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Vernetztes Haus wird Realität Handy wird zur Fernbedienung für Ihr Leben

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Fernbedienung für die Katze

Fern-sehen: Kamera- und Handyfotos erscheinen zeitgleich auf dem TV-Gerät Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche

Vieles davon wird nun Realität. „Spätestens in zwei Jahren ist die Heimautomation im Massenmarkt angekommen“, sagt Michael Schidlack, Experte für Heimvernetzung beim High-Tech-Verband Bitkom. Bis 2017 soll der weltweite Umsatz mit der Technik auf 41 Milliarden Dollar wachsen, erwarten die Marktforscher von Strategy Analytics. Experten vom Mobilfunkausrüster Ericsson schätzen, dass sich bis 2020 rund 50 Milliarden Sensoren und Geräte in den globalen Datenstrom einklinken.

Beste Voraussetzungen für die Digitalisierung des Alltags auf breiter Front. Denn immerhin sind drei von vier Deutschen bereit, vernetzte Geräte daheim einzusetzen, haben die Meinungsforscher von TNS Infratest herausgefunden. Und schon jetzt sind besitzt jeder zweite deutsche Handynutzer ein Smartphone (siehe Grafik).

Wie viele deutsche Handynutzer ein Smartphone besitzen. Zum vergrößern auf das Bild klicken

Was Millionen von Deutschlands Stubentigern dann bevorsteht, erlebt unsere Katze Paula eines Abends im August, als ich ihr den vertrauten Futternapf entwende. Dort steht nun ein schicker, dunkler Kasten. Man könnte ihn für eine Kaffeemaschine halten, aber es handelt sich um den ersten Futterautomaten mit WLAN-Anschluss, entwickelt vom kalifornischen Startup Pintofeed. Wir haben ihn uns per Express-Post aus den USA schicken lassen.

Das Smartphone sagt ob die Katze gefressen hat

Wenn ich morgens vergesse, Paula zu füttern, reicht es, zum Handy zu greifen und den Automaten vom Büro aus zu aktivieren. Schon prasseln Futter-Pellets in eine Schale, als hätte Paula den Jackpot eines einarmigen Banditen in Las Vegas geknackt. Dabei dosiere ich die Futtermenge per App auf wenige Gramm genau, damit sich das Tier keine Diabetes anfuttert, und erhalte sogar eine Meldung aufs Handy, wenn unsere Katze etwas gefressen hat.

All das funktioniert ganz simpel, mit ein paar Fingerbewegungen auf dem Display meines Smartphones. Es ist die Folge des tief greifenden technologischen Wandels, der vor sechs Jahren mit der Erfindung des iPhones begann. Seine intuitive Bedienung und die ständige Verbindung mit dem Internet haben Standards gesetzt.

Das merke ich an fast allen elektronischen Helferlein, die ich nun vom Telefon aus aktiviere. In der Regel muss ich mich beim Gebrauch nicht mehr mit der verschrobenen Logik technikverliebter Ingenieure herumschlagen. Ob ich die Farbe meiner LED-Deckenleuchten anpassen oder den Mietwagen per Handybefehl aufsperren will: Das meiste erschließt sich so spielerisch, wie der Aufruf des lokalen Wetters am iPhone.

Sogar herkömmliche Kaffeemaschinen können vernetzt werden

Das gilt nicht nur für die Bedienung von Apps und Gadgets, wie wir erleichtert feststellen, als wir die Technik aufbauen. Mussten für den Aufbau ganzer Heimnetzwerke vor Kurzem noch Handwerker anrücken, die Wände aufstemmen und Hunderte Meter Kabel verlegen, geht das jetzt bequem via Funk. Bei Philips’ Lampensteuerung Hue, den elektronischen Heizungsventilen von RWE oder Einbruchsensoren von Gigaset reichen drahtlose Basisstationen, um die Technik mit Internet und Smartphone zu koppeln.

Und selbst herkömmliche Lampen, Kaffeemaschinen oder Wäschetrockner ohne Funkchip lassen sich mit einem Trick per Smartphone steuern.

Dafür reicht es, elektronische Lüsterklemmen von dem Schweizer Haustechnikanbieter Aizo zu installieren. Dessen Digitalstrom genannte Technik nutzt das Stromnetz als Datenautobahn, um angeschlossene Geräte von Ferne zu aktivieren oder ihnen den Saft abzudrehen.

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