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Internationale Energieagentur Öl-Zeitalter ist noch nicht zu Ende

Der Abschied von den fossilen Rohstoffen liegt noch in weiter Ferne. Und das, obwohl erneuerbare Energien für viele Länder günstiger sind als Öl- und Kohle-Investitionen.

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Öl-Pumpe Quelle: dpa

Um Klimaziele zu erreichen, müssen wir uns wohl von den fossilen Rohstoffen verabschieden. Doch so weit ist die Welt noch nicht, heißt es in einer Analyse. Dabei ist Solarenergie für viele längst günstiger.

Trotz der steigenden Nutzung erneuerbarer Energien sind die Zeiten von Öl und Gas nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) noch längst nicht vorbei. In den kommenden Jahrzehnten werde die weltweite Nachfrage nach Rohöl auch im Fall eines Elektroauto-Booms weiter steigen, sagten die Experten am Dienstag in ihrem Jahresbericht voraus. Das Wachstum werde bis 2040 aber nicht mehr so stark sein wie in der Vergangenheit.

Zwar verbrauchten Autos durch effizientere Technologie weniger. Lastwagen, Flugzeuge, Schiffe und die petrochemische Industrie aber trieben den Bedarf an Rohöl auf bis zu 105 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag. „Die Verbraucher auf der Welt sind noch nicht bereit, sich von der Öl-Ära zu verabschieden“, hieß es in der Analyse.

Die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. Zu den größten Profiteuren dieses fernöstlichen Grünstrom-Booms zählt XEMC. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2016 auf einem Marktanteil von 2,2 Prozent. Marktanteil 2,2 Prozent.   Quelle: REUTERS
Platz 13: Dongfang (China)Der chinesische Staatskonzern Dongfang stellt Schiffe, Lokomotiven und Gasturbinen her. Zu einem immer einträglicheren Geschäft werden aber auch die Windräder, die das Unternehmen aus der Provinz Sichuan fertigt. Marktanteil: 2,2 Prozent. Quelle: REUTERS
Platz 12: Senvion (Deutschland)Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion rangiert global gesehen nur noch auf Platz 12. Die Hamburger kämpfen derzeit mit schwindenden Aufträgen, bröckelnden Marktanteilen und sinkenden Umsätzen. Nach einer Konsolidierungsphase soll der Erlös bis 2019 aber auf 2,6 Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Damit die Konkurrenz Senvion in der Zwischenzeit nicht völlig enteilt, streicht der Konzern Hunderte Stellen und investiert in neue Produkte. Marktanteil: 2,5 Prozent. Quelle: dpa
Platz 11: Sewind (China)Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt. Marktanteil: 3,0 Prozent.   Quelle: dpa
Platz 10: CSIC Haiz huang (China)Unter den 14 führenden Windkraftkonzern der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2016 mehr als 40 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt. Marktanteil: 3,2 Prozent. Quelle: dpa
Platz 9: Mingyang (China)Chinas viertgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Marktanteil: 3,5 Prozent. Quelle: PR
Platz 8: Envision (China)Lei Zhang ist das Enfant terrible der Windenergieindustrie. Der Chef von Envision bezeichnet sein Unternehmen gerne als das „Apple der Energiewelt“. Statt wie die Konkurrenz lediglich „dumme“ Windräder herzustellen, will Zhang künftig mit einer offenen Plattform Geld verdienen, die Angebot und Nachfrage im Energiemarkt synchronisiert. Schwankende Solar- und Windenergie will er im großen Stil mit Stromspeichern, Elektroautos oder Industrieanlagen koppeln und auf lange Sicht mit dem smarten Steuern von Energieflüssen Milliarden verdienen. Zumindest ein paar Jahre lang dürfte der Verkauf von Windmühlen aber noch das Kerngeschäft von Envision bleiben. Anders als die Wettbewerber lässt Envision aber die Anlagen von Subunternehmen fertigen. Damit braucht der Konzern fast zwanzig Mal weniger Fixangestellte als die Branchenführer. Nur das Design und die Patente gehören Envision. „Wie bei Apple“, meint Unternehmenschef Zhang. Marktanteil: 3,5 Prozent. Quelle: Bloomberg

Davon profitieren unter anderem die USA. Bis Mitte der 2020er Jahre würden die Vereinigten Staaten zum weltgrößten Exporteur von verflüssigtem Erdgas, wenige Jahre später auch ein Netto-Ölexporteur. Im Jahr 2025 werde das Wachstum der US-Ölproduktion dann demjenigen Saudi-Arabiens auf dem Höhepunkt seiner Expansion entsprechen.

Weltweit wachse gleichzeitig allerdings keine andere Energieform so schnell wie Erneuerbaren. Das schreibt die Agentur auch fallenden Kosten zu: Bei Solarenergie seien sie seit 2010 um 70 Prozent, bei Wind um 25 Prozent gesunken. Für viele Länder seien Ökoenergien die günstigste Art. Deshalb, so die Erwartung der IEA, dürften zwei Drittel der globalen Kraftwerks-Investitionen bis zum Jahr 2040 in „grüne“ Technologien fließen.

Die weltweite Nachfrage nach Energie steigt der Prognose zufolge weiter enorm - aber dank höherer Effizienz nicht mehr ganz so stark wie in der Vergangenheit. Die IEA sagt für den Zeitraum zwischen 2017 und 2040 ein Plus von 30 Prozent voraus - so viel, wie derzeit China und Indien zusammen verbrauchen.

Dabei geht die Agentur von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 3,4 Prozent pro Jahr und einem Bevölkerungswachstum auf mehr als neun Milliarden Menschen bis 2040 aus. Am stärksten werde Indien zu der höheren Nachfrage beitragen. Doch auch Chinas Wandel zu einer „grüneren“ Energie könne zu einer schnelleren, sauberen Energiewende führen.

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