Grünes Lade-Netzwerk Mehr als die Hälfte aller Ladesäulen soll Ökostrom-fähig werden

Wie WiWo Green exklusiv erfahren hat, will ein branchenübergreifendes Netzwerk für mehr als 50 Prozent aller Ladesäulen eine Ökostrom-Möglichkeit schaffen.

Noch Kohle-, bald Wasserkraft? Eine Ladesäule in Leipzig. Quelle: dpa

Mit der sogenannten "Verkehrswende" soll der Verkehr umweltfreundlicher werden. Nur: Solange die Ladesäulen billigen Kohlestrom nutzen, ist nicht viel gewonnen. Richtig grün werden E-Autos nur mit Ökostrom.

Zwar gibt es bereits Grünstrom-Projekte für einzelne Ladesäulen, in Deutschland beispielsweise vom Stromanbieter Naturstrom enviaM, doch diese muss man schon gezielt ansteuern, will man grün auftanken.

Damit soll nun Schluss sein. Wie WiWo Green exklusiv erfahren hat, soll ein neues Projekt namens "Intercharge Green" Ökostrom theoretisch zu jeder Ladesäule bringen.

Branchenübergreifendes Projekt

Intercharge ist ein Projekt der Hubject GmbH, bei der es sich wiederum um ein Joint Venture von BMW, Bosch, Daimler, EnBW, RWE und Siemens handelt. Es vernetzt Ladestationen unterschiedlicher Betreiber – etwa Stadtwerke oder Stromanbieter.

Mehr als 50 Prozent der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland gehören nach Unternehmensangaben bereits zum Netzwerk, europaweit beträgt die Anzahl der zugänglichen Ladepunkte 10.000. "Diese Zahl wird weiter wachsen", verspricht Lasse Anbuhl, der an der Entwicklung von Intercharge Green beteiligt war. Partner gebe es auch im europäischen Ausland und sogar in Japan.

In Kooperation mit dem Nachhaltigkeits-Dienstleister "Southpole Group" sorgt Intercharge Green nun dafür, dass die entsprechend nachgefragte Ökostrommenge im Kleinwasser-Kraftwerk Palü in den Schweizer Alpen erzeugt und eingespeist wird. Es handelt sich also nur um eine Zertifikate-Lösung und keine Erzeugung von Ökostrom an der Ladesäule selbst.

Das macht das Konzept allerdings flexibel Anwendbar für die sogenannten Provider, also die Betreiber der Ladesäulen, die diese Option laut Anbuhl ab sofort anbieten können. Wie viele das zunächst sein werden, lasse sich noch nicht abschätzen.

Christian Hahn, CEO von Hubject, ist aber optimistisch, dass das Angebot angenommen werde: "Intercharge Green ist eine innovative Möglichkeit für Unternehmen, ein nachhaltiges Fahrstromportfolio anzubieten." Erst das mache Elektromobilität sinnvoll.

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