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Von Nullen und Einsen

Smartmeter noch nicht smart genug

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Was am Stromanschluss passiert

Stromzähler Quelle: AP

Bleibt die Datenerfassung, also die Möglichkeit, endlich einmal zu sehen, was die häuslichen Gerätschaften so alles durch die Leitung saugen. Hier kann ein Smartmeter tatsächlich ein echter Augenöffner sein. Die Möglichkeit, genau zu sehen, was am Stromanschluss passiert, wenn man den Herd oder den Trockner andreht, die Spülmaschine loslaufen lässt, den Haartrockner anstellt oder die 60-Watt-Birne brennen lässt, schafft ein neues Verbraucherbewusstsein. Durch die Visualisierung des Stromverbrauchs in Echtzeit, den moderne Geräte samt Weiterleitung an diverse Gerätschaften vom PC über das Smartphone bis hin zum Fernseher ermöglichen, lassen sich Veränderungen der Last sofort wahrnehmen. Die Motivation, "grünere" Technik zu kaufen, steigt dadurch deutlich.

Eingriff in die Privatsphäre

Allerdings verhält es sich mit der beim Smartmetering auftretenden Datenflut nach ersten Erfahrungswerten wie mit anderen technischen Spielzeugen der Neuzeit: Was anfangs noch spannend erscheint, wird später - siehe Beispiel obiger Großversuch - ignoriert. Die Daten werden aber stets weiter erfasst, was wiederum eine ganz andere Fragestellung induziert: Wie sensibel sind solche Informationen eigentlich? Tatsächlich lassen sich aus Smartmeter-Daten über Profilvergleiche Rückschlüsse ziehen, welche Geräte ein Nutzer verwendet und wann. Und potenzielle Sicherheitslücken existieren ebenfalls.

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Der europäischer Datenschutzbeauftragte (EDB) ist auf die Problematik bereits aufmerksam geworden und meint, dass die Technik durchaus das Potenzial hat, in die Privatsphäre der Kundschaft einzugreifen. Denn nicht nur für Kraftwerksbetreiber ist es spannend, zu wissen, wann es besonders hohe Lastspitzen gibt oder wann bestimmte Geräte eingeschaltet werden - auch Marketingleute interessieren sich für solcherlei Material. "Informationen über den Energieverbrauch können von hohem kommerziellen Wert sein", heißt es denn auch in einem EDB-Einschätzungsbericht. Mit anderen Worten: Die Energiekonzerne sind in der Pflicht, den Schutz der Privatsphäre gleich in ihre Smartmeter einzubauen.

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