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Glühbirnen Keine Panik: Europa vor dem Glühlampen-Verbot

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LED-Leuchte

Betroffen sind auch jüngere Mitglieder der Leuchtmittel-Familie, wie die Halogenlampen, deren Energieeffizienz den Sparplänen Brüssels nicht genug ist. Eingeteilt werden Leuchtmittel in Energieklassen von A bis E. Die mit den schlechten Energieklassen D und E werden aus den Regalen genommen, das Schicksal handelsüblicher Halogenstrahler oder Spotlampen ist noch nicht besiegelt. Die einzigen überlebenden klassischen Glühbirnen werden Spezialbirnchen für Fahrradrücklichter, Backöfen, Nähmaschinen oder Kühlschränke sein, weil für sie kein Ersatz zur Verfügung steht.

Es fehlt die natürliche Wärme

Neues Licht In großen Kronleuchtern, filigranen Hängelampen oder dezenten Wandleuchten könnte es künftig kühler scheinen. Denn geht es nach Energiekommissar Piebalgs sollten alle Europäer künftig auf die landläufig als Energiesparlampen bezeichneten Modelle setzen. Offiziell heißen diese Kompaktleuchtstoffröhren. Ihre Energieausbeute ist der klassischen Glühbirne gegenüber weit überlegen. Was ihr jedoch vor allem in den Anfängen fehlte, war die natürliche Wärme, die das Licht der Glühbirne mitbrachte. „Das Licht ist für uns keine Alternative“, sagt Pressesprecherin Claude Maurer vom Lampenhersteller Ingo Maurer.

Der Frust über das kalte Licht der Kompaktleuchtstoffröhren wird auch nicht dadurch gemindert, dass inzwischen Modelle erhältlich sind, die wärmeres Licht abstrahlen. „Wenn man in die bekannte Bauhauslampe Wagenfeld WG 24 eine Energiesparlampe hineinschraubt, ist sie zwar durch einen Glasschirm verdeckt, aber es ergeben sich schreckliche Schatten, und die Leuchte verliert ihre wertige Aussagekraft“, sagt Michael Gärtner, Vorstandschef des Zentralverbandes Europäischer Designkultur.

Lampendesigner Tobias Grau bleibt gelassen: „Wir arbeiten inzwischen auch mit LED-Spots, die der Sache schon sehr nahekommen“, sagt Grau. Grundsätzlich verstehe zwar auch er das Verbot für Privatleute nicht. Viel wichtiger sei eine gute Planung für Büros, die sehr wohl gut ohne Glühbirnen auskämen und neben Kosten auch ein besseres Raumklima bedeuten könnte: „Die neuen Leuchtmittel produzieren eben auch weniger Wärme.“

Die Sehnsucht nach warmem Licht ist bei den Deutschen besonders ausgeprägt. In südlichen Ländern gehören kalte Leuchtstoffröhren in Küchen zum Alltag. Daniel Klages hat eine Ahnung, warum das so ist: „In südlichen Ländern sehen die Menschen viel mehr Sonne, hier müssen wir die fehlende Sonne in der Wohnung kompensieren.“ Den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen in Ländern mit anderer Dauer der Sonneneinstrahlung tragen die Lampenhersteller Rechnung. „Wir haben spezielle Lösungen für den deutschen Markt“, sagt Anja Franke-Runtemund vom italienischen Hersteller Artemide.

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