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Glühbirnen Keine Panik: Europa vor dem Glühlampen-Verbot

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Hochvolt-Halogenlampe

Im Programm von Artemide, die namhafte Designer wie Ross Lovegrove oder Karim Rashid für Entwürfe engagierten, sind kaum noch Lampen zu finden, die nicht für die neuen Leuchtmittel geeignet seien. Lediglich das Modell Calias benötigt eine spezielle Birne, welche die Besitzer einlagern sollten, wollen sie die Lampe auf Jahre noch weiter nutzen. Ansonsten setzt Artemide wie Grau auf die handelsüblichen Halogenstrahler. Der Hersteller Flos ließ den Designer Antonio Citterio seinen Büroleuchtenklassiker Kelvin so umbauen, dass er künftig mit 30 LED die Akten erhellt.

Claude Maurer ist dennoch verunsichert, „was bleibt“, denn ab 2016 sollen auch diese Halogenleuchten vom europäischen Markt verschwinden. „Und das Farbspektrum der Kompaktleuchtstoffröhre ist noch begrenzt."

Hoffnung legt Maurer ebenso wie Tobias Grau deswegen auf die LED, die im Autobau schon die Beleuchtung der aktuellen Wagen verändert hat und den Autodesignern die Möglichkeit für allerlei Spielereien lassen.

Neue Möglichkeiten der Lichtgestaltung

Und da stehen die Designer der immobilen Lampen erst am Anfang. Was kommt, ist offen. Designer Grau sieht sich deswegen gerade in einer spannenden Phase: „Die Hersteller von Leuchtmitteln kommen immer früher auf uns zu.“ Grau schwärmt von Bauformen und Lichtinszenierungen, die so früher nicht möglich gewesen wären, da die Leuchtmittel zum Beispiel viel kleiner seien. „Es ist sensationell, was wir für neue Leuchtmittel bekommen.“

Im September kommt sein neuestes Modell „Falling Water“ auf den Markt. Es sieht aus wie in Metall gegossene Wassertropfen. In jedem der neun Tropfen stecken LEDs mit 16 Watt, die laut Grau ein brillantes Licht mit hervorragender Farbwiedergabe garantieren.

Ob sich in allen Haushalten die Begeisterung so schnell einstellt, ist – auch angesichts der Preise für die High-Tech-Leuchtmittel – ungewiss. Die Energieberater der Verbraucherzentralen melden jedoch bislang keine erhöhte Anzahl von Anrufen. „Die Menschen haben das trotz der vielen Berichte wohl noch nicht so mitbekommen“, sagt Hans-Joachim Döll von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Auch seine Kollegin Inse Ewen in Bremen weiß nichts von beunruhigten Bürgern.

Die Verbraucherzentralen in Deutschland raten einheitlich zu den neuen Kompaktleuchtstoffröhren. „Die Energieeinsparung ist dabei das entscheidende Kriterium“, sagt Ewen, wenngleich die Wahl der richtigen Birne schwierig sei. „Der Markt ist sehr undurchsichtig.“ Statt einfach eine Glühbirne zu kaufen, sollte sich der Kunde tief in die Ergebnisse von Stiftung Warentest oder Ökotest vertiefen, um für die verschiedenen Anwendungen das passende Leuchtmittel zu wählen. Gingen Birnen früher einfach irgendwann kaputt, ist heute die zu erwartende Brenndauer ein Qualitätsmerkmal.

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