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Aufruf zum Umweltschutz Bürger sollen bis Ostern "Auto-Fasten"

Die Luft in deutschen Städten ist seit Jahrzehnten stark belastet. Schuld sind vor allem alte Diesel-Autos. Klimafreundliche E-Autos gibt es nur wenige. Experten raten den Bürgern nun zu einem radikalen Experiment.

Mehrere hundert Fahrradfahrer fahren 2008 auf einer abgesperrten Autobahn in Hamburg. Quelle: dpa

Das Umweltbundesamt und Klimaschützer rufen dazu auf, während der Fastenzeit der Umwelt zuliebe aufs Autofahren zu verzichten. Freiwilliges „Autofasten“ von Aschermittwoch bis Ostern könne dazu motivieren, auch dauerhaft auf Bus, Bahn oder das Rad umzusteigen. Während der 40 Fastentage sollten die Bahn und regionale Verkehrsträger allen „Autofastern“ Sonderrabatte gewähren, um neue Kunden anzulocken, sagte Katrin Dziekan vom Umweltbundesamt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Angestoßen haben das „Autofasten“ vor 20 Jahren die Kirchen. Dieses Jahr sind die Evangelischen Kirchen im Rheinland und in Hessen-Nassau mit dabei sowie die katholischen Bistümer Trier, Mainz, Fulda, Luxemburg und Köln. „In der Fastenzeit sind wir Christen aufgefordert, unsere Lebensgewohnheiten zu überdenken und zu überprüfen“, sagte der Umweltbeauftragte des Bistums Mainz, Franz Hock, der dpa.

Unterstützung kommt von den Grünen. Der Verkehrsexperte im Bundestag, Stephan Kühn, erklärte auf dpa-Anfrage: „Ich finde die Idee des Autofastens gut.“ Gegen die hohe Luftverschmutzung in der Luft helfe vor allem, weniger Auto zu fahren. Und wer mit Bus und Bahn fahre, komme nach seiner Erfahrung entspannter zur Arbeit und brauche sich nicht durch den täglichen Stau zu quälen.

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Die Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, schrieb auf Twitter, Fasten sei eine gute Sache - und Autofasten auch. Ratschläge brauche dazu aber keiner, Christen entschieden darüber frei.

Drei von vier Haushalten hierzulande haben mindestens ein Auto. Bundesweit gibt es rund 45 Millionen Fahrzeuge.

Ende Januar hatte das Umweltbundesamt mitgeteilt, dass auch 2016 die Luft in deutschen Städten zu stark mit Stickstoffdioxid belastet war. Schuld sind vor allem alte Diesel-Autos. Für Ozon und Feinstaub werden weiter die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Werte deutlich überschritten.

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