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Von Nullen und Einsen

Wege aus dem Kabelchaos

Seit Jahrzehnten schon versprechen uns die Elektronikfirmen, zuhause und im Büro aufzuräumen mit dem Gewirr an Strippen und Verbindungen. Doch trotz WLAN, Bluetooth oder WirelessHD scheint das Kabelchaos Jahr für Jahr eher schlimmer zu werden. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan mit fünf Gerätetipps, die Abhilfe schaffen.

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Die Charge-Box von Konstantin Slawinski lässt Netzteile von Handy, MP3-Player und Kamera elegant in einem Stahlkasten verschwinden. Quelle: Pressebild

High-End ohne Hindernisse

Die gute, alte Hifi-Box ist vieles, nur drahtlos war sie nie: Stets verlief immer mindestens ein Lautsprecherkabel pro Stück zum Verstärker. Zwar gab es hier und da Surroundsysteme ohne Kabel, doch deren Klang konnte oft nicht überzeugen. Die dänische High-End-Schmiede Dynaudio erteilte drahtloser Audiotechnik dementsprechend lange eine Absage.

Das Lautsprechersystem Xeo von Dynaudio(zum Vergrößern bitte Bild anklicken). Quelle: Pressebild

Mit dem gerade erschienenen Lautsprechersystem Xeo, das es als Regal- oder als Standbox ab 1.500 Euro pro Paar zu kaufen gibt, ändert sich das nun. Das Ausgangssignal kommt hier von einem Transmitter, an den man vom iPhone bis zur audiophilen Großanlage alles anschließen kann, was vorstellbar ist. Die Übertragung erfolgt kompressionslos, Verstärker sind in den Boxen integriert. Für die Lautsprecher werden nur noch Stromanschlüsse benötigt.

Aufgeblasenes iPad

Die Apple-TV-Boxist eine komische Kiste: Der Hersteller verkauft sie zwar bereits seit 2007, sie gilt bei dem Computerkonzern aber firmenintern nur als "Hobby". Sinnvoll ist die Multimedia-Schachtel auf den ersten Blick nur für Menschen, die viele Inhalte aus Apples hauseigenem iTunes Store erworben haben und sie auf einem Fernseher abspielen wollen - seien es nun TV-Sendungen, Kinofilme oder Musikalben.

Die Apple-TV-Boxist (zum Vergrößern bitte Bild anklicken). Quelle: Pressebild

Mit Apple TV geht aber noch mehr: Seit dem Software-Update 5.0 für iPhone, iPad und iPod touch kann man mit Hilfe der Drahtlos-Technik AirPlay diese iOS-Geräte drahtlos an jeden Flachbildschirm mit HDMI-Eingang anbinden. So kann man ein Spiel wie "Real Racing 2 HD" auf einem iPad steuern und gleichzeitig auf dem Riesenschirm im Wohnzimmer betrachten. Auch möglich ist das Anzeigen anderer Inhalte - etwa Präsentationen oder YouTube-Videos. Einzige Voraussetzung: Die Multimedia-Box und das iOS-Gerät müssen sich im gleichen WLAN befinden und selbiges sollte über ausreichende Kapazitäten verfügen.

Nest für Netzteile

Immer mehr portable elektronische Geräte bedeuten auch immer mehr Netzteile samt Strippen, um sie aufzuladen. Wer hier endlich einmal aufräumen möchte, sollte sich die Charge-Box von Konstantin Slawinski ansehen. Dabei handelt es sich um einen Stahlkasten mit herausnehmbarer Filzablage, die über mehrere Öffnungen verfügt. Die Idee: Die Netzteile verschwinden in der Box, in der man eine Mehrfachsteckdose platziert. So führt nur noch ein einziges Kabel aus der Charge-Box heraus zur Steckdose. Die Anschlusskabel der Netzteile werden wiederum zur Ablage geführt - und zwar nur jeweils so kurz, wie man sie braucht.

Kommt man dann mit Smartphone oder MP3-Spieler nach Hause, legt man sein Gerät auf die Ablage und schließt nur noch das Kabel an - fertig. Die Charge-Box ist dabei groß genug, um drei bis fünf verschiedene Geräte samt Netzteil aufzunehmen. Etwas nervig ist nur die Bestückung, weil die Ablage samt Stahlunterstück doch recht schwer ist. Zum Preis von 79 Euro erhält man trotzdem eine durchdachte Lösung, die man beispielsweise auf der Kommode neben der Haustür platzieren kann. Die Charge-Box wird in schwarzer und weißer Lackierung und mit roter, grauer und schwarzer Filzablage verkauft.

Intelligente Mehrfachsteckdose und ein Anker für Kabel

Einfach wie genial - Der Powersquid von Philips bietet genügend Luft zwischen den einzelnen Anschlüssen. Quelle: Pressebild

Tintenfisch für Strom

Mehrfachsteckdosen sind, wenn man sich einmal näher mit ihnen beschäftigt, nicht besonders schlau. Der Grund: Immer mehr Geräte werden mit Steckernetzteilen aufgeladen, die recht breit sind. Schlimmstenfalls passen dann in eine 6-fach-Mehrfachsteckdose nur drei Netzteile, egal ob die Steckdosen nun waagerecht oder schräg verbaut wurden. Genau hier hilft der Powersquid von Philips. Statt aus einer Leiste besteht der Elektro-Tintenfisch aus fünf Steckdosen, die flexibel an Kabeln hängen. Diese wiederum führen zu einem Einschaltteil samt Überspannungsschutz.

Mit dieser Bauart kann man sicher sein, dass sich alle Anschlüsse der Mehrfachsteckdose ausnutzen lassen - es ist stets genügend Luft zwischen den Anschlüssen. Nur schön ist die mit 40 Euro bepreiste Anschlusslösung nicht, weil sie als Verteiler viele Geräte gleichzeitig samt entsprechender Strippen zu versorgen hat. Da bietet sich dann an, den PowerSquid einfach - mit genügend Luft! - unter einem Regal zu platzieren.

Puck gegen Abstürze

Der OneLessDrop von Heckler Design (zum Vergrößern bitte Bild anklicken). Quelle: Pressebild

Der OneLessDrop von Heckler Design ist das einfachste hier vorgestellte Produkt gehen den Kabelirrsinn: Es ist ein sogenannter Power Cord Anchor, ein Anker für Strom- und Datenkabel. Die Idee: Besitzer von portabler Elektronik wie Laptops kämpfen häufig mit dem Problem, dass die Netzstrippe auf dem Schreibtisch auf den Boden rutscht [--] und das besonders häufig dann, wenn man sie braucht. Der OneLessDrop ist ein solider kleiner Metallklotz mit hübschem Finish, den man sich beispielsweise neben dem Bildschirm platzieren kann.

In Arbeit
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Oben hat der Strippenanker eine Einkerbung, in die ein Stromkabel (notfalls auch mehrere) passt. Gehalten wird es vom Stecker. Als Extra befindet sich auch unten noch eine kleinere Einkerbung, die sich beispielsweise für iPhone-Strippen nutzen lässt, die ebenfalls gerne vom Tisch fallen. Gehalten wird der OneLessDrop von rutschfesten Gummifüßen. Beim Preis liegt der Metallpuck mit 25 Dollar plus Versandkosten zwar im einem vergleichsweise hohen Segment, Verarbeitungsqualität und Nutzen lassen die Investition aber schnell verschmerzen.

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