Vernetzte Küche als IFA-Trend „Wir wollen das Internet des Kochens aufbauen“

Aufwendige Menüs zaubern wollen, aber keine Ahnung haben: Vor diesem Problem stehen viele Hobbyköche. Auf der IFA zeigt das Start-up Cuciniale einen Sensor, mit dem Steak oder Risotto trotzdem perfekt werden sollen.

Die Highlights der Elektronikmesse
BB-8 aus Star WarsAus dem Krieg-der-Sterne-Universum auf die IFA: Sphero bringt den BB-8-Droiden aus dem kommenden Star-Wars-Film "Das Erwachen der Macht" als Spielzeug auf den Markt. Der kleine Roboter kann per Smartphone oder Tablet-App gesteuert werden und reagiert auch auf Sprachkommandos. Das Spielzeug besteht aus einem rotierenden Ball, der Kopf des Roboters scheint darüber zu schweben. Quelle: AP
Fitness-Uhr TomTom Sparks Quelle: PR
Vive-Brille von HTC Quelle: REUTERS
FlugdrohnenDrohnen wie der Phantom 2 Quadcopter von DJI zählen zu den Publikumsmagneten der IFA. Das Geschäft mit ihnen nimmt Fahrt auf. "Drohnen entkommen 2015 der Nische und landen auf dem Massenmarkt", sagt DJI-Verkaufsleiter Martin Brandenburg. Der jährliche Umsatz mit Drohnen dürfte sich von 6,4 Milliarden Dollar im Jahr 2014 auf 11,5 Milliarden Dollar Mitte des nächsten Jahrzehnts verdoppeln, schätzt das Marktforschungsunternehmen Teal. Quelle: dpa
Mini-PC Revo Build von Acer Quelle: AP
Samsung SUHD TV UE82S9W Quelle: PR
9600-UHD-TV von Philips Quelle: PR
OLED-Fernseher TX-65CZW954 von Panasonic Quelle: PR
LG Watch Urbane Luxe Gemeinsam mit dem US-Einzelhändler Reeds Jewelers bringt LG Electronics die LG Watch Urbane Luxe ab Oktober auf den Markt. Die Uhr besteht aus 23-karätigem Gold sowie aus einem Krokodillederarmband. Laut Hersteller ist das Wearable auf 5000 Exemplare limitiert. Der Preis soll ungefähr bei 1000 US-Dollar liegen. Quelle: PR
Smartwatch Gear S2Samsung bringt eine Computer-Uhr, die Gear S2, mit neuen Funktionen auf den Markt. Die Smartwatch, die es in zwei Ausführungen geben soll, ist mit WLAN, Bluetooth und NFC ausgestattet. Der Akku soll laut Hersteller bis zu drei Tage halten und kabellos aufladbar sein. Wann die neue Smartwatch erhältlich ist und wie viel sie kostet, hat Samsung noch nicht bekannt gegeben. Quelle: REUTERS
Intelligentes Türschloss von Soular Soular hat ein intelligentes Türschloss auf den Markt gebracht, das der Nutzer per App steuern kann. Mit der Danalock-Version 125 ist es möglich, Dritten Zugang zum Eigenheim zu verschaffen – dauerhaft, aber auch zeitlich begrenzt. Trotz der Technologie lässt sich das Türschloss auch manuell öffnen, weil ein konventionelles Schlüsselloch vorhanden bleibt. Für die Datenübertragung kommt, je nach Variante, nur Bluetooth oder Bluetooth und Z-Wave zum Einsatz. Das Türschloss ist ab 199 Euro erhältlich. Quelle: PR
Lenovo Motorola Moto 360
Sonys scharfes XperiaAuf der IFA präsentiert Sony das schärfste Smartphone der Welt. Das Display des Xperia Z5 Premium  zeigt die Inhalte in Ultra-HD-Auflsöung. Das gab es bislang nur auf großen Fernsehern. Das High-End-Gerät soll im November für stolze 800 Euro in den Handel kommen. Zwei weitere Modelle des Xperia Z5 gibt es schon für einen geringen Preis, dann aber ohne Ultra-HD. Mit dem Z5 will Sony seiner schwächelnde Mobilfunksparte wieder Schwung verleihen. Quelle: AP
Huawei Mate S Quelle: REUTERS
Panasonic Nubo
Saugroboter Miele Scout RX1 Red Quelle: PR
Huawei Watch kommt nach DeutschlandIhre kluge Armbanduhr Huawei Watch haben die Chinesen bereits vor einem halben Jahr auf dem MWC in Barcelona vorgestellt. Im Rahmen der IFA verkündeten sie, dass die Smartwatch ab dem 23. September 2015 auch in Deutschland zu kaufen sein wird. Die Android-Uhr soll in sieben verschiedenen Varianten auf den Markt kommen: Insgesamt gibt es drei Modelle mit jeweils anderen Armbändern. In der günstigsten Version kostet die Huawei Watch 400, in der teuersten 800 Euro. Das ist Apple-Niveau. Quelle: dpa
Asus Zenwatch 2 Quelle: PR
Siemens Kühlschrank mit Kameras Quelle: Siemens
Vernetzte Küche von Siemens Quelle: Siemens

Wenn der Hobbykoch ein Steak brät, gibt es genau zwei mögliche Ergebnisse: zu zäh oder zu roh. Holger Henke kennt das Problem. Er kocht selbst gerne - „aber zu selten, wenn es nach meiner Frau geht“. Beim Fleisch gibt es viele Faktoren, die die Zubereitung erschweren. Wie dick ist das Stück? Hat der Metzger es mit Wasser aufgespritzt? Und wie viel Fett enthält es? Davon hängt ab, wie lange es die Pfanne sehen muss. Es ist eine kleine Wissenschaft.

Henke hat eine Lösung, die nicht nur seine Frau beeindrucken soll: Der gelernte Elektrotechniker hat mit seinem Start-up Cuciniale einen Sensor entwickelt, der Fleisch oder andere Lebensmittel automatisch analysiert und dem Hobbykoch Anweisungen aufs Smartphone oder Tablet schickt. Das hehre Werbeversprechen: Speisen auf Profiniveau. Mit „100 Prozent Gelinggarantie“.

Cuciniale will von zwei Trends profitieren, die im Gegensatz zueinander zu stehen scheinen - aber gerade dadurch eine Chance bieten. Einerseits ist es en vogue, aufwendig zu kochen, zusammengestellt mit Biozutaten aus der Region, gewürzt mit der Pfeffermischung „TNT“ aus dem Online-Shop und zubereitet mit japanischen Messern. Die vielen Shows im Fernsehen und Lifestyle-Magazine am Kiosk bezeugen den Trend.

Andererseits verbringen die Menschen aber immer weniger Zeit mit Hausarbeit, ob mit dem Staubsauger oder Kochlöffel in der Hand. Die Zeit für die tägliche Zubereitung von Mahlzeiten ist innerhalb von 20 Jahren von 85 auf 40 Minuten gesunken, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat.

Die wichtigsten Messe-Trends
Trend 1: Ultrahohe Auflösung und sattere FarbenUHD wird endlich massentauglich, versprechen die Aussteller der Messe IFA. Dabei ist eine  Auflösung von acht Millionen Bildpunkten bei großen, teuren Fernsehern schon länger üblich (hier ein Bild von der CES 2015). Nur in viele Wohnzimmer haben es die ultrahochauflösenden Bildschirme noch nicht geschafft, auch weil es bislang wenig Filme gibt, die deren Potenzial überhaupt ausnutzen. Doch die großen Studios haben bereits angekündigt, ihre kommenden Blockbuster anzupassen. Deshalb bohren die Hersteller ihre Produkte jetzt noch weiter auf. Dank „High Dynamic Range“ (HDR) sollen die kommenden Fernseher mit mehr Helligkeit und tieferen Schwarzwerten einen plastischeren Kontrast und mehr Tiefenwirkung ermöglichen – auch ohne zusätzliche 3D-Technologie. Neue Varianten an LCD und OLED-Bildschirmen versprechen insgesamt natürlichere Farben. Einen Run auf die neuen Geräte könnten die Hersteller gut gebrauchen, denn bislang scheint der TV-Markt gesättigt. Im ersten Halbjahr brach der Umsatz in Deutschland um 16,5 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein. Quelle: dpa
Trend 2: Noch mehr SmartphonesSchicker, schneller und vor allem größer: Seit Jahren versuchen die Smartphone-Hersteller sich mit neuen Superlativen zu übertrumpfen. Angesagt sind derzeit vor allem große Geräte mit mehr als fünf Zoll Bildschirmdiagonale und LTE-Funkverbindung. Beides seien ehemalige Premium-Merkmale, die nun schon in der Mittelklasse zu finden sind, sagte Arndt Polifke, Global Director für Telekommunikation beim Marktforscher GfK der Nachrichtenagentur dpa. "Die Herausforderung für die Hersteller besteht darin, Kaufanreize durch immer neue technische Spezifikationen zu bieten bei einem weitgehend gesättigten Markt in Deutschland und Europa." Oberklasse-Modelle kämen deshalb etwa mit innovativen Formfaktoren, Metallgehäusen, mit besseren Kameras, 4K-Videofunktion, Highend-CPUs, drahtloser Ladefunktion oder hochwertigen Displays daher. Das Geschäft der Handybauer läuft gut: Allein im Jahr 2015 sollen rund 25,5 Millionen Smartphones abgesetzt werden - plus sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Kein Wunder, dass die Hersteller stetig neue Modelle auf den Markt werfen. Unter anderem Sony hat bereits angekündigt, auf der IFA ein neues Smartphone enthüllen zu wollen – angeblich mit einer besonders guten Kamera. (Das Bild zeigt das Sony Xperia M4 aus dem Frühjahr 2015). Quelle: AP
Trend 3: Mehr Klang, mehr RäumeDie Gerätehersteller arbeiten nicht nur an einem besseren Bild, auch den Klang wollen sie aufgewerten. Für den Heimkinobereich sind derzeit Dolby Atmos und DTS:X angesagt, also Verfahren, die unter anderem einen besonderen 3D-Klang mit Höhendimensionen ermöglichen. So sollen die Zuschauer den Hubschrauber im Film tatsächlich über ihren Köpfen kreisen hören. Außerhalb des Heimkinos wird derweil das Ende des Kabels eingeläutet. „Lautsprecher, die über W-LAN oder Bluetooth Funkkontakt mit ihren Zuspielern pflegen, zählen zu den IFA-Trendprodukten für den guten Ton“, teilt der Veranstalter mit. Durch die Verknüpfung verschiedener Boxen lassen sich so schnell Mehr-Raum-Systeme aufbauen. Quelle: Presse
Trend 4: WearablesClevere Uhren und Fitness-Armbänder, die den Körper genau vermessen: Auch bei der IFA 2015 stehen „Wearables“ im Fokus. Der Trend „fördert nicht nur Sport und Spaß, er wird künftig auch telemedizinische Anwendungen stützen und somit dazu beitragen, dass ältere Menschen länger selbständig in ihren gewohnten Umgebungen leben können“, heißt es vom Messe-Ausrichter. Mit Spannung erwartet wird etwa die Vorstellung der neuen Samsung-Uhr "Gear S2" (Bild). Quelle: REUTERS
Trend 5: Smart Home „Smart Home“ ist auf der IFA seit Jahren ein Schlagwort (Bild von 2013). Langsam wird das vernetzte Zuhause aber auch für den Normalbürger greifbar. Selbst nach konservativen Schätzungen dürfte es bis 2020 mehr als eine Million Haushalte geben, die entsprechend mit moderner Haustechnik vernetzt sind, teilte jüngst der Verband der Internetwirtschaft eco mit. Selbst einfache Haushaltsgeräte werden mittlerweile mit eingebauter Intelligenz  verkauft.  So hat die neue Waschmaschinen-Serie von Siemens-Hausgeräte eine Dosierautomatik für das Waschmittel. Sensoren erfassen Textilart, Verschmutzungsgrad und Beladungsmenge, daraus wird die benötigte Waschmittelmenge errechnet. AEG mischt in einem Modell das Waschmittel zunächst vor und sprüht es auf die noch trockene Wäsche. So soll es beim Waschen schneller wirken. Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom können sich immer mehr Deutsche zudem vorstellen, sich Zuhause auf smarte Helfer und Assistenzsysteme zu verlassen. Deren Fähigkeiten reichen vom Erkennen unverschlossener Wohnungstüren bis zum Fußboden, der Alarm schlägt, wenn ein Bewohner stürzt. Mit Material von dpa Quelle: dpa

Schick kochen, aber bitte pronto! Etliche Unternehmen wollen von dieser Haltung profitieren. Da gibt es Start-ups wie Hello Fresh oder Kochzauber, die Boxen mit Lebensmitteln an die Haustür liefern und passende Gerichte empfehlen. „Und keine Angst: die Rezepte sind garantiert einfach und schnell nachgekocht!“, beruhigt die Firma auf ihrer Website.

Auf der IFA zeigen diverse Aussteller praktische Küchenhelfer. Bosch etwa hat einen Herd, der die Temperatur in einem ausgewählten Bereich hält, damit das Essen nicht anbrennt. Und Küchenmaschinen im Stile des Thermomix versprechen die Zubereitung von Suppen und Saucen ohne viel menschliches Zutun.

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