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Googles Android Das bessere iPhone

Vier Jahre war nur Apple angesagt. Jetzt übernehmen Android-Handys den Markt. Bald soll Googles Software auch in Millionen Autos, Fernsehern und Tablet-Rechnern laufen. Android wird das Windows der mobilen Ära - und der Suchkonzern mächtiger, als Microsoft je war.

Grafik: Marktanteile von Apple und Google bei Betriebssystemen für Tablet-Computer

Plötzlich ist der grüne Roboter überall – sogar bei der Deutschen Bahn. 20.000 Schaffner und Lokführer sehen das Logo von Googles Betriebssystem Android demnächst auf ihrem Handydisplay, wenn sie via Mobilfunk Cola-Kisten fürs Bordbistro ordern oder verstopfte Klos an die Zentrale melden. Denn die Bahn hat neue Multimediahandys bestellt, sogenannte Smartphones – und macht jetzt mit Google mobil.

Ein wichtiger Etappensieg für den Suchkonzern. Schon wieder. Und eine Schlappe für den Rivalen Apple. Dessen iPhone hatte bis vor Kurzem den Nimbus, das einzig wahre Smartphone zu sein. Doch das ändert sich gerade. Fast unaufhaltsam läuft derzeit alles auf Google zu.

Android, das Handybetriebssystem des Suchmaschinenspezialisten, hat seit seinem Debüt im Oktober 2008 eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben: Bereits auf jedem dritten Smartphone, das im vierten Quartal 2010 weltweit verkauft wurde, lief Android, meldete der US-Marktforscher Canalys. Und bei Tablet-PCs, den neuen flachen Internet-Computern vom Schlage iPad, erreichte Android im gleichen Zeitraum schon 22 Prozent Marktanteil, so die Experten von Strategy Analytics.

Android will Windows der mobilen Ära werden

Einen solchen Google-Durchmarsch hätte keiner erwartet, auch Malte Prien nicht: "Unseren ersten Android-Programmierer mussten wir vor zwei Jahren aus Malaysia einfliegen", sagt der Strategiechef der Berliner Softwareschmiede Tic-Mobile, die die Software für die Androiden der Bahn programmiert hat. "Heute", sagt Prien, "ist unser Android-Team das größte in der ganzen Firma."

Und Google belässt es nicht bei der Führung im Smartphone-Geschäft, bei Rang zwei im Tablet-Markt. Der Eroberungszug des Internet-Riesen reicht weit darüber hinaus: Sogar auf Laptops, Fernsehern und selbst in Autos ist die Google-Software schon installiert.

Noch bevor sich die Mobilfunker in dieser Woche in Barcelona zum wichtigsten Industrie-Event treffen, dem Mobile World Congress, wissen sie: Android ist auf dem Weg, zum Windows der mobilen Ära zu werden. Omnipräsent und womöglich schon bald marktbeherrschend.

Google wird unseren Alltag stärker durchdringen, als es Microsoft je tat.

Google ist bald überall

Seit Telefonieren nur noch eine von vielen Funktionen der Multimediahandys ist und seit berührungsempfindliche Bildschirme unterwegs den Zugang ins Internet öffnen, sind Betriebssysteme der Schlüssel zum Erfolg auf dem Handy-markt.

In großen Teilen der Konsumelektronik wird es bald genauso sein. Überall bestimmt die Software, wie komfortabel sich die Technik bedienen lässt. Sie entscheidet auch, wie viele Programme für ein Gerät entwickelt und verkauft werden, sogenannte Apps, die Internet-Handys, Tablets oder Auto-Entertainment-Computer erst richtig nützlich und spannend machen.

In den vergangenen Jahren galt Apple als Innovationsführer, sein System iOS als Musterbeispiel für benutzerfreundliches Design. Schon das erste iPhone ließ sich so intuitiv bedienen, dass der Hersteller der Verpackung keine Betriebsanleitung beilegte. 46,6 Millionen Smartphones einer einzigen Modellreihe hat Apple im vergangenen Jahr verkauft.

Doch der Star der Handybranche ist auf dem Zenit des Erfolgs.

Google setzt den Rivalen unter Druck. Alles läuft auf den Zweikampf im Silicon Valley hinaus: "Auf dem Smartphone-Markt", sagt Roberta Cozza, Mobilfunkanalystin beim US-Marktforscher Gartner, "entbrennt jetzt die Schlacht zwischen Google und Apple."

Grafik: Mit welchen Betriebssystemen Smartphones verkauft werden

300.000 Android-Handys wurden im Dezember pro Tag weltweit auf den Google-Servern angemeldet, berichtet der Suchkonzern. Nur knapp 153.000 verkaufte iPhones täglich meldete Apple im vergangenen Quartal.

Alle anderen Spieler im Markt sind kaum mehr als Beiwerk im Kampf der konkurrierenden Giganten. Das ändern nicht einmal die jüngsten Strategieschwenks von Nokia, Microsoft, Blackberry-Produzent RIM oder Palm, der bei Hewlett-Packard untergeschlüpft ist.

Zumal sich das Duell der beiden Großen noch verschärft: Andy Rubin, Googles Android-Chef, enthüllte vor wenigen Tagen in San Francisco eine ganz neue Android-Version. Honeycomb, so der Codename der Software, ist erstmals für Tablet-Computer optimiert. Es soll Funktionsmängel ausbügeln, die das für Handys konzipierte Ur-Android zeigte, wenn es auf den großen Bildschirmen der Flachrechner lief.

Das iPad sieht alt aus

Mit Liebe zum Detail, durch die sonst nur Apple glänzte, begeisterte Honeycomb die Fachgemeinde: Bücher aus der virtuellen Bibliothek werden schon auf dem Startbildschirm der neuen Android-Geräte als Stapel dargestellt. Im YouTube-Programm reihen sich Videos wie an eine Fernsehwand projiziert nebeneinander, und bei der Navigation durch das Gerät unterhalten 3-D-Effekte den Betrachter.

Trotz der opulenten Grafik arbeitet das System "rasend schnell", wie Experten bestätigen, und es ist perfekt auf die Fingerbedienung zugeschnitten.

Gegen den Aufschlag sieht Apples hochgelobtes iPad alt aus.

Hauch von Magie

Apple-Chef Steve Jobs, der sich Mitte Januar aus gesundheitlichen Gründen vorerst aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, wird das Feld freilich nicht kampflos räumen. Sein Konzern belegt bei Smartphones den dritten Platz, führt bei Tablets nach wie vor. Schon bald wird Apple mit dem neuen iPad 2 und dem iPhone 5 kontern.

Aber Android-Handys, vor Kurzem noch als billige iPhone-Kopien verschrien, sind längst mit Funktionen ausgestattet, auf die Apple-Nutzer noch warten.

Eine davon präsentiert Googles Technologiechef  in Deutschland, John Gerosa, Ende Januar auf dem Branchentreff M-Days in Frankfurt am Main. Bei Sekt und Häppchen treffen sich Softwareentwickler und Strategen und diskutieren die Zukunft der Smartphones.

Während sich Apple – wie meist auf Branchenmessen – nicht blicken lässt, sucht Googles Technikvordenker Gerosa das Publikum. Mit seriöser Lässigkeit, mehr TV-Anchorman als Softwaremanager, demonstriert der Entwickler den Zuschauern die Finessen seiner Technik.

Es hat einen Hauch von Magie, was er zeigt: "Können Sie mir den Weg zur nächsten Bahnstation sagen?", flüstert Gerosa auf Englisch in sein Handy. Ein Blinzeln später ist die fehlerfreie deutsche Übersetzung auf dem Display, eine Frauenstimme liest den Text vor. "Navigiere nach Garmisch", diktiert Gerosa dann. Schon weist das Handy den Weg. Auf gleiche Weise lässt sich der Manager das Wetter von München vorhersagen und 120 Kilometer in Meilen umrechnen.

Da ist er, der Wow-Effekt, der die Menschen fasziniert – und bisher Apple-Chef Jobs vorbehalten war.

Softwareentwickler Prien und Beatrice Allesch Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Mit der Voice Actions genannten Funktion ist Google dem iPhone voraus. Telefonisten diktieren ihrem Handy jetzt E-Mails, fragen Suchbegriffe ab oder lassen das Telefon gesprochene Sätze mit dem Programm Google Translate in 15 Sprachen übersetzen.

Die Sprachsteuerung ist nur eine von vielen Ideen des Suchmaschinenkonzerns. Eine weitere ist das Straßenkarten-Programm Google Maps. Zwar gibt es die Software auch auf dem iPhone. Aber für Android hat Google das Programm jüngst mit exklusiven Funktionen angereichert: Ein Fingerwisch kippt die Karte in eine Vogelperspektive. In weltweit rund 100 Städten erscheinen Gebäudeumrisse sogar in 3-D-Darstellung auf dem Schirm.

Der Kartendienst macht das Smartphone zugleich zum vollwertigen Navigationsgerät, das den Fahrer mit Sprachhinweisen zum Ziel führt. Das nötige Kartenmaterial kann die Software seit Kurzem sogar zwischenspeichern. Das Handy lädt vor der Fahrt, etwa im Gratis-WLAN eines Cafés, die komplette Route herunter. Auf der Autobahn braucht es dann keine teure Mobilfunkverbindung mehr.

Gerüchte um Google-Musikdienst

Die Funktion Chrome2Phone wiederum führt Schreibtisch-Computer und Telefon auf neue Weise zusammen: Ein Klick in Googles Internet-Browser Chrome am PC, schon öffnet sich die gerade besuchte Seite auch auf dem Handydisplay – zum Weiterlesen unterwegs. Und wer in Chrome eine Telefonnummer markiert und anklickt, startet einen Anruf per Handy. Daneben mutieren Android-Telefone auf Wunsch zum tragbaren Internet-Hotspot für den Laptop. Und seit Dezember kann Android mit sogenannten Near-Field-Communication-Chips umgehen, die das Bezahlen mit dem Handy ermöglichen.

Gerüchteweise bereitet der Online-Riese sogar einen Musik-Wiedergabedienst vor, bei dem Nutzer ihre komplette Musiksammlung auf Google-Rechner kopieren – und von dort per Internet auf allen Android-Geräten abspielen können.

Digitale Spur durch den Tag

Google hat es geschafft, in großer Zahl Programmierer wie Tic-Mobile-Entwickler Prien für Android zu gewinnen. In den vergangenen zwölf Monaten vervielfältige sich der Softwarefundus von 21.000 auf inzwischen rund 240.000 Apps. Es ist eine kaum noch überschaubare Flut von Kleinstprogrammen, mit denen das Handy zur Spielekonsole, zum Bahnfahrplan oder zum digitalen Lufthansa-Ticket wird.

Viele Programme, die anfangs nur im App Store des iPhone zu haben waren, sind nun auch im Android Market gelistet. Etwa die Musikerkennung Shazam oder der Online-Speicherdienst Dropbox. "Was die Apps angeht, ist Google mittlerweile auf Augenhöhe mit Apple", sagt Athanassios Kaliudis, Smartphone-Experte beim Fachmagazin "Connect".

Umso mehr, als Google inzwischen ein breites Angebot an Gratisdiensten für das mobile Internet im Programm hat: vernetzte Kalender, die Bürosoftware Google Docs oder ein Preisvergleichswerkzeug, das mit der Handykamera Barcodes von Waren scannt und die besten Preise im Internet recherchiert.

Als Download auf Android-Handys ist auch Google Goggles verfügbar. Die Software erkennt Werbeplakate, bekannte Bauwerke, Weinetiketten oder Buchdeckel im Kamerasucher des Handys und lädt passende Informationen aus dem Internet. Bei Bedarf übersetzt die Software sogar fremdsprachige Speisekarten.

Wer möchte, kann schon heute mit Google auf dem Handy fast seinen gesamten Alltag organisieren – ohne dafür zu zahlen.

Grafik: Wer in den USA wie viel mit Werbung auf mobilen Geräten verdient

Jedenfalls kein Geld. Googles Währung sind Daten und Aufmerksamkeit. Denn damit die Features und Finessen der Gratisprogramme auch in ihrer gesamten Vielfalt und Fülle zum Tragen kommen, muss sich der Nutzer mithilfe seines Google-Kontos identifizieren. Damit kann der Suchkonzern seine E-Mails und Kalendereinträge, seine Sucheingaben und Klicks für gezielte Werbeeinblendungen auswerten – wie eine digitale Spur durch den Tag.

Jedes Android-Telefon ist so – auch – ein virtueller Privatdetektiv. Wann sein Besitzer aufsteht, wo er lebt und, nun ja, auch wen er liebt – dem Handy entgeht nichts.

Damit wird Google mächtiger und besser informiert, als Microsoft es je war.

Für den Internet-Giganten ist der Erfolg von Android nichts weniger als überlebenswichtig. Denn der Bibliothekar des Internets ist unter Druck: Zum einen bedroht der raketenhafte Aufstieg des sozialen Netzwerks Facebook Googles Vormachtstellung im Online-Werbegeschäft. Zum anderen verlagern sich die Datenströme auf Handys und Tablets – und damit in Apps, in die Google seine lukrativen Werbetexte nicht einblenden kann, wie aus dem Browser gewohnt.

Radikale Abgrenzung zu Apple

"Mobile Werbung ist für Google von enormer strategischer Bedeutung", sagt Karsten Weide, Mobilfunkexperte beim amerikanischen Marktforschungsunternehmen IDC. Denn Handys sind für Google auch Werbeflächen. Davon kann der Konzern nicht genug haben. In einem schlauen Schachzug hat der Werbegigant sein Betriebssystem daher von Beginn an zur Gratisanwendung erklärt, die jeder Smartphone-Hersteller benutzen darf. Die greifen gerne zu.

Mit diesem offenen Ansatz grenzt sich Google radikal von Apple ab. Der Rivale hat sein Betriebssystem iOS richtiggehend eingemauert. Apple bestimmt en détail, wie Handy, Betriebssystem und auch die Programme auszusehen haben, die auf den Geräten laufen. Was Konzernchef Jobs nicht gefällt, fällt durch.

Zuletzt lehnte Jobs Apps einzelner Radiosender ab, weil sie angeblich zu wenig Mehrwert für die Kunden böten. Nackte Haut – ansonsten ein Umsatztreiber erster Güte – ist auf iPhones tabu: "Wer Pornos will, soll sich ein Android-Handy kaufen", drosch Jobs im vergangenen April auf Google ein. "Ich möchte nicht in Nordkorea leben", giftete Googles Android-Chef Andy Rubin im Interview in der "New York Times" zurück.

Das Angebot wächst ungebremst

Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile. Bei allen Zensurvorwürfen bieten Apples i-Geräte ein stimmiges Produkt, wie es in der Elektronikwelt kaum zu finden ist: Ein Klick, und ein Video wird vom iPad über die Apple-TV-Station auf den Fernseher gefunkt. Jedes weitere Apple-Gerät, das sich ein Nutzer zulegt, macht die noch wertvoller, die er schon besitzt.

Android andererseits bietet Vielfalt – im Positiven wie im Negativen. Was die Kunden freut: Beinahe 200 höchst unterschiedlich konzipierte Telefone arbeiten schon mit dieser Software. Im Milestone 2 von Motorola etwa ist eine ausziehbare Buchstabentastatur eingebaut. Das Desire HD von HTC lockt High-End-Nutzer mit einem Riesenbildschirm, üppigem Arbeitsspeicher und einer Acht-Megapixel-Kamera. Das Xperia X10 von Sony Ericsson nimmt Filme in HD-Qualität auf.

Und das Angebot wächst ungebremst: In den nächsten Wochen steht ein ganzes Bataillon an Tablet-Computern wie Motorolas iPad-Jäger Xoom vor dem Verkaufsstart. Außerdem rücken neue Smartphones an, die das iPhone mit innovativen Technologien übertrumpfen: zum Beispiel das Optimus 3D von LG, das erste Handy mit 3-D-Bildschirm, oder das Atrix von Motorola mit Zweikernprozessor – einem schnellen Chip, der bisher Schreibtischcomputern vorbehalten war.

Schon heute verfügen viele Android-Handys über Funktionen, die im iPhone fehlen: Sie haben einen Steckplatz für SD-Speicherkarten, mit denen sich Dateien austauschen oder der Handyspeicher erweitern lassen. Viele ermöglichen es, den Akku auszutauschen.

Außerdem spielen die jüngeren Android-Versionen Multimediainhalte wie Videos oder Spiele im beliebten Flash-Format aus dem Internet ab. Apple-Chef Jobs verweigert seinen Kunden den Zugriff auf Flash-Inhalte. Flash, befand Jobs, sei ein Relikt der PC-Ära.

Google-Gründer Page (links) und Brin bei der Präsentation des ersten Android-Telefons Quelle: Laif

Doch nicht nur Multimedia- und Technikfans kommen auf ihre Kosten. Wenn das iPhone preislich einem Porsche gleicht, sind bei Android auch Nissan Micras im Angebot. „Die offenen Plattformen erhöhen den Kostendruck nach unten“, sagt Friedrich Joussen, Deutschland-Chef beim Netzbetreiber Vodafone. Samsung beispielsweise verkauft schon jetzt das Galaxy 3 ohne Mobilfunkvertrag für 299 Euro – und damit für nicht mal halb so viel wie das aktuelle iPhone. Im laufenden Jahr sollen die Einsteigermodelle der Android-Armada auch dank neuer Billigplatinen sogar noch preiswerter werden.

Damit dringt Android selbst in Länder vor, in denen das iPhone für die meisten Menschen unerschwinglich ist. "Unsere Vision ist es", erklärte der im April scheidende Google-Chef Eric Schmidt kürzlich, "einer Milliarde Menschen preiswerte Touchscreen-Handys zu geben." Als Anfang Januar der chinesische Handyhersteller Meizu sein Android-Handy M9 auf den Markt brachte, standen die Fans in Peking und Shanghai zu Hunderten in Schlangen vor den Läden.

Solche Szenen gab es bislang nur, wenn ein neues iPhone auf den Markt kam.

Verloren in der Vielfalt

Schattenseite der großen Freiheit à la Google: Jedes Android-Handy will auf seine Weise bedient werden. Denn die Hersteller überziehen das System mit eigenen Bedienmenüs. Auch der Datenaustausch mit dem Computer ist etwa bei Sony Ericsson anders gelöst als bei HTC. Android-Nutzer müssen flexibel sein – und die Hersteller und Softwareentwickler auch. Die Geräte an den Android-Wildwuchs anzupassen ist nicht minder komplex, als der technische Aufwand, die Apps fortlaufend auf die Vielzahl unterschiedlicher Betriebssystemvarianten abzustimmen.

Zwar hat Android-Chef Rubin schon wiederholt Besserung gelobt. Tatsächlich aber nimmt die Softwarevielfalt, statt zu schrumpfen, eher noch zu.

Zumal sich Googles Betriebssystem nicht mehr nur auf Smartphones und Tablet-PCs, sondern auf Netbook-Computern breit macht. So arbeiten etwa einzelne Billigrechner von Acer oder Toshiba inzwischen ebenfalls mit angepassten Versionen von Android. Neue Fernseher von Sony übertragen mit Googles Softwarehilfe Web-Inhalte, Hunderte von Internet-TV-Kanälen und YouTube-Videos ins Wohnzimmer.

Griff nach den Sternen

Sogar Autohersteller wie die chinesische Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) statten die Armaturenbretter der ersten Limousinen mit Bordcomputern aus, auf denen Android die Regie führt. Spezielle Apps lesen während der Fahrt Stauinfos, E-Mails oder Facebook-Nachrichten vor.

Lange wird es nicht mehr dauern, bis auch auf Kaffeemaschinen und Mikrowellen ein Sticker mit dem kleinen grünen Roboter klebt. Konzeptgeräte wurden schon gesichtet.

Forscher der Universität Surrey in Großbritannien machen nicht einmal vor dem Weltall halt: Sie rüsten den Satelliten Strand-1 mit einem Android-Smartphone als Steuercomputer aus – weil das viel billiger ist als herkömmliche Technik. Eine App, um den Erdtrabanten zu navigieren, ist in Arbeit. Noch in diesem Jahr soll er in die Umlaufbahn starten.

Googles Griff nach den Sternen, er kommt Schritt für Schritt voran.

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