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Googles Android Das bessere iPhone

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Google-Gründer Page (links) und Brin bei der Präsentation des ersten Android-Telefons Quelle: Laif

Doch nicht nur Multimedia- und Technikfans kommen auf ihre Kosten. Wenn das iPhone preislich einem Porsche gleicht, sind bei Android auch Nissan Micras im Angebot. „Die offenen Plattformen erhöhen den Kostendruck nach unten“, sagt Friedrich Joussen, Deutschland-Chef beim Netzbetreiber Vodafone. Samsung beispielsweise verkauft schon jetzt das Galaxy 3 ohne Mobilfunkvertrag für 299 Euro – und damit für nicht mal halb so viel wie das aktuelle iPhone. Im laufenden Jahr sollen die Einsteigermodelle der Android-Armada auch dank neuer Billigplatinen sogar noch preiswerter werden.

Damit dringt Android selbst in Länder vor, in denen das iPhone für die meisten Menschen unerschwinglich ist. "Unsere Vision ist es", erklärte der im April scheidende Google-Chef Eric Schmidt kürzlich, "einer Milliarde Menschen preiswerte Touchscreen-Handys zu geben." Als Anfang Januar der chinesische Handyhersteller Meizu sein Android-Handy M9 auf den Markt brachte, standen die Fans in Peking und Shanghai zu Hunderten in Schlangen vor den Läden.

Solche Szenen gab es bislang nur, wenn ein neues iPhone auf den Markt kam.

Verloren in der Vielfalt

Schattenseite der großen Freiheit à la Google: Jedes Android-Handy will auf seine Weise bedient werden. Denn die Hersteller überziehen das System mit eigenen Bedienmenüs. Auch der Datenaustausch mit dem Computer ist etwa bei Sony Ericsson anders gelöst als bei HTC. Android-Nutzer müssen flexibel sein – und die Hersteller und Softwareentwickler auch. Die Geräte an den Android-Wildwuchs anzupassen ist nicht minder komplex, als der technische Aufwand, die Apps fortlaufend auf die Vielzahl unterschiedlicher Betriebssystemvarianten abzustimmen.

Zwar hat Android-Chef Rubin schon wiederholt Besserung gelobt. Tatsächlich aber nimmt die Softwarevielfalt, statt zu schrumpfen, eher noch zu.

Zumal sich Googles Betriebssystem nicht mehr nur auf Smartphones und Tablet-PCs, sondern auf Netbook-Computern breit macht. So arbeiten etwa einzelne Billigrechner von Acer oder Toshiba inzwischen ebenfalls mit angepassten Versionen von Android. Neue Fernseher von Sony übertragen mit Googles Softwarehilfe Web-Inhalte, Hunderte von Internet-TV-Kanälen und YouTube-Videos ins Wohnzimmer.

Griff nach den Sternen

Sogar Autohersteller wie die chinesische Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) statten die Armaturenbretter der ersten Limousinen mit Bordcomputern aus, auf denen Android die Regie führt. Spezielle Apps lesen während der Fahrt Stauinfos, E-Mails oder Facebook-Nachrichten vor.

Lange wird es nicht mehr dauern, bis auch auf Kaffeemaschinen und Mikrowellen ein Sticker mit dem kleinen grünen Roboter klebt. Konzeptgeräte wurden schon gesichtet.

Forscher der Universität Surrey in Großbritannien machen nicht einmal vor dem Weltall halt: Sie rüsten den Satelliten Strand-1 mit einem Android-Smartphone als Steuercomputer aus – weil das viel billiger ist als herkömmliche Technik. Eine App, um den Erdtrabanten zu navigieren, ist in Arbeit. Noch in diesem Jahr soll er in die Umlaufbahn starten.

Googles Griff nach den Sternen, er kommt Schritt für Schritt voran.

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