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Windows 10 Microsoft überrascht mit Geräte-Offensive

Microsoft hat in New York eine ganz Palette von neuen Computern mit dem Betriebssystem Windows 10 vorgestellt: eine Datenbrille, leistungsstarke Handys, ein neues Tablet. Am Ende gab es eine Überraschung.

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Hassobjekt, Marktbeherrscher, Nachahmer
Die Belegschaft von Microsoft im Jahr 1978 Quelle: AP
Im Jahr 1981 posieren Bill Gates (rechts) und Paul Allen. Bill Gates hat sich mittlerweile auf eine Beraterrolle im Unternehmen zurückgezogen und ist als Philanthrop tätig. Paul Allen hat ebenfalls Milliarden mit Microsoft gemacht, spendet einen Teil seines Vermögens. Er investiert aber auch etwa in Sport-Mannschaften. Ihm gehören die Seattle Seahawks (American Football) und die Portland Trail Blazers (Basketball). Quelle: dpa/picture-alliance
Bill Gates stellt Microsoft XP vor Quelle: AP
Die Packung der ersten Version des Betriebssystems Microsoft Windows. Das damals als Erweiterung zu MS-DOS veröffentlichte Programm kam erstmals 1985 auf den Markt. In den Folgejahren sollte Windows das Fundament für ein Milliardenimperium werden. Es war allerdings nicht das erste Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche – IBM und Apple hatten bereits vorher die Idee umgesetzt. (Foto: Szilveszter Farkas) Quelle: Creative Commons
Ein undatiertes Foto zeigt den jungen Bill Gates in seinem Arbeitszimmer. Zum Start von Windows 1.0 gab es weltweit lediglich sechs Millionen Personal Computer. Erst rund fünf Jahre später, im Jahr 1990, gelang dem Software-Entwickler aus Redmond ein durchschlagender Erfolg mit Windows 3.0. Quelle: picture-Alliance/dpa
Bill Gates stellt die Version 95 des Betriebssystems vor. Quelle: dpa
 Ein Finger zeigt auf die Office Apps von Microsoft: Exel (l-r), Powerpoint und Word, die auf einem iPad Air zu sehen sind. Quelle: dpa

Ein Betriebssystem für alle Plattformen – das ist das große Versprechen von Windows 10, dem neuen Betriebssystem von Microsoft. Nun hat der Konzern in New York eine ganze Palette von Geräten vorgestellt, die mit der neuen Unisex-Software laufen – und dabei Funktionen vorgestellt, die es so bisher noch nirgends gab.

Die meisten Gerüchte vor der Präsentation rankten um neue Smartphones für Windows 10. Und Microsoft erfüllte die Erwartungen: Die neuen Modelle Lumia 950 und Lumia 950 XL haben das Zeug, zu Apples IPhone 6S und Samsungs Galaxy S6 aufzuschließen – etwa mit einer 20-Megapixel Kamera, die besonders lichtstark sein soll. Mit Bildschirmdiagonalen bis zu 5,7 Zoll folgen die neuen Telefone dem Trend zum Phablet.

Wie Windows wurde, was es ist

Beide Handys haben den neuen USB-C-Anschluss, der nicht nur schlank und superschnell ist, sondern auch Videodaten überträgt – etwa auf einen externen Bildschirm. Obendrein überträgt die Datenverbindung auch mehr elektrische Leistung. Das ermöglicht eine neue Schnellladefunktion: Die Akkus der Lumia-Handys sind binnen einer halben Stunde zu mehr als 50 Prozent aufgetankt. Einzigartig ist vor allem eine Funktion namens Continuum. Mit ihr werden die Lumia-Handys zu vollwertigen Computern. Über ein spezielles Dock, ein Gerät etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel, verbindet der Nutzer das Telefon mit Bildschirm, Tastatur und Maus. Dann kann er Windows 10 per Handy so nutzen wie an einem Computer – und sogar gleichzeitig das Telefon als solches weiterbedienen. Möglich macht das unter anderem der eingebaute Snapdragon-810-Prozessor, einer der schnellsten Prozessoren für Mobiltelefone.

 

So sieht das neue Windows 10 aus
Microsoft Quelle: dpa Picture-Alliance
Windows 10 Quelle: dpa Picture-Alliance
Windows 10 Quelle: dpa Picture-Alliance
Windows 10 Quelle: REUTERS
Windows 10 Quelle: dpa Picture-Alliance
Windows 10 Quelle: dpa Picture-Alliance
Windows 10 Quelle: Presse

Ab November werden die neuen Lumia-Telefone im Handel sein – zu Preisen ab 549 Dollar. Dass die Handys Microsofts Betriebssystem endlich auch auf Mobilgeräten mehr Marktanteile verschaffen, ist dennoch fraglich. „Kein anderer Handyhersteller steigt auf das Microsoft-Betriebssystem um“, sagt Annette Zimmermann, Smartphone-Expertin beim Marktforscher Gartner. Googles System Android sei einfach zu stark.

 

Computer sind überall präsent

Mehr Wucht dürfte eine weitere Neuvorstellung an diesem Dienstag entwickeln – die neue Version des Microsoft-Tablets Surface. Dessen Vorgänger komme erhalte bei den Kunden „wahnsinnig gutes Feedback“, sagt Zimmermann. „In den letzten Quartalen ist der Absatz stark gewachsen.“ Mit dem Update seines Tablets steht Microsoft in Konkurrenz zum neuen iPadPro von Apple, das erstmals mit Tastatur und Stylus daherkommt.

 

Nun hat Microsoft sein Tablet deutlich aufgemotzt: Das Surface Pro 4 hat trotz gleicher Baubreite ein größeres Display, ist schlanker geworden (8,4 Millimeter Tiefe) und hat nun auch einen Fingerabdruckscanner in der Tastatur, die wieder in der Schutzhülle integriert ist. Zudem erhält das Gerät einen neuen Stift, der feinfühliger auf Druck reagiert, am Ende einen elektronischen Radiergummi trägt und dessen Akku nur einmal jährlich geladen werden muss. Ein Update erhielt am Dienstag auch Microsofts Fitness-Band: Das neue Microsoft-Band hat eine Reihe von neuen Sensoren an Bord: Ein barometrischer Höhenmesser zählt jede Treppenstufe, die der Nutzer bewältigt. Ein optischer Sensor misst den Puls. Obendrein ist Microsofts virtueller Assistent Cortana integriert, so dass der Nutzer dem Band per Spracheingabe Infos entlocken kann. Ab dem 30. Oktober ist das Gesundheits-Armband im Handel – Preis: 249 Dollar.

Von MS-DOS bis Windows 10
Gründung Quelle: dpa/picture-alliance
MS Dos Quelle: dpa Picture-Alliance
MS DOS Quelle: dpa Picture-Alliance
Windows 2 Quelle: Presse
Microsoft NT Quelle: Presse
Bill Gates stellt die Version 95 des Betriebssystems vor Quelle: dpa
Windows 98 (1998)1998 kommt Windows 98 als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt. Mit der 98er-Version unterstützt das Microsoft-Bertiebssystem unter anderem erstmals von Haus aus den damals neuen USB-Standard und auch die Verwendung von mehreren Monitoren an einem Rechner. Quelle: REUTERS

Microsoft verabschiedet sich damit vom PC als alleinigen Rechner – und will Computer überall präsent machen. Am deutlichsten macht das die neue Datenbrille Hololens, die der Konzern noch einmal vorstellte: Auf der Videoleinwand sahen die Zuschauer, wie die Brille dem Nutzer auf der Bühne virtuelle Computerspielgegner einblendete. Dabei vermischten sich reale und virtuelle Welt auf faszinierende Weise: Digitale Roboter boxten sich durch eine echte Holzwand. Pixel-Skorpione krabbelten auf einem realen Sofa. Ziel sei es, eine ganz neue Gerätekategorie zu entwickeln, sagte ein Microsoft-Sprecher. Erstmals rief der Konzern Entwickler auf, Programme für seine Holo-Brille zu entwickeln. Anfang 2016 können Programmierer die Datenbrille für 3000 Euro bestellen.

 

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Eine Überraschung gab es dann noch zum Schluss der Keynote: Erstmals in der Firmengeschichte stellte Microsoft einen eigenen Laptop vor. Das Surface-Book dürfte mit einem Preis von 1499 Dollar als Konkurrent für Apples MacBook Pro gedacht sein – und punktet mit hochauslösendem Display und einer Akkulaufzeit von 12 Stunden. Der besondere Clou: Die Tastatur lässt sich abnehmen – und der Laptop wird zum Tablet. Das Gerät soll schließlich auch dem Betriebssystems Windows 10 Rückenwind geben. Zehn Wochen nach dessen Start ist es bereits auf 110 Millionen Geräten installiert – das darf Microsoft durchaus als Erfolg verbuchen. Mit seiner neuen Geräte-Palette folgt der Konzern auch dem Vorbild Apples, dessen Ökosystem aus Soft- und Hardware seit Jahren enorm erfolgreich ist. Ob der Windows-Hersteller nun aber auch die Smartphone-Welt erobert – das ist noch das große Fragezeichen.

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