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Googles Android Das bessere iPhone

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Softwareentwickler Prien und Beatrice Allesch Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Mit der Voice Actions genannten Funktion ist Google dem iPhone voraus. Telefonisten diktieren ihrem Handy jetzt E-Mails, fragen Suchbegriffe ab oder lassen das Telefon gesprochene Sätze mit dem Programm Google Translate in 15 Sprachen übersetzen.

Die Sprachsteuerung ist nur eine von vielen Ideen des Suchmaschinenkonzerns. Eine weitere ist das Straßenkarten-Programm Google Maps. Zwar gibt es die Software auch auf dem iPhone. Aber für Android hat Google das Programm jüngst mit exklusiven Funktionen angereichert: Ein Fingerwisch kippt die Karte in eine Vogelperspektive. In weltweit rund 100 Städten erscheinen Gebäudeumrisse sogar in 3-D-Darstellung auf dem Schirm.

Der Kartendienst macht das Smartphone zugleich zum vollwertigen Navigationsgerät, das den Fahrer mit Sprachhinweisen zum Ziel führt. Das nötige Kartenmaterial kann die Software seit Kurzem sogar zwischenspeichern. Das Handy lädt vor der Fahrt, etwa im Gratis-WLAN eines Cafés, die komplette Route herunter. Auf der Autobahn braucht es dann keine teure Mobilfunkverbindung mehr.

Gerüchte um Google-Musikdienst

Die Funktion Chrome2Phone wiederum führt Schreibtisch-Computer und Telefon auf neue Weise zusammen: Ein Klick in Googles Internet-Browser Chrome am PC, schon öffnet sich die gerade besuchte Seite auch auf dem Handydisplay – zum Weiterlesen unterwegs. Und wer in Chrome eine Telefonnummer markiert und anklickt, startet einen Anruf per Handy. Daneben mutieren Android-Telefone auf Wunsch zum tragbaren Internet-Hotspot für den Laptop. Und seit Dezember kann Android mit sogenannten Near-Field-Communication-Chips umgehen, die das Bezahlen mit dem Handy ermöglichen.

Gerüchteweise bereitet der Online-Riese sogar einen Musik-Wiedergabedienst vor, bei dem Nutzer ihre komplette Musiksammlung auf Google-Rechner kopieren – und von dort per Internet auf allen Android-Geräten abspielen können.

Digitale Spur durch den Tag

Google hat es geschafft, in großer Zahl Programmierer wie Tic-Mobile-Entwickler Prien für Android zu gewinnen. In den vergangenen zwölf Monaten vervielfältige sich der Softwarefundus von 21.000 auf inzwischen rund 240.000 Apps. Es ist eine kaum noch überschaubare Flut von Kleinstprogrammen, mit denen das Handy zur Spielekonsole, zum Bahnfahrplan oder zum digitalen Lufthansa-Ticket wird.

Viele Programme, die anfangs nur im App Store des iPhone zu haben waren, sind nun auch im Android Market gelistet. Etwa die Musikerkennung Shazam oder der Online-Speicherdienst Dropbox. "Was die Apps angeht, ist Google mittlerweile auf Augenhöhe mit Apple", sagt Athanassios Kaliudis, Smartphone-Experte beim Fachmagazin "Connect".

Umso mehr, als Google inzwischen ein breites Angebot an Gratisdiensten für das mobile Internet im Programm hat: vernetzte Kalender, die Bürosoftware Google Docs oder ein Preisvergleichswerkzeug, das mit der Handykamera Barcodes von Waren scannt und die besten Preise im Internet recherchiert.

Als Download auf Android-Handys ist auch Google Goggles verfügbar. Die Software erkennt Werbeplakate, bekannte Bauwerke, Weinetiketten oder Buchdeckel im Kamerasucher des Handys und lädt passende Informationen aus dem Internet. Bei Bedarf übersetzt die Software sogar fremdsprachige Speisekarten.

Wer möchte, kann schon heute mit Google auf dem Handy fast seinen gesamten Alltag organisieren – ohne dafür zu zahlen.

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