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Galileo-Satelliten Europas Navigationssystem geht an den Start

Galileo ist Europas teuerstes Industrieprojekt. Das Satelliten-Navigationssystem soll Flugzeuge automatisch landen lassen und Schiffe ohne Kapitän navigieren. Nach vielen Pannen liefen erste Tests nun vielversprechend.

Eine Computergrafik zeigt die Galileo-Satelliten im All. Quelle: dpa

Alle reden vom autonomen Autofahren. Doch künftig sollen auch Güterzüge ohne Lokführer ihren Zielbahnhof finden, Schiffe ohne Kapitän den Hafen erreichen und sogar Flugzeuge ohne Piloten landen können. Damit das funktioniert, müssen die Robo-Verkehrsmittel stets genau wissen, wo sie sich befinden.

Doch um ihre Position zu errechnen, benötigen sie neben äußerst exakten elektronischen Karten auch ultrapräzise Satellitensignale, genauer als alles, was bisher an Positionsdaten aus dem All verfügbar ist.

Genau da soll das europäische Satellitensystem Galileo helfen. Ein Projekt, das seit Jahren Probleme bereitet – nun aber immerhin Lebenszeichen funkt: Seit Ende März kreisen Satellit Nummer sieben und acht um die Erde. In diesem Herbst soll eine russische Sojus-Rakete Nummer neun und zehn auf die rund 23.500 Kilometer hohe Umlaufbahn um die Erde schießen.

Raumfahrt-Bilder, die Geschichte schrieben
Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat das bislang farbenprächtigste Porträt des Universums geliefert. Ein neues Panorama der US-Weltraumbehörde NASA schließt erstmals ultraviolettes Licht ein, das normalerweise für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Auf dem Panorama, das aus mehr als 800 Fotos von „Hubble“ erstellt wurde, ist es als helles blau mit drehenden Galaxien zu sehen, die fünf bis zehn Milliarden Jahre alt sind. Insgesamt zeigt das Panorama an die 10.000 mehrfarbige Galaxien. „Hubble“-Astronom Zolt Levay sagte, durch die Hinzufügung von Ultraviolett und Infrarot könne man jetzt das breite Farbenspektrum des Universums „und noch einiges mehr“ sehen. Quelle: Reuters
Im Oktober 2913 schaute die Welt gebannt auf den Österreicher Felix Baumgartner. Der Extremsportler sprang aus 39 Kilometern höhe aus der Stratosphäre zurück auf die Erde. Weitere Bilder und Informationen zum Rekord-Sprung. Quelle: dapd
Zweimal hatte das Raumschiff den Mond schon umkreist, da änderte Kommandant Frank Borman ein klein wenig dessen Ausrichtung - und traute seinen Augen nicht. „Oh Gott! Seht euch dieses Bild da an“, rief er den beiden anderen Astronauten der „Apollo 8“-Mission zu. „Hier geht die Erde auf. Mann, ist das schön!“ Kollege William Anders griff nach einer Kamera, schraubte das längste Objektiv drauf, was er finden konnte, legte einen Farbfilm ein und knipste los. „Ich habe einfach klick-klick-klick-klick-klick gemacht“, erinnerte sich Anders, der am 17. Oktober 80 Jahre alt wird, später. Heraus kam eines der wohl bekanntesten Fotos der Welt: „Earthrise“ (Erdaufgang). Quelle: dpa
Die Crew der Apollo 8 (l-r): James A. Lovell, William A. Anders und Frank Borman in Kap Kennedy (Florida) im November 1968. Es war die zweite bemannte Raumfahrt des amerikanischen Apolloprogramms und der erste bemannte Mond zum Mond. Quelle: dpa
Apollo 11 trat im Jahr 1969 die Reise zum Mond an. Es war die erste Mission die auf dem Erdtrabanten landete und von dort auch wieder zurück zur Erde flog. Neil Armstrong war der erste Mensch auf dem Mond. Quelle: AP
Die Mission hielt die Öffentlichkeit in Atem. Nach dem Abflug besuchte der damalige US-Präsident Richard Nixon die Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin (von links). Die Astronauten befanden sich nach ihrer Rückkehr vom Mond für einige Tage in Quarantäne. Quelle: dpa
Bruce McCanndless war der erste Astronaut, der sich ohne Sicherheitsleine durch das Weltall bewegt hat. Dafür trug er bereits 1984 einen Raketentornister, mit dem er sich selbständig von der Raumstation wegbewegen konnte. Quelle: NASA

Erreichen die je 40 Millionen Euro teuren Geräte funktionsfähig ihr Ziel, kreisen endlich genug Funkbojen im Himmel, um kommendes Jahr die ersten Anwendungen zu starten. 2020 soll das System mit dann 30 Satelliten komplett sein.

Ein Durchbruch – für die autonome Mobilität, vor allem aber für die europäische Präsenz in dem Markt. Denn bisher verfügen nur die USA mit dem Global Positioning System GPS, die Russen mit Glonass und die Chinesen mit Beidou über künstliche Erdtrabanten für Ortungsdienste, die auch für Militärs extrem wichtig sind. Die Europäer dagegen versuchen seit Jahren vergeblich, sich mit ihrem Satellitennavigationssystem Galileo aus der Abhängigkeit von den drei Ländern zu befreien.

So stellt sich Mars One die Marsmission vor
Die Siedlung, die Mars One auf dem Roten Planeten plant, soll aus so oder so ähnlichen Dragon-Modulen bestehen. Die ersten Astronauten sollen die Quartiere aufbauen, die nach den Vorstellungen von Mars One relativ geräumig sind. Demnach sollen sie eine Innenfläche von 200 Quadratmetern haben - pro Person 50 Quadratmeter. Quelle: PR
Die Zeichnung des dänischen Architekten Kristian von Bengtson ist ein Entwurf für das geplante Design für die Marssiedlung "Outpost Alpha". Quelle: PR
So stellt sich Mars One die gesamte erste Siedlung vor, die sich die ersten vier Astronauten aufbauen sollen, wenn sie als erste Menschen auf dem Mars gelandet sind. Sie sollen dann zwei Rover zur Verfügung haben, um den Aufbau durchzuführen. Strom soll mithilfe von Solarzellen erzeugt werden. Quelle: PR
Wie eine kleine, futuristische Studentenbude könnte man meinen: Schlafräume, Arbeitsräume, einen Gemeinschaftsraum soll es geben - und natürlich einen Raum, um Pflanzen anzubauen. Auch duschen können sollen die Marssiedler ganz normal und in der Küche kochen - aber eben entsprechend die geringe Auswahl an Pflanzen, die sie selbst anbauen können. Da man laut Mars One sogar normale Kleidung tragen können soll, verspricht die private Stiftung ihren Astronauten-Anwärtern ein recht typisch normales Leben - innerhalb der eigenen vier Wände zumindest. Quelle: PR
Laut Mars One sind Pflanzen in großen Mengen aus zwei Gründen wichtig für die Siedler: als Nahrung und zur Sauerstoffproduktion. Die Sauerstoffgewinnung soll so funktionieren: Aus echten Pflanzen werden sogenannte Chloroplasten – die Zellen zuständig für die Photosynthese – genommen und mit Seidenprotein kombiniert. Dadurch entstehe ein Prozess, der mit der Photosynthese vergleichbar ist. Mithilfe dieses „Blattes“, Wasser und Licht soll also auch auf dem Mars – außerhalb der Erdatmosphäre – Sauerstoff produziert werden können. Nach jetzigem Stand würde die Nahrung, wenn selbst auf dem Mars produziert, vor allem aus Hülsenfrüchten bestehen, da die sich wohl abgewandelt gut heranzüchten lassen. Quelle: PR
Längerfristig gedacht, könnten die Gewächsanlagen laut Mars One dann etwa so aussehen, denn die winzigen Kabinen würden nicht ausreichen - schließlich soll die Siedlung laut Mars Ones Plänen ja zeitnah dann auch wachsen. Transportmittel wären entsprechende Rover, wie der im Bild, die für Expeditionen zu Forschungszwecken rausfahren würden. Quelle: PR
Regelmäßige Lieferungen soll es nach den Plänen der Mars One nicht geben. Die Siedlung soll autark funktionieren. Über einen Satelliten in der Umlaufbahn des Mars' soll der ständige Kontakt zur Erde allerdings gewährleistet werden. Der soll ein Jahr vor den Siedlern zum Mars geschossen werden. Quelle: PR

Mit mindestens sechs Milliarden Euro Kosten ist Galileo heute das kostspieligste europäische Industrieprojekt. Die Betriebskosten von rund einer Milliarde Euro jährlich sind da noch nicht einmal einberechnet. Dafür bietet es schon in der frühen Ausbaustufe gegenüber seinen Rivalen einen entscheidenden Vorteil: Es ist deutlich genauer.

Wie sich das kommerziell nutzen lässt, testen Forschungsinstitute und Unternehmen wie der Industrieriese Siemens, der Kommunikationskonzern Vodafone oder der IT-Service-Dienstleister Scisys seit wenigen Tagen auf den zwei Testgeländen Automotive-Gate und Rail-Gate, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Nähe von Aachen betreibt.

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