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Wireless Sound Musik ohne Kabel - werden Technikfans drahtlos glücklich?

Die Elektronik-Branche darf sich über einen neuen Boom freuen. Musikliebhaber sind begeistert von drahtlosen Lautsprechern und Musikanlagen. Welche Möglichkeiten das eröffnet – und was die Technik noch nicht kann.

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Die besten Wireless-Musiksysteme
Sonos Play:1Sonos gehört zu den Pionieren der drahtlosen Heimvernetzung. Clou des Systems ist, dass es fast beliebig ausbaubar ist. Nach dem Anschluss der sogenannten Bridge an den Internetrouter, kann der Nutzer in jedem Zimmer einen Aktivlautsprecher aufstellen, der von der Bridge ins Netzwerk eingebunden wird. Statt der Bridge kann man auch gleich einen Sonos-Player nehmen. Die Sonos-Lautsprecher holen sich die Musik von jeder Quelle, die über Bridge und Router ins Netzwerk eingebunden ist. Aus dem Web vom Internetradio, von der Netzwerk- Festplatte (NAS, Network Attached Storage) mit Media-Server oder von Tablet und Smartphone. Auch Amazons Cloud-Player versteht sich mit dem Sonos-System. Laut Hersteller funktioniert die Installation des Musiknetzwerks auf Tastendruck. Die Reichweite des Netzwerks beträgt laut Hersteller mehr als neun Meter. Dafür nutzen die Sonos-Komponenten die von Internetroutern her bekannte MIMO-Technik (MIMO, Multiple Input, Multiple Output), bei der mehrere Empfangs- und Sendeantennen gleichzeitig im Einsatz sind. Über Smartphones oder Tablets kann der Anwender im die Musikwiedergabe steuern, entweder nur für den Raum, in dem er gerade Musik hören will oder für alle Räume. Der Lautsprecher Play:1 ist als Einstieg in das Sonos-System gedacht. Im Inneren des Play:1 werkeln ein Mitteltöner und ein Hochtöner. Für Stereowiedergabe muss man sich allerdings einen zweiten Play: 1 kaufen. Wer mehr Bass braucht, kauft noch einen Subwoofer. Das Sonos-System ist sehr variabel und lässt sich auch zu einer 5.1-Surroundanlage zusammenstellen. Eine voll ausgebaute Sonos-Anlage gehört sicher zu den bedienfreundlichsten musikalischen Heimnetzwerken, geht aber ganz schön ins Geld. Preis: 199 Euro (inklusive Bridge) Sonos Play:1 Quelle: Presse
Bose Sound Touch 30 Wi-Fi Music SystemDas Sound Touch ist über den drahtlosen WLAN-Anschluss ans Heimnetzwerk anschließbar. Damit ist der Zugang zu Internetradio oder der Musiksammlung auf dem heimischen Media-Server offen. Auch Apples Airplay wird unterstützt. Sechs Voreinstellungen speichern die beliebtesten Musikquellen oder auch Wiedergabelisten. Eine App -– erhältlich für Apples iOS und Android – dient zum Steuern der Anlage und Navigieren durch die Playlists. Der US-amerikanische Hersteller Bose ist in Deutschland in den 70er Jahren durch seine Lautsprechersysteme 301 Direct/Reflecting Speaker bekannt geworden. Preis: 699,95 Euro Sound Touch 30 Wi-Fi Music System Quelle: Presse
Bose Acoustic Wave Music System IIEigentlich ist Boses Wave Music System eine altmodische Musikanlage mit UKW-MW-Radio, CD-Player, Verstärker und Lautsprecher. Durch den mit Bluetooth Music Adapter kann man aber auch Bluetooth-fähige Geräte wie Tablets oder Smartphones verbinden und die Musik auf die Anlage streamen. Preis: 1199,90 Euro Acoustic Wave Music System II mit Bluetooth Music Adapter Quelle: Presse
Bowers & Wilkins Zeppelin AirEin Lautsprechersystem, das entweder als Dock für iPod und iPhone dient oder sich die Musik über Apples Airplay drahtlos von iTunes holt. Da iTunes auch auf Windows-PCs läuft, ist man also nicht auf Apple-Mobilgeräte angewiesen. Die Smartphone-App zum Steuern der Anlage ist allerdings nur für iOS erhältlich. Preis: 600 Euro Bowers & Wilkins Zeppelin Air
Canton Your World FlexidelityEin komplettes drahtloser Musikwiedergabesystem mit Lautsprechern, Dockingstation für iPod und iPhone sowie USB-Adapter. Die Reichweite beträgt bis zu 20 Meter. Das System ermöglicht die Einrichtung verschiedener "Klangzonen" und spielt in unterschiedlichen Räumen jeweils ein eigenes Programm. Your World ist in ganz unterschiedlichen Konfigurationen erhältlich, beispielsweise mit iPhone-/iPod-Dock oder mit USB-Adapter. Eine Fernbedienung liegt jeweils bei. Preis: 598 Euro (Starter Pack Stick Solo (USB-Adapter); 648 Euro (Starter Pack Dock Duo für iPod/iPhone) Canton Your World Quelle: Presse
Philips Fidelio Stereo Sound Tower DTM9030Ein Standlautsprecher mit 160-Watt-Verstärker und RDS-Radio. Apples iPod oder iPhone können über das Dock angeschlossen werden. Ein CD-Player ist integriert. Der Soundtower beherrscht auch Bluetooth, damit auch Tablets und Smartphones ihre Musik in den Sound Tower streamen können. Preis: 799,99 Euro Fidelio Sound Tower DTM9030 Quelle: Presse
Philips Fidelio A2 HiFi-Receiver AW2000Der Fidelio ist als Zusatzgerät zu Passivlautsprechern gedacht. Diese werden via Kabel an den 100-Watt-Receiver angeschlossen. Der Receiver selbst ist mit WLAN-Modul ausgestattet und kann so drahtlose Musik-Streams von Tablet, Media-Server, Smartphone oder Webradiostationen empfangen. Preis: 239 Euro Fidelio A2 HiFi-Receiver AW2000 Quelle: Presse

Reden wir über die hässlichen Seiten des Home Entertainment. Sie hören auf den Namen Staub und Kabelsalat. Der mit Klavierlack veredelte Hi-Fi-Lautsprecher, der Surround-Receiver mit fein gebürsteter Aluminiumfront oder der klassische Vinyl-Plattenspieler, sie alle mögen noch so schön sein, spätestens ein paar Wochen nach dem Kauf ereilt sie alle das gleiche Schicksal. Dann starrt der Besitzer missmutig auf den Kabelsalat hinter den Geräten, zwischen dem sich hässliche Staubflocken sammeln.

Neuerdings scheint sich auch für dieses Problem eine Lösung anzubahnen. Sie hört auf Namen wie Heimvernetzung oder Multiroom. Das klingt zunächst einmal ganz schön kompliziert. Allen Komponenten gemeinsam ist jedoch, dass sie ohne Kabel auskommen, weil sie die Daten, sprich: die Musik, per Funk weitergeben. Sogar die fünf Meter langen Lautsprecherstrippen gehören damit der Vergangenheit an.

Wer sich im Internet oder auf Hi-Fi-Messen umsieht, wird schnell feststellen, dass es praktisch keinen namhaften Hersteller mehr gibt, der nicht wenigstens einen Lautsprecher mit Drahtlos-Anschluss im Angebot hätte. War es vor drei oder vier Jahren die iPod-Docks, die der Branche Auftrieb gaben, sind es jetzt die Wireless-Systeme.

Die besten Wireless-Kopfhörer und Mini-Lautsprecher
Philips Fidelio M1BTBLBequemes ohrumschließendes Headset mit Bluetooth-Empfang und zwei Mikrofonen. Ideal zum Musikhören über Smartphones. Bedienknöpfe an der Ohrmuschel für das Anrufmanagement. Preis: 249,99 Euro Fidelio M1BTBL Quelle: Presse
Sennheiser RS 220Der RS 220 ist ein ohrumschließender Funkkopfhörer. In Innenräumen beträgt die Reichweite laut Hersteller bis zu 30 Meter. Lautstärke- und Balanceregler sowie Ein-Aus-Schalter sind am Hörer angebracht. Die dicken Velourpolster sollten bequemen Sitz gewährleisten. Die Sendestation dient auch zum Aufladen der Akkus, wenn der Kopfhörer darauf abgelegt wird. Preis: 449,00 Euro RS 220 Quelle: Presse
Philips SHD9200/10Funkkopfhörer mit verlustfreier digitaler Übertragung und "3D-Sound-Technologie", die ein besonders räumliches Klangerlebnis bringen soll. Preis: 199,99 Euro SHD9200/10 Quelle: Presse
JBL SparkDer kompakte JBL-Lautsprecher holt sich die Musik via Bluetooth. Der Lautsprecher im Megafon-Look ist in fünf verschiedenen Farben erhältlich. Im Gehäuse stecken zwei Lautsprecher mit 40-mm-Treiber. Eine Fernbedienung ist ebenfalls im Lieferumfang. JBL, bekannt geworden durch Lautsprecher, gehört inzwischen ebenso wie der Kopfhörerspezialist AKG und Infinity zum Harman-Konzern. Preis: 129 Euro JBL Spark Quelle: Presse
Jawbone Mini JamboxEin sehr kompakter Lautsprecher für den Anschluss an Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablets. Die Musik wird per Bluetooth oder auch über Kabel (3,5 Millimeter Klinke) übertragen. Gesteuert wird die Jambox über ein App, die für iOS und Android erhältlich ist. In vielen Farben erhältlich. Preis: 179,95 Euro Jawbone Mini Jambox Quelle: Presse
Philips Sound Shooter Bluetooth-LautsprecherDer sehr kompakte Lautsprecher passt in die Handfläche und empfängt Musik via Bluetooth vom Smartphone oder Tablet. Durch das eingebaute Mikrofon ist der Sound Shooter auch als Freisprecheinrichtung fürs Handy nutzbar, sinnvoll unter Umständen, wenn die Stimme des Gesprächspartners besonders laut übertragen werden soll. Preis: 49,99 Euro Philips Sound Shooter
Samsung Bluetooth-Speaker DA-F61Ein kompakter Lautsprecher für die Wiedergabe der Musik vom Smartphone. Wird einfach ans Handy gehalten, über die Technik NFC (NFC, Near Field Communication) "erkennen" sich die Geräte und können so Daten austauschen. Die Musik wird via Bluetooth übertragen. Wird gern genutzt von Menschen, die auf Reisen, beispielsweise im Hotel ein Zimmer mit Musik beschallen wollen. Auch an Samsung-Fernseher lässt er sich anschließen und dient so als Zusatzlautsprecher. Das bringt bessere Sprachverständlichkeit, ohne dass die Gesamtlautstärke des TV-Geräts erhöht werden muss. Preis: 299 Euro Samsung Bluetooth-Speaker DA-F61 Quelle: Presse

Wireless wird zum Massenmarkt

Aber vermutlich ist es nicht alleine das Problem mit Staub und Kabelsalat, dass die Unterhaltungselektronikbranche in den letzten Monaten ihr Angebot an Wireless-Komponenten massiv ausgebaut hat. Das legen Zahlen der Marktforscher von der GfK nahe. Demnach entscheiden sich immer mehr Verbraucher für Elektronik-Gadgets mit Drahtlos-Technik. So ist der Markt für Audio-Streaming in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den Niederlanden im ersten Halbjahr 2013 um 68 Prozent gewachsen. Portable Lautsprecher stoßen geradezu auf Begeisterung. Der Umsatz von Bluetooth-Lautsprechern hat sich im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 mehr als verdoppelt.

Für die Industrie lohnt es sich also, vorhandene Lautsprecher mit Drahtlostechnik aufzurüsten, in ein schickes buntes Gehäuse zu verpacken und dann mit einem satten Lifestyle-Zuschlag zu verkaufen.

Wer als Verbraucher bereit ist, ein paar Euro hinzulegen, darf sich aber tatsächlich auf einen erheblichen Komfortgewinn und praktische Funktionen wie Multiroom-Tauglichkeit freuen. Wenn da nicht die Sache mit dem Netzwerk wäre.

Einfache Installation trotz Netzwerk?

Die besten Wireless-Lautsprecher
Kef X300A WirelessKompakte Box vom britischen Lautsprecherspezialisten Kef. Die X300A Wireless akzeptiert Audiosignale über Apples Airplay und DLNA. Der Zweiweg-Lautsprecher mit Bassreflex-Technik ist die drahtlose Variante eines hochwertigen PC-Lautsprechers. Das Verstärkerteil leistet jeweils 20 Watt Sinus, genug für kleinere Wohnräume. USB-Anschluss und 3,5-mm-Klinke sind ebenfalls vorhanden. Preis: 999 Euro X300A Wireless Quelle: Presse
Audio Pro LV3Interessante Standbox des schwedischen Unternehmens Audio Pro, die Musik teilweise indirekt, nämlich nach oben abstrahlt und nach unten abstrahlt, so wird der Hörer unabhängiger von einem festen Hörplatz. Der 3-Wege-Lautsprecher wird von einem 35-Watt-Verstärker angetrieben. Das System arbeitet mit einem eigenen Übertragungsprotokoll im 2,4-GHz-Band. Audiosignale können so unkomprimiert und verlustfrei übertragen werden. Um die Übertragung der Signale zu schützen, sucht das System selbstständig nach störanfälligen Kanälen und schaltet dann auf eine andere Frequenz um. Über Apples Airplay gibt das System Musik aus der iTunes-Bibliothek wieder. Außerdem kann man Geräte über USB oder 3,5 Millimeter Klinke an das Sendemodul anschließen. Preis: 1.600 Euro (Paarpreis) Audio Pro LV3
Dynaudio Xeo 5Der dänische Lautsprecherspezialist genießt bei Liebhabern klassischer Hi-Fi-Anlagen einen erstklassigen Ruf. Umso mehr lässt die Nachricht aufhorchen, dass Dynaudio nun auch einen drahtlosen Lautsprecher vorstellt. Es gibt ihn als Kompaktbox Xeo 3 und als Standbox Xeo 5. Seine Musiksignale empfängt der Lautsprecher über einen Funk-Transmitter, laut Dynaudio ist die Signalübertragung zu 100 Prozent verlustfrei und damit "besser als jedes Lautsprecherkabel". Die Signalquellen selbst werden hingegen über Kabel an der Rückseite des Xeo-Transmitters angeschlossen. Zur Verfügung stehen USB, TOS-Link (optisch digital), Cinch und 3,5-mm-Miniklinke. PCs oder Notebooks werden über USB angeschlossen, der Xeo-Transmitter erscheint dann als externe Soundkarte. Smartphones liefern die Musik beispielsweise über den Kopfhörerausgang an die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Xeo ist multiroomfähig, der Transmitter kann also gleichzeitig mehrere Lautsprecherpaare in verschiedenen Räumen mit einem Musiksignal bespielen, jeder Raum bekommt dabei sein eigenes Musikprogramm. Preis: 2.900 Euro (Paarpreis) Xeo 5 Quelle: Presse
Pioneer XW-SMA4-KEin universell einsetzbarer Streaming-Lautsprecher, der alle gängigen Standards im Wireless-Bereich unterstützt, darunter Apples Airplay, Streaming per DLNA, WLAN und Wireless Direct. Letzteres ermöglicht, dass der Pioneer auch ohne Router direkt Kontakt zu WLAN-fähigen Playern aufnimmt. Der integrierte vTuner Internetradio gibt schnellen Zugang auf Radiostationen im Web. Der 3-Wege-Lautsprecher wird von einem 40-Watt-Verstärker angetrieben. Auf der Rückseite des 40-Watt-Lautsprechers gibt es Anschlüsse für USB, Aux und Ethernet. Preis: 279 Euro Pioneer XW-SMA4-K Quelle: Presse
Teufel Raumfeld Speaker LEiner der wenigen Hi-Fi-Standlautsprecher fürs kabellose Musikhören. Anschluss an Audioquellen findet der 110 Zentimeter hohe Speaker L zumeist über WLAN, beziehungsweise die ins WLAN eingebundenen Musikquellen wie Netzwerk-Player, NAS-Festplatten mit Media-Server oder Internet-Radiostationen. Netzwerk-Player und andere Geräte sind auch über Ethernet-Buchse anschließbar. An die Line-In-Buchsen auf der Rückseite könnte man auch einen herkömmlichen CD-Player anschließen und die Musiksignale an andere Raumfeld-Komponenten in einen Nebenraum senden (streamen). Zur Steuerung gibt es entweder eine kostenlose App für iOS oder Android-Handys. Gegen Aufpreis gibt es auch einen hochwertigen Controller (400 Euro). Der in den Boxen integrierte Stereoverstärker leistet jeweils 85 Watt Sinus, zwei Tieftöner mit je 170 mm Durchmesser dürften für ein voluminöses Klangbild sorgen. Preis: 1.299,99 Euro (Paarpreis) Raumfeld Speaker L Quelle: Presse
Teufel iTeufel AirDer HiFi-Stereo-Lautsprecher ist speziell auf Apples Airplay abgestimmt. Er gibt Musik von iPhone, iPod Touch oder iPad wieder. Auch die Steuerung der Musikwiedergabe erfolgt über diese Mobilgeräte. PCs und iMacs mit installiertem iTunes lassen sich auch mit dem iTeufel verbinden. Der Stereo-Lautsprecher ist mit zwei Hoch-, zwei Mitteltönern und einem Tieftöner bestückt. Die maximale Ausgangsleistung liegt bei 100 Watt. Der Lautsprecher dürfte für alle Nutzer geeignet sein, die den Teufel-typischen kräftigen Klang schätzen. Preis: 499 Euro iTeufel Air Quelle: Presse
Bowers & Wilkins A7Ein reines Lautsprechersystem, das Apples Airplay unterstützt und so drahtlos übertragene Musik von iPhone und Co wiedergibt. Dank Ethernet- und USB-Anschluss kann der A7 auch die iTunes-Sammlung vom PC wiedergeben oder über den Internet-Router Webradiostationen ansteuern. Das System ist laut Hersteller durch hochwertige D/A-Wandler (96 kHz/24 Bit) und audiophile Lautsprecher auf guten Klang optimiert, daher wohl auch der gesalzene Preis. Preis: 799,99 Euro Bowers & Wilkins A7 Quelle: Presse

Beim Begriff Netzwerk zucken viele erst mal zusammen. Das klingt nach stundenlangen Installationsprozeduren und komplizierter Konfiguration. Die Hersteller haben das Problem erkannt und bemühen sich, ihre Produkte bereits bei der Einrichtung so simpel und bedienfreundlich wie möglich zu machen. Dies mag im Einzelfall mehr oder weniger gut gelingen, aufwendige Betriebssystem-Konfigurationen oder komplizierte Treiberinstallationen wie bei einem Windows-PC der 90er Jahre sind aber längst nicht mehr nötig. Dafür sorgen vor allem der weit verbreitete Home Entertainment-Standard DLNA und Apples Airplay.

Eine zentrale Rolle bei vielen Anlagen spielt vor allem Apples Airplay. Dieser Standard dient dazu, iTunes-Inhalte wie Musik oder Videos auf ein Ausgabegerät zu streamen. Die Daten werden dabei über WLAN oder Bluetooth übertragen. Das Ausgabegerät kann der Fernseher, aber auch die Musikanlage oder ein Aktivlautsprecher sein. Airplay ist im Prinzip für Geräte mit Apples iOS konzipiert, funktioniert aber auch in Verbindung mit einem Windows-PC, auf dem iTunes installiert ist.

Hinzu kommt, dass die Technik auch nicht ganz neu ist und die Anbieter Erfahrungen sammeln konnten. Schon 2005 hatte der Lautsprecherhersteller Canton mit der CD 3500 einen anspruchsvollen Standlautsprecher mit Funktechnik präsentiert.

Die besten Produkte für das Multimedia-Heimnetzwerk
Yamaha NP-S2000Hochwertiger Netzwerkspieler von einem etablierten Hi-Fi-Spezialisten. Kein WLAN, nur mit Ethernet-Anschluss ausgerüstet. Das soll störungsfreies Streaming der Audiosignale garantieren. Empfängt Musikdaten von der NAS-Festplatte, vom CD-Player oder vom Internet-Radio, wenn er an einen Router angeschlossen ist. Ein puristischer Netzwerk-Spieler, der auf guten Klang optimiert ist. Die Steuerung über iPhone-App oder Android-Smartphone möglich. Preis: 1.300 Euro Yamaha NP-S2000 Quelle: Presse
Denon New CeolDie kleine Komplettanlage mit iPod-Dock und Lautsprechern spielt auch Musik vom PC oder NAS-Laufwerk ab. Die Audiosignale werden über Ethernet-Kabel oder Wi-Fi übertragen. Über den Internet-Router empfängt der New Ceol auch Webradio. CDs können ganz klassisch über den eingebauten CD-Player abgespielt werden. Daneben ist ein UKW-Tuner mit RDS an Bord. Ein guter Einstieg ins Heimnetzwerk. Preis: 599 Euro. Denon New Ceol Quelle: Presse
Pioneer N-50-KPioneers Netzwerk-Player empfängt die Musik aus allen verfügbaren Quellen, egal ob Netzwerk-Festplatte, USB-Speicher oder Internet-Radio. WLAN-fähig wird der Pioneer aber nur über einen optionalen Adapter. Das Gerät beherrscht auch die Wiedergabe hochauflösender Audiodateien mit 192 kHz/24-Bit. An die Vorderseite kann der Nutzer einen iPod oder ein iPhone via USB anschließen. Die Fernbedienungs-App gibt es für iOS und Android. Preis: In Onlineshops schon für 550 Euro erhältlich. Pioneer N-50-K Quelle: Presse
Cambridge Audio Stream Magic 6Der Netzwerkmusik-Spieler holt sich die Musik vom NAS-Server, vom PC, vom USB-Speicher und vom Internet-Radio. Das aufbereitete Audiosignal leitet er an den Receiver oder Verstärker der Stereonlage weiter. Eine App zum Fernsteuern des Players über iPhone oder Android-Smartphone ist ebenfalls erhältlich. Wer auch Musik vom Smartphone, Tablet-PC oder Laptop wiedergeben will, benötigt zusätzlich den Audioreceiver BT100, der die Audiodaten via Bluetooth empfängt. Die sogenannte Upsampling-Technik verbessert angeblich die Klangqualiät bei digitalen Audiosignalen. Über den USB-Eingang empfängt der Cambridge auch hochauflösende Musik mit 24 Bit/192 kHz auf, wie sie von Highend-Portalen wie Highresaudio angeboten werden. Preis: Der Stream Magic kostet 999 Euro, für den Audioreceicer sind 99 Euro zu berappen. Cambridge Audio Stream Magic 6 Quelle: Presse
Naim Super UnitiDer britische Hersteller Naim baut seine audiophilen Hi-Fi-Produkte auch in die Luxuslimousinen von Bentley ein. Nicht nur deshalb gehört Naim zu den begehrten Marken für Highend-Fans. Der Super Uniti ist ein vielseitiger Netzwerk-Player mit allen denkbaren Anschluss- und Wiedergabemöglichkeiten. Musik kommt von der NAS-Festplatte im Netzwerk vom iPod oder vom Webradio. Zusätzlich kann man DAB+- oder UKW-Radio hören. Der Super Uniti benötigt auch keinen externen Verstärker mehr, das Verstärkermodul mit 80 Watt pro Kanal ist schon eingebaut. Steuern lässt sich der Naim standesgemäß auch über ein iPhone, Android-Geräte werden leider nicht unterstützt. Naim bietet darüberhinaus auch sehr hochwertige Komponenten für Multiroom-Systeme. Preis: Das Gerät kostet 4.398 Euro. Naim Super Uniti Quelle: Presse
Pro-Ject Stream Box RSDer österreichische Hersteller Pro-Ject hat den Hi-Fi-Markt in den letzten Jahren mit Plattenspielern und kompakten Streaming-Clients aufgemischt. Die Stream Box des österreichischen Herstellers Pro-Ject verarbeitet Musik aus allen digitalen Quellen wie NAS-Laufwerk, USB-Speicher oder Internet-Radio. Die Übertragung erfolgt über WLAN, Netzwerkkabel oder über den USB-Anschluss. Auch CD-Player sind anschließbar. Liebhaber hochwertigen Klangs werden zu schätzen wissen, dass die Stream Box RS auch 24 Bit/192 kHz unterstützt, damit kann man dann auch die hochauflösenden Musik-Downloads aus dem Web abspielen. Gesteuert wird das Gerät über Mobilgeräte mit iOS oder Android. Dazu muss man vorher die entsprechende App installieren. Außerdem ist bereits ein Vorverstärker integriert. Preis: Die Box kostet 1499 Euro. Daneben hat der Hersteller aus Wien aber auch günstigere Varianten der Stream Box im Sortiment. Pro-Ject Stream Box RS Quelle: Presse
Teufel Raumfeld Speaker MIn den Zweiwege-Lautsprechern steckt eine komplette Stereoanlage mit Player und Verstärker. Die Musik kommt drahtlos über WLAN, entweder von der NAS-Festplatte oder über den WLAN-Router aus dem Internet-Radio. Auch eine USB-Festplatte oder ein klassischer CD-Player sind anschließbar. Daneben lässt sich die Musik übers iPhone oder Android-Smartphone übertragen. Die Bedienung erfolgt über eine App auf dem iPhone oder Android-Mobilgerät. Der Ausbau zum Multiroom-System ist möglich. Preis: Das System kostet 600 Euro. Teufel Raumfeld Speaker M Quelle: Presse

Wie steht es mit dem Klang?

Die Sorge, die Funktechnik könnte die Klangqualität einschränken, ist bei den modernen Systemen im Prinzip unbegründet. Sie übertragen die Musiksignale digital und senden im Gigahertz-Bereich (2,4 GHz). Das erlaubt eine unkomprimierte und saubere Übertragung des Musiksignals. Billige Lautsprecherstrippen sind da deutlich schlechter. Mögliche Einschränkungen bei der Klangqualität sind also nicht auf die Funktechnik zurückzuführen, sie haben andere Ursachen.

So darf man beim Empfang von Webradiosendern sicher keine Wunderdinge in Sachen Klangqualität erwarten. Denn in den meisten Fällen bieten die Webradios nur stark komprimierte Audio-Streams, die für audiophiles Hören nicht so geeignet sind.

Der Klang der Drahtlos-Systeme wird wie auch bei konventionellen Stereoanlage ganz wesentlich von der Güte der Lautsprecher bestimmt. Für Laien gilt hier eine sehr einfache Faustregel: Größere Boxen haben zumeist auch einen größeren, sprich, besseren Klang. Natürlich gibt es gerade in der anspruchsvollen Hi-Fi-Szene auch sehr kompakte Lautsprecher, die exzellent klingen, zumeist schon erkennbar am exorbitant hohen Preis.

Dem audiophilen Musikhörer sind allerdings die modernen Soundsysteme noch aus einem anderen Grund ein Gräuel. Er ist es gewohnt, dass gute Stereowiedergabe nur über zwei getrennt aufgestellte Boxen funktioniert. Idealerweise mit einem Mindestabstand und einem genau definierten Hörplatz, an dem der Klang optimal ist.

Highend-Regionen des Klangs können noch nicht erreicht werden

Die neue Generation der Multimedia- oder Drahtlos-Lautsprecher will davon nichts wissen. Hier werden oftmals zwei kompakte Treibersysteme in ein Gehäuse gezwängt. Die Entwickler versuchen die Nachteile des kleinen Gehäuses und der ungünstigen Platzierung der Lautsprecher durch spezielle Programmierung der digitalen Signalprozessoren (DSP) auszugleichen. Das bringt im Ergebnis einen überraschend luftigen, voluminösen und differenzierten Sound. Auf diese Weise dürften die kompakten Lautsprecher mit Digitalverstärker die meisten Musikhörer auch klanglich zufrieden stellen.

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Doch Klangfreaks, die schon mal 5000 Euro und mehr für eine klassische Stereoanlage ausgeben, werden den Drahtlos-Systemen ihren Segen einstweilen noch verweigern. Denn um in die Regionen des höchsten Hi-Fi-Genusses vorzustoßen, müssen auch Komponenten wie Verstärkerelektronik und Kabel bis hin zu den Bauteilen des Lautsprechers vom Feinsten sein. Das ist bei Preisen zwischen 500 und 2000 Euro nicht realisierbar, zumal ein guter Teil des Geldes für Drahtlos-Module und damit verbundene Patente ausgegeben werden muss.

So muss ein erstes Klangfazit lauten: Gängige Wireless-Musiksysteme bieten auch für aufmerksame Hörer eine sehr ansprechende Klangqualität, Highend-Regionen bleiben ihnen aber noch verschlossen.

(Fast) keine Störungen

Ganz störungsfrei ist die drahtlose Musikübertragung nicht in jedem Fall. Selbst Dynaudio, Hersteller des highendigen Lautsprechersystems Xeo räumt ein, dass es gelegentlich zu Störungen auf der verwendeten 2,4-GHz-Frequenz kommen kann. Verantwortlich für Störsignale können Geräte wie Babyphones, Mikrowellen, Leuchtstoffröhren und LED-Lampen sein. Allerdings kann man sich durchaus behelfen, indem man erstens die Störer aus dem Raum hinauskomplimentiert und zweitens die Signalübertragung optimiert, indem man etwa einen anderen, freien Kanal auf der gleichen Frequenz wählt, sofern der Hersteller das bei der Bedienung ermöglicht.

Die angefügten Bilderstrecken zeigen die Vielfalt, die sich bei den Wireless-Systemen herausgebildet hat. Vom Bluetooth-Headset, mit dem man Musik vom Smartphone holt und dem Mini-Lautsprecher mit Freisprechanlage über die kompakte Musikanlage mit WLAN-Anschluss und das anspruchsvolle Komplettsystem für Musik im ganzen Haus bis hin zum wuchtigen Standlautsprecher für Hi-Fi-Fans hat der Markt so ziemlich alles zu bieten, was das Entertainment-Herz begehrt.

Und nicht vergessen: Staub und Kabelsalat gehören ab sofort zu den lösbaren Problemen.

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