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Automesse Shanghai Heftiger Gegenwind für E-Autos in China

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BYD ist der Star der chinesischen Elektrofahrzeug-Branche

Im September folgte der konkrete Vorschlag, alle Autohersteller sollten im kommenden Jahr acht Prozent ihrer Produktion Elektroautos oder Hybrid-Modellen widmen. Im Jahr 2019 sollten es zehn Prozent sein, ein Jahr später zwölf. Wer diese Ziele nicht einhalte, könne stattdessen auch Zertifikate über Anteile von anderen Unternehmen kaufen, die die Marge überschritten, heißt es.

Wie aus der Branche verlautete, reagierten die Autobauer mindestens zurückhaltend. Die Ziele seien zu ehrgeizig, brachten sie vor. Möglicherweise ruderten die Behörden in einem für dieses Jahr erwarteten, aktualisierten Plan noch zurück, meldeten dann die Medien. Offiziell war dazu noch nichts zu hören.

Elektroautos im Kostenvergleich

Star in der chinesischen Elektrofahrzeug-Branche ist bisher BYD Auto aus Shenzhen. Das Unternehmen versorgt Taxi- und Busflotten in China und im Ausland mit Elektrowagen und findet auch bei chinesischen Autofahrern Kunden. Im vergangenen Jahr stieg der Verkauf nach Angaben von BYD auf 100.183 Fahrzeuge. Damit wäre BYD Auto schon das zweite Jahr in Folge die größte Elektromarke, vor Tesla mit 76 230 verkauften Fahrzeugen.

Die chinesischen Mitbewerber hingegen verbuchen keine anspornenden Erfolge. Die meisten konnten im vergangenen Jahr nur ein paar Hundert Hybrid-Autos veräußern. Grund dafür ist zum einen der im Vergleich zu herkömmlichen Benzinern doppelte bis dreifache Preis - bis zu rund 50.000 Euro -, aber auch die mangelnde Infrastruktur an Ladestationen im Land. „Die größten Sorgen beim Kauf eines Elektroautos sind der fehlende Auflade-Komfort und die armselige Reichweite der meisten Elektroautos“, sagt der Branchenanalyst Zhang Xin.

Hier zumindest will die Regierung Abhilfe schaffen. Sie hat der staatlichen Stromindustrie die Errichtung zusätzlicher Ladestationen verordnet. Bis zum kommenden Jahr soll die Zahl von gut 50.000 auf 100.000 öffentliche und 800.000 private steigen. Bis 2020 soll ein Netzwerk aufgebaut sein, das fünf Millionen Fahrzeuge versorgen kann. Die Verbraucher sollen derweil mit Steuer- und Gebührenerleichterungen gelockt werden.

Dennoch rechnen die Autobauer nicht mit einem schnellen Durchbruch. „Auch 2020 wird es noch kein profitables Geschäft“, meint John Zeng von LMC Automotive. Viele Hersteller werden daher erst einmal abwarten, wie die Bedingungen für den Kauf von Zertifikaten ausfallen. Und dann entscheiden, ob sie diesen Ausweg wählen oder doch mit eigener Technologie antreten.

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