, Milch und Luft. Praktisch: Die Teile, die mit Milch in Berührung kommen, spült die Autentica automatisch mit Dampf und Heißwasser durch. Natürlich produziert die Autentica auch klassischen Filterkaffee. Das Kegelmahlwerk ist in 13 Stufen einstellbar. Die Kaffeestärke ist ebenfalls einstellbar. Preis: ab 649 Euro (je nach Modell) De Longhi Autentica Quelle: Presse
KaffeevollautomatenSaeco Gran Baristo AvantiWer schon immer darauf gewartet hat, seine Kaffeemaschine per Smartphone steuern zu können, darf jetzt die Geldbörse zücken: Der auf der IFA 2014 vorgestellte Saeco Gran Barista ist laut Hersteller der weltweit erste Kaffeevollautomat, der per App steuerbar ist. Die Verbindung zwischen Tablet oder Smartphone und Kaffeemaschine wird über Bluetooth hergestellt. Mit der App kann man nicht nur den Kaffeetyp bestimmen, sondern beispielsweise auch die Kaffeestärke und Milchschaummenge individuell einstellen. Die persönlichen Rezepte kann man per Facebook mit Freunden teilen. Die Maschine bereitet bis zu 18 Kaffeespezialitäten zu. Je nach gewünschtem Kaffeetyp variiert der Brühdruck zwischen vier und 16 bar. Das Mahlwerk ist aus Keramik und überhitzt deshalb nicht. Die Gran Baristo Avanti gibt es in einer auf 500 Stück limitierten Auflage. Dass die Fernsteuerung per App auch in anderen Geräten erhältlich sein wird, ist zwar wahrscheinlich, aber noch nicht offiziell angekündigt. Allerdings dürfte der Kaffee aus den anderen Modellen der Gran Baristo-Serie auch ohne App genauso gut schmecken. Preis: 1.599 Euro Saeco Gran Baristo Avanti Quelle: Presse
KaffeevollautomatenJura J500Kaffeevollautomat aus der bewährten Impressa-Serie, die seit 1994 auf dem Markt ist. Zur IFA wurde ein Jubiläumsmodell, die J500 "Celebration Edition", vorgestellt. Das mehrstufige Mahlwerk soll besonders leise zu Werke gehen. Die Maschine bereitet insgesamt elf Kaffeespezialitäten zu. Davon lassen sich sechs Spezialitäten auf dem Display abspeichern. Durch ein Vorbrühsystem wird das Kaffeepulver erst durchfeuchtet, bevor das heiße Wasser durchgeleitet wird. Das sorgt für eine bessere Extraktion der Aromen. Gesteuert wird die Maschine über ein TFT-Farbdisplay. Preis: 1.994 Euro Jura J500 Quelle: Presse

"Diese Maschinen heißen Vollautomaten, aber bei den meisten beschränkt sich das auf die Zubereitung von Kaffee, nicht aufs Saubermachen", sagte Werner Hinzpeter von der Stiftung Warentest. "Wir weisen unsere Leser regelmäßig darauf hin, dass die Maschinen tägliche Hege und Pflege brauchen, damit nicht Kaffeereste schimmeln oder das Milchsystem verkeimt." In ihrer Dezember-Ausgabe hat die Stiftung Warentest elf Kaffeevollautomaten getestet. Viele der Geräte – zwischen 365 und 1100 Euro – haben überzeugt.

Eine gute Reinigung ist das A und O

Die Tester berücksichtigen allerdings auch die Schimmelbildung in den Geräten bei ihren Untersuchungen: Über Wochen bereiteten sie jeweils mehr als 500 Getränke zu und spülten nach Anleitung. Eklige Entdeckungen blieben ihnen erspart, wie es in dem Bericht heißt. Aber auch, weil sich die Tester genau an die Vorgaben der Hersteller hielten. Das empfiehlt der Experte deshalb auch den Verbrauchern: Der Tresterbehälter und der Wassertank sollte nach jeder Kaffeezubereitung gereinigt werden und abgetrocknet werden. Eine intensivere Reinigung ist erst dann nötig, wenn es die Maschine anzeigt – oft braucht es dann aber ein spezielles Reinigungsmittel.

So trinkt die Welt ihren Kaffee

"Gute Hersteller sorgen dafür, dass eine Maschine einfach zu reinigen ist, zum Beispiel indem sie sie so konstruieren, dass die Brühgruppe leicht aus- und einzubauen ist. Es ist ratsam, dass Verbraucher sich vor dem Kauf anschauen und vielleicht sogar ausprobieren, wie pflegeleicht ihre Wunschmaschine ist," sagt Hinzpeter.

Sparsam Entkalken, Blei und Nickel wegspülen

Die Stiftung Warentest hat allerdings andere Schadstoffe in den Espressomaschinen gefunden. "Früher kam es öfter vor, dass Kaffeeautomaten nach dem Entkalken Blei und Nickel abgaben," sagt Hinzpeter. Das ist auch im jüngsten Test wieder der Fall. Bei einer Maschine traten erhöhte Nickelwerte auf, die das Risiko auf Lungen- und Kehlkopfkrebs deutlich erhöhen können. Auch allergische Reaktionen, wie Hautauschläge, sind weitere mögliche Folgen. Der Experte rät deshalb, den Kaffeevollautomaten nur dann zu entkalken, wenn es wirklich notwendig ist. Der Automat selbst zeige oft den richtigen Zeitpunkt an. "Spülen Sie anschließend lieber einmal mehr. Eine zusätzliche Reinigung wird eventuell vorhandenes Blei oder Nickel beseitigen oder zumindest die Dosis stark minimieren", sagt Hinzpeter.

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