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Games Convention "Die Rettung des Rock'n'Roll"

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Präsentation auf der Games Convention Quelle: Oliver Voß

Bereits gestern wurde in Leipzig die neue Saison der eSport-Bundesliga (www.esportbl.de) eröffnet, bei der nur das Fußballspiel FIFA08 von Electronic Arts gespielt wird. Der Titelverteidiger Nicolas Eleftheriadis aus Hamburg trat gegen den Dresdener Stefan Berndt an, der immerhin schon einmal einen dritten Platz bei den World Cyber Games in Korea belegt hat.

Beide Spielen mit dem FC Barcelona, der stärksten Mannschaft im Spiel. Ein paar Spieler der Liga benutzen noch das Team von Manchester United. Gespielt wird eine reale Zeit von zwei mal sechs Minuten und schon kurz nach dem Anpfiff macht der amtierende Meister mit einem Volley-Schuss von Henry das 1:0. Doch in der 44. Spielzeit-Minute gleicht Berndt durch Eto’o aus, das Publikum auf der Tribüne jubelt. Mitte der zweiten Halbzeit trifft der Kameruner Eto’o schon wieder – diesmal jedoch in den Diensten von Eleftheriadis, der aufspringt und die Faust ballt. Doch nur drei Spielminuten später vergräbt er die Hände im Gesicht, nachdem sein Gegner wieder ausgeglichen hat. Sein Tor in der Schlussminute wird wegen Abseits nicht gezählt, es bleibt beim 2:2.

So teilen sich beide die Siegprämie von 50 Euro. Bei der esport-Bundesliga geht es einige Nummern kleiner zu, als bei der älteren und größeren Electronic Sports League (ESL). Eleftheriadis hatte für seinen Titel 3000 Euro bekommen, insgesamt wurde die dreifache Summe verteilt. Die Saison dauert etwa ein halbes Jahr, an den normalen Spieltagen, treffen sich die 18 Erstligaspieler zu festgelegten Zeiten im Internet.

"Motivation geht flöten"

Am Anfang haben sie sogar noch Gehälter bekommen, doch das konnte sich der Veranstalter nicht mehr leisten. Dafür dürfen sie nun auch in anderen Ligen antreten, denn beim eSport ist es ähnlich wie beim Boxen: Es gibt mehrere Verbände und Veranstalter, der konkurrierende Wettbewerbe ausrichten. 

Für die Spieler lohnt es sich, mindestens eine Stunde am Tag zu trainieren. „Das ist mein Nebenjob und es reicht, um sonst nicht zu arbeiten“, sagt Eleftheriadis, der gerade dabei ist, sein Informatikstudium abzuschließen. Zum eSport ist er vor fünf Jahren auf der Games Convention gekommen. „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht, nachdem ich meine Freunde immer besiegt habe.“

Berndt spielt schon seit neun Jahren und spielt nun mit dem Gedanken, im kommenden Jahr seine Spielerkarriere zu beenden. „Die Motivation geht ein bisschen flöten“, sagt der Student. Zudem werde es schwieriger, da immer neue, jüngere Spieler nachkommen, die noch viel mehr Zeit zum Üben hätten. Noch in anderen Disziplinen anzutreten ist daher illusorisch. „Ich kenne niemanden, der mehrere Spiele professionell betreibt“, sagt Berndt. Aus Spaß spielen beide neben FIFA auch kaum etwas anderes, nur manchmal mit Freunden auf Nintendos Wii-Konsole. „Und notgedrungen spiele ich noch Sims“, sagt Eleftheriadis, „aber nur, weil meine Freundin das mag.“

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