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Googles Android Das bessere iPhone

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Grafik: Mit welchen Betriebssystemen Smartphones verkauft werden

300.000 Android-Handys wurden im Dezember pro Tag weltweit auf den Google-Servern angemeldet, berichtet der Suchkonzern. Nur knapp 153.000 verkaufte iPhones täglich meldete Apple im vergangenen Quartal.

Alle anderen Spieler im Markt sind kaum mehr als Beiwerk im Kampf der konkurrierenden Giganten. Das ändern nicht einmal die jüngsten Strategieschwenks von Nokia, Microsoft, Blackberry-Produzent RIM oder Palm, der bei Hewlett-Packard untergeschlüpft ist.

Zumal sich das Duell der beiden Großen noch verschärft: Andy Rubin, Googles Android-Chef, enthüllte vor wenigen Tagen in San Francisco eine ganz neue Android-Version. Honeycomb, so der Codename der Software, ist erstmals für Tablet-Computer optimiert. Es soll Funktionsmängel ausbügeln, die das für Handys konzipierte Ur-Android zeigte, wenn es auf den großen Bildschirmen der Flachrechner lief.

Das iPad sieht alt aus

Mit Liebe zum Detail, durch die sonst nur Apple glänzte, begeisterte Honeycomb die Fachgemeinde: Bücher aus der virtuellen Bibliothek werden schon auf dem Startbildschirm der neuen Android-Geräte als Stapel dargestellt. Im YouTube-Programm reihen sich Videos wie an eine Fernsehwand projiziert nebeneinander, und bei der Navigation durch das Gerät unterhalten 3-D-Effekte den Betrachter.

Trotz der opulenten Grafik arbeitet das System "rasend schnell", wie Experten bestätigen, und es ist perfekt auf die Fingerbedienung zugeschnitten.

Gegen den Aufschlag sieht Apples hochgelobtes iPad alt aus.

Hauch von Magie

Apple-Chef Steve Jobs, der sich Mitte Januar aus gesundheitlichen Gründen vorerst aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, wird das Feld freilich nicht kampflos räumen. Sein Konzern belegt bei Smartphones den dritten Platz, führt bei Tablets nach wie vor. Schon bald wird Apple mit dem neuen iPad 2 und dem iPhone 5 kontern.

Aber Android-Handys, vor Kurzem noch als billige iPhone-Kopien verschrien, sind längst mit Funktionen ausgestattet, auf die Apple-Nutzer noch warten.

Eine davon präsentiert Googles Technologiechef  in Deutschland, John Gerosa, Ende Januar auf dem Branchentreff M-Days in Frankfurt am Main. Bei Sekt und Häppchen treffen sich Softwareentwickler und Strategen und diskutieren die Zukunft der Smartphones.

Während sich Apple – wie meist auf Branchenmessen – nicht blicken lässt, sucht Googles Technikvordenker Gerosa das Publikum. Mit seriöser Lässigkeit, mehr TV-Anchorman als Softwaremanager, demonstriert der Entwickler den Zuschauern die Finessen seiner Technik.

Es hat einen Hauch von Magie, was er zeigt: "Können Sie mir den Weg zur nächsten Bahnstation sagen?", flüstert Gerosa auf Englisch in sein Handy. Ein Blinzeln später ist die fehlerfreie deutsche Übersetzung auf dem Display, eine Frauenstimme liest den Text vor. "Navigiere nach Garmisch", diktiert Gerosa dann. Schon weist das Handy den Weg. Auf gleiche Weise lässt sich der Manager das Wetter von München vorhersagen und 120 Kilometer in Meilen umrechnen.

Da ist er, der Wow-Effekt, der die Menschen fasziniert – und bisher Apple-Chef Jobs vorbehalten war.

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