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E-Bikes So viele Unfälle mit Pedelecs wie noch nie

Immer öfter kommt es zu Unfällen mit Fahrradfahrern, die mit Elektromotor unterwegs sind. 2016 wurde ein neuer Höchststand erreicht. Sind Pedelecs gefährlicher als gewöhnliche Drahtesel?

Die kommen, die Pedelecs
In deutschen Privathaushalten ist die Zahl der Fahrräder mit Elektromotor erneut deutlich gestiegen. Rund zwei Millionen E-Bikes standen zum Jahresbeginn in Kellern und Garagen von Privatleuten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren rund 400.000 Räder mehr als ein Jahr zuvor, ein Zuwachs von 25 Prozent – den sicherlich auch die Veranstalter der Fachmesse Eurobike in Friedrichshafen freuen dürfte. Quelle: dpa
Das Modelljahr 2017 beschert uns eine Reihe neuer E-Räder. Der Trend geht zu hochwertigeren Modellen, zu größeren Reichweiten und zu edlen Elektro-Bergziegen. Viele der kommenden Neuheiten kann man Ende August auf der Eurobike in Friedrichshafen live erleben ...   Quelle: PR
So etwa die dritte Generation des Delite von Riese & Müller, das künftig unter anderem mit doppelter Reichweite beeindrucken will. Das von einem Bosch-Mittelmotor getriebene Tourenbike wird weiterhin in 25- oder 45-km/h-Versionen zu haben sein. Optional kann künftig ein zweiter 500-Wh-Akku geordert werden, der das Reichweitenpotenzial verdoppelt. Das Delite wird zudem in fünf Ausstattungsvarianten mit Kettenschaltung, Nabenschaltung oder Automatik angeboten. Das mindestens 23 Kilogramm schwere, vollgefederte E-Bike, bei dem praktischerweise auch der Gepäckträger gefedert ist, soll mindestens 4.800 Euro kosten. Quelle: PR
Preislich und gewichtstechnisch auf ähnlichem Niveau bewegt sich das völlig neue S-Pedelec der U-Serie von Flyer. Das bis zu 45 km/h schnelle City-Bike soll in der Welt der Zweitwagen wildern. Als Neuheit bietet es die Flyer Intelligent Technology (FIT), die direkt in den Panasonic-Mittelmotor ein automatisch oder manuell schaltbares Zweiganggetriebe integriert. Weitere Besonderheiten der U-Serie sind ein 3,5-Zoll-Display am Lenker sowie eine elektrisch gesteuerte Bedieneinheit für die untereinander kommunizierenden Elemente Motor, Getriebe und Licht. Dank Seitenständersensor kann das Hightech-Rad bei Fahrtantritt sogar zum Einklapppen der Standstütze mahnen. Quelle: PR
Deutlich günstiger als die Flyer-Neuheit ist das neue Stadt-Pedelec E-Xite vom holländischen Hersteller Koga, welches in zwei Varianten angeboten wird. Das ungefederte E-Xite bietet eine Karbongabel sowie eine Zehngang-Kettenschaltung, Scheibenbremsen und Boschs zugstarken CX-Motor. Ab Frühjahr 2017 mit Diamant- oder Mixte-Rahmen ab 3.400 Euro erhältlich. Quelle: PR
Etwas komfortabler ausgelegt ist das E-Xite N8 mit Federgabel, Achtgang-Nabenschaltung, hydraulischen Felgenbremsen sowie dem Active-Line-Antrieb ebenfalls von Bosch. Ab Frühjahr 2017 mit Diamant- oder Mixte-Rahmen ab 3.400 Euro erhältlich. Quelle: PR
Wer gerne tourt und dabei eine entspannte Köperhaltung bevorzugt, sollte sich das neue E-Trike Scorpion von HP Velotechnik näher anschauen. Der Clou: Zum Modelljahr 2017 kann man das optional elektrisch angetriebene Liegerad mit Automatikschaltung und Hinterradfederung ordern. Die E-Bike-Variante ist mit einem 250-Watt-Tretlagermotor von Shimano und der elektrischen Achtgang-Nabenschaltung Nexus Di2 ausgestattet. Mit allen Extras kommt das Fahrrad auf 31 Kilogramm und kostet über 6.000 Euro. Quelle: PR

Die Zahl der Unfälle mit Pedelecs in Deutschland hat 2016 einen Rekordwert erreicht. Fahrer von Rädern, die durch einen Elektromotor beim Treten verstärkt werden, waren von Januar bis September in 3214 Unfälle verwickelt, bei denen 46 Menschen ums Leben kamen, wie das Statistische Bundesamt der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dies entspricht einer Steigerung um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als 2313 Unfälle mit 26 tödlich Verletzten registriert wurden.

Die Zahl aller Fahrradunfälle zwischen Januar und September stieg nur um rund sechs Prozent von 61 358 (2015) auf 64 964 (2016). Die Statistik gibt alle Unfälle mit Fahrrad-Beteiligung wieder. Welche Rolle der Fahrer beim Unfall spielte, wird nicht erfasst.

Auch die Zahl der Unfälle mit E-Bikes, bei denen der Fahrer gar nicht mehr in die Pedale treten muss und die nicht zu den Fahrrädern zählen, ist um 25 Prozent gestiegen: von 294 Unfällen zwischen Januar und September 2015 auf 367 im ersten Dreivierteljahr 2016.

Das Pedelec ist nach Angaben des Leiters der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann, nicht gefährlicher als ein gewöhnliches Fahrrad. Grund für die zunehmende Zahl an Unfällen sei auch, dass immer mehr solcher Fahrräder verkauft würden. Zudem führen durch die Elektrounterstützung wieder mehr ältere Menschen Rad. „Gerade Senioren bilden eine neue Nutzergruppe, die jetzt wieder ungeschützt auf dem Zweirad sitzt“, sagte Brockmann.

Der Zweiradindustrieverband schätzte die Zahl der Pedelecs und zulassungspflichtigen E-Bikes auf deutschen Straßen zuletzt im Jahr 2015 auf rund 2,5 Millionen, das entspricht rund 3,5 Prozent der 72 Millionen Fahrräder. Die Statistik über Unfälle mit Pedelecs und E-Bikes wird beim Statistischen Bundesamt seit 2014 geführt.

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