Innovatives E-Bike Der Kumpel unter den Fahrrädern

Elektrobikes sind Trend. Doch viele der Räder sind klobig und teuer. Ein dänisches Startup will das nun ändern.

Crowdfunding soll die serienmäßige Produktion des E-Bikes möglich machen. (Foto: MATE.BIKE)

Kopenhagen gilt als die fahrradfreundlichste Stadt der Welt – und so wundert es nicht, dass die beiden Gründer, die den E-Bike-Markt aufmischen wollen, aus der dänischen Hauptstadt stammen. Ihre Idee: ein E-Bike, das alltagstauglich und handlich, vor allem aber erschwinglich ist.

Um ihren Traum vom perfekten E-Bike zu realisieren, haben Christian Adel Michael und seine Schwester Julie Kronstrøm Carton auf Indiegogo eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. „Mate“ nennen sie ihre Entwicklung, was so viel bedeutet wie guter Kumpel – denn das soll das E-Bike sein.

Mit drei Handgriffen zusammengefaltet

Dem Geschwisterpaar geht es darum, ein möglichst vielseitiges Rad zu schaffen. Das Mate kann wie ein normales Fahrrad mit einer 7-Gang-Shimano-Schaltung gefahren werden. Wird es hügelig, bläst der Wind oder hat man es eilig, wird der elektrische Radnabenmotor dazu geschaltet. Eine Akkuladung, so die Gründer, reiche für eine Distanz zwischen 50 und 80 Kilometer. Damit eignet sich das Rad perfekt für Pendler.

Das Aussehen des E-Bikes erinnert dagegen eher an eine Mischung aus coolem BMX und praktischem Klapprad. Und tatsächlich ist das Rad so konstruiert, dass es sich mit drei Handgriffen zu einem handlichen Paket falten lässt – so ist es einfach im Auto oder in der Bahn zu transportieren.

Das sind die E-Bike-Trends für 2017
Elektrisch auf drei Rädern Mit ihren drei Rädern und der Gokart-ähnlichen Fahrdynamik haben die Fahrzeuge von HP Velotechnik schon immer eher an ein Auto als an ein Fahrrad erinnert. Vom Modelljahr 2017 an steckt in den Trikes noch mehr Auto: Als Weltneuheit präsentieren die Liegeradspezialisten „Scorpion“, eine Kombination aus Dreirad mit SHIMANO-Elektromotor und automatischer Gangschaltung. Das System erfasst unter anderem Geschwindigkeits- und Trittfrequenzdaten sowie den Druck, den der Fahrer auf das Pedal bringt – so wählt es automatisch den richtigen und effizientesten Gang. Dank einer effizienten Energienutzung (Lithium-Ionen-Akku mit 418Wh) beträgt die Reichweite bis zu 125 Kilometer. Die E-Trikes von HP Velotechnik sind ab November 2016 zu Preisen ab 4.670 Euro erhältlich. (Foto: hpvelotechnik.com)
Mehr Sicherheit …beim E-Bike-Fahren bietet das Anti-Blockier-System von BrakeForceOne. Dank verschiedener Sensoren erkennt der ABS-Algrorithmus, ob eines der Räder zu blockieren droht. Wenn ja, trennt das System die hydraulische Verbindung zwischen Bremsgriff und Bremssattel und regelt dann selbstständig den Bremsdruck. Das ABS wird über den Akku des E-Bikes mit Strom versorgt, ist jedoch nur kompatibel mit dem H2O-Bremsensystem von Brake ForceOne. Das ABS wird in Kleinserie ab Sommer 2017 erhältlich sein, der Preis ist noch nicht bekannt. (Foto: BrakeForceOne)
Nachhaltig, sozial – und aus BambusEine weitere Neuheit auf der Eurobike 2016 kommt aus Kiel: my Boo präsentiert mit „my Volta“ das erste eigene Bambus-E-Bike. Gemeinsam mit einem Partner-Unternehmen aus Ghana stellt das Start-up Fahrräder aus Bambus vor, die nachhaltig und sozial verträglich vor Ort produziert werden. Ab dem kommenden Jahr ist nun das erste Bambuspedelec erhältlich: Ausgestattet mit einem SHIMANO-Mittelmotor und einem 418Wh-Akku, hat das E-Bike eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern. Erhältlich ist das Bambus-E-Bike zum Preis von 3.999 Euro voraussichtlich ab Frühjahr 2017. (Foto: my Boo)
Clever gesichert …sind Räder mit der neuen „NutFix“-Technologie von Sicherheitsspezialist ABUS. An Laufrädern und Sattel werden die klassischen Muttern oder Schnellspanner einfach durch „NutFix“-Muttern ersetzt. Die Verschraubungen lassen sich mit normalen Maulschlüsseln öffnen – die Muttern werden allerdings von einer Kappe verdeckt, die nur heruntergezogen werden kann, wenn die Achse oder Schraube vertikal ausgerichtet ist, das Fahrrad also liegt. Wer sein Rad an einem festen Gegenstand wie einem Radparker anschließt, an dem es sich nicht auf die Seite legen lässt, kann die einzelnen Teile mit einfach und ohne aufwendiges Anschließen sichern. Die „NutFix“-Technologie ist ab Frühjahr 2017 ab 29,95 Euro erhältlich. (Foto: www.pd-f.de / abus)
Vom normalen Rad zum E-Rad …in nur 30 Minuten: Der E-Bike-Motor Pendix macht schnell und unkompliziert aus jedem konventionellen Fahrrad ein E-Bike. Das System besteht aus einem Akku, einem Ladegerät und einem Antrieb. Der Antrieb lässt sich in der Mitte des Fahrrads montieren, verschieden farbige Leuchten am Akku geben dem Fahrer Auskunft über die aktuelle Kapazität. Das Pendix-System kostet 1.490 Euro und ist mit dem Start der Eurobike erhältlich. (Foto: pendix.de)
Jeder neue Fahrstil …braucht eine neue Lösung. Deswegen stellt der Komponentenhersteller SRAM in diesem Jahr seine im Mountainbike-Segment bereits etablierten Schaltungstechnologien erstmals auch in einer speziellen E-Bike-Variante zur Verfügung: EX1 ist das weltweit erste Antriebssystem, das speziell für die Anforderungen von E-Mountainbikes entwickelt wurde. Es ermöglicht optimale Gangsprünge für gezieltere Schaltvorgänge und die beste Übersetzung für E-Mountainbikes mit Mittelmotor. Das Antriebssystem ist ab Herbst 2016 erhältlich, die einzelnen Komponenten kosten zwischen 20 Euro (SRAM X-SYNC™-Zahnkränze) und 450 Euro (E-BLOCK™-Kassette). (Foto: www.pd-f.de / Mathias Kutt)
Weniger VerschleißEin neues praktisches Zubehör kommt von SCHWALBE: Der „Nobby Nic Double Defense” ist ein Allround-Reifen, der speziell für elektrisch angetriebene Mountainbikes entwickelt wurde und besonders stabil ist. Zusätzlich zum normalen Schutzgewebe ist er mit einer zweiten Gewebeschicht unter der Lauffläche ausgestattet – das soll dem Reifen eine höhere Stabilität verleihen und besser vor Pannen schützen. Der Geländereifen ist ab Ende 2016 erhältlich und kostet etwa 40 Euro. (Foto: SCHWALBE)

Leicht zu tragen ist es allerdings nicht: Mit Batterie bringt das Rad rund 40 Kilogramm auf die Waage, ohne Akku immerhin noch die Hälfte. Der Lithium-Ionen-Akku versteckt sich nach Angaben der Entwickler hinter einem stabilen Verriegelungsmechanismus. Die Batterie kann entweder zum Laden entfernt und mitgenommen werden oder man schließt das Fahrrad direkt an eine Netzsteckdose an. Dank eines speziellen Quick Chargers soll sich die Batterie in nur zwei Stunden wieder aufladen lassen.

Ausgestattet wird das E-Bike mit Carbon-Scheibenbremsen und einer Vorder- und Hinterradaufhängung, die für eine sichere und reibungslose Fahrt sorgen soll. Mit den etwas dickeren All-Terrain- Reifen kommt man auch angenehm über unebenes, gepflastertes Gelände. Praktisch: Per USB-Kabel lassen sich elektronische Devices wie das Handy am Rad aufladen.

Im Crowdfunding für unter 1.000 Euro

Sobald das Mate in Serie produziert wird, soll es das Rad in verschiedenen farblichen Varianten und wahlweise mit einem 250W- und einem 350W-Motor geben. Wer sich am Crowdfunding beteiligt, kann sich jede Variante für deutlich unter 1.000 Euro sichern. Der spätere Verkaufspreis soll sich je nach Variante zwischen rund 1.800 Euro und 2.100 Euro bewegen.

Damit bleiben die Dänen deutlich unter den 2.999 Euro, die der taiwanesische Produzent Tern kürzlich für ein für ein vergleichbares Modell auf der Fahrradmesse Eurobike angekündigt hat. Dessen faltbares Elektrorad verspricht eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern und soll ab Frühjahr 2017 erhältlich sein.

Mit nur drei Handgriffen soll sich das E-Bike zusammenfalten lassen. (Foto: MATE.BIKE)

Die Verbraucher scheinen von der Idee des Mate und seinem Preis begeistert zu sein. Nach nur wenigen Tagen haben die beiden Gründer bereits deutlich über 600.000 Euro eingesammelt; das Fundingziel von 80.000 US-Dollar ist längst überschritten. Die ersten Auslieferungen sind für Oktober geplant.

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