WM in Brasilien Alle Fußball-Spiele auch unterwegs erleben

Wer zur WM nicht vor dem heimischen Fernseher sitzen kann, muss noch lange nicht auf die Partien verzichten. Apps, Livestreams im Web, Digitalradios und DVB-T-Empfänger buhlen um die Gunst der mobilen Zuschauer.

Die besten mobilen TV-Empfänger, Apps und Webdienste
Terratec Cinergy Mobile Wifi Quelle: Presse
Elgato Eye TV W Quelle: Presse
Ultron DVB-T-Stick Quelle: Presse
Hauppauge WinTV-Aero Quelle: Presse
PCTV Pico Stick Quelle: Presse
PCTV Diversity Stick Solo Quelle: Presse
Elgato Eye TV Go Quelle: Presse

So richtig viel Vorfreude auf die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien ist noch nicht zu spüren. Das liegt sicher daran, dass die Berichterstattung bisher von schlechten Nachrichten dominiert wird. Da geht es um die umstrittene Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar, die Proteste in Brasilien gegen soziale Ungleichheit und teure Fußballstadien und die Korruptionsskandale bei der FIFA. Die täglichen Meldungen um verletzte Spieler und Unfälle aus dem Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft waren auch nicht geeignet, die Begeisterung zu entfachen.

Da wendet sich mancher desinteressiert ab oder ruft gar den privaten WM-Boykott aus.

Doch jede Wette: Schon beim Eröffnungsspiel am 12. Juni (Brasilien - Kroatien) werden auch die WM-Verächter verstohlen einen Blick riskieren. Und spätestens am 16. Juni, wenn die Deutschen gegen die Portugiesen ran müssen, dürfte auch hierzulande die Fußball-Begeisterung wieder anschwellen.

Doch was tun, wenn man ausgerechnet während der Fußball-WM unterwegs ist und den schönen Full-HD-Fernseher zu Hause nicht nutzen kann.

Für mobile Fußball-Gucker gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Möglichkeiten, sich nicht nur über aktuelle Spielergebnisse zu informieren, sondern alle Spiele auch unterwegs ansehen zu können.

DVB-T, das Fernsehen für unterwegs

Die wohl beste Möglichkeit bieten DVB-T-Empfänger. Sie sind nicht größer als USB-Sticks und werden ans Notebook oder sogar an den Tablet-PC oder das Smartphone angesteckt. Das TV-Signal wird in der Regel über die eingebaute Mini-Teleskopantenne eingefangen, für schwierigen Empfangssituation legen die Hersteller meistens eine kleine Stabantenne bei.

Die Bildqualität kann natürlich nicht mit der eines Full-HD-Fernsehers mithalten und bei schnellen Bewegungen treten auch öfter mal Artefakte auf. Doch für die kleinen Displays von Notebooks und die noch kleineren von Tablets oder Smartphones ist die Auflösung des Videostreams im MPEG-2-Format völlig ausreichend. Und zu Preisen ab 30 Euro gehört so ein DVB-T-Stick auch zu den erschwinglichen Gadgets der Hightech-Welt.

Die Zukunft des Fernsehens
Dieser Ultra HD Fernseher sieht schön aus: Für gutes Fernsehvergnügen fehlen allerdings noch die Inhalte. Ein japanischer Sender will ab 2016 in 8K senden. Aber noch bereiten sie Herstellern und Sendern jede Menge alt bekannter Probleme. Die Frage ist nämlich, wie TV-Sender eigentlich Bilder in UHD-Auflösung zum Zuschauer bringen wollen. Experten vermuten, dass es in zwei bis drei Jahren soweit sein könnte, dass diese Geräte den Massenmarkt erobern. Quelle: REUTERS
Noch sind für 3D-Filme spezielle Brillen notwendig, um das Fernsehen zum Erlebnis zu machen: Doch der Hersteller Philips hat bereits im Frühjahr einen Prototypen für einen 3D-UHD-Fernseher vorgeführt, der sich durch eine bessere Raumtiefe als der Toshiba-TV auszeichnet. Es wird erwartet, dass diese Fernseher vielleicht noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Quelle: dpa
Sie sehen aus wie ein Bild, das man ins Regal stellt, sind aber Fernseher mit einem extrem flachen "OLED-Display" - zusätzlich mit konkaver Wölbung. Die Wölbung wird erst durch den Einsatz organischer Leuchtdioden (OLED) möglich, die gerade ihren Siegeszug in der Displaytechnik antreten. Es gibt bereits mehrere Anbieter wie Samsung und LG, die entsprechende Fernseher entwickelt haben - zu teilweise saftigen Preisen von knapp 9000 Euro. Quelle: REUTERS
Hoher Stromverbrauch und besonders teuer sind diese Modelle der TV-Tapete: Aber machbar sind die Geräte bereits aufgrund der OLED-Displays. Bis sie sich aber tatsächlich rentieren und auch in Hinblick auf ihre Energieeffizienz besser werden, wird es wohl noch eine Weile dauern.
Samsung führte auf der IFA in Berlin wieder diverse Plasma-Geräte ins Rennen. Besonders heiß diskutiert wird das neue Flaggschiff der Serie F8590. Eingebaut ist ein Full-HD-Panel, das für satte Schwarztöne und eine beeindruckende Bildhelligkeit sorgt. Sprach- und Gestensteuerung sind zur App-Bedienung eingebaut. Ebenfalls integriert ist eine ausfahrbare Kamera sowie integriertes WLAN. Der F8590 wird in zwei Größen erhältlich sein. Als PS64F8590 in 64 Zoll und PS51F8590 mit 51 Zoll Diagonale. Er soll 2500 bis 3500 Euro kosten. Quelle: Presse
Auf der Ifa kam ein sogenannter Laser-Beamer immer wieder als Wunsch auf. Bereits 1993 gab es Laser-Videoprojektionen, auch Laser-TV sind in der Entwicklung. Der erste, der auch wohnzimmertauglich ist, wurde 2009 von Mitsubishi vorgestellt. Stören beim Fernsehgenuss könnte aber vor allem das Lüftergeräusch. Quelle: AP
Die neuesten Filme bequem auf der Couch sehen, in dem man sie aus dem Internet streamt - das geht schon heute, ist aber nicht immer legal. Auch machen die meisten Internetzugänge oder Flatrates das oft nicht mit. Internetstreaming macht nur Sinn, wenn auch die Internetzugänge und vor allem die Flatrates besser werden.

Die Installation und Inbetriebnahme ist heute kein Problem mehr. Bei Notebooks mit Windows-Betriebssystem wird in der Regel eine Steuersoftware installiert und der DVB-T-Stick angeschlossen. Anschließend startet man einen Sendersuchlauf und kopiert gegebenenfalls die Lieblingssender in eine Favoritenliste. Das war's.

Das Smartphone als Videorekorder

Bei den DVB-T-Empfängern für Mobilgeräte wie Apples iPhone oder Smartphones mit Android, steht jeweils eine App zur Verfügung, die man vorher herunterlädt und installiert. Sowohl die Windows-Software als auch die Apps bieten nicht nur grundlegende Funktionen wie die Senderwahl, sondern stellen auch Features wie Timeshift, also zeitversetztes Fernsehen und Aufnahme zur Verfügung. Auf diese Weise wird das Smartphone zum digitalen Videorekorder, ausreichend Speicherplatz auf dem Gerät vorausgesetzt.

Ein weiterer Vorteil: Weil das TV-Signal zwar digital, aber über das terrestrische TV-Netz rein kommt, wird das Datenvolumen des Mobilgeräts geschont.

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