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Klimaziele Wettbewerbsexperten für Auslaufen der Ökostrom-Förderung

Deutschland wird seine Klimaziele bis 2020 wohl verfehlen, darüber sind sich viele Fachleute einig. Regierungsberater schlagen Lösungen vor, um die Vorgaben doch noch zu erreichen - und den Kostenanstieg zu begrenzen.

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Vorschlag ist ein Netzentgelt für die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen. Quelle: dpa

Die für Wettbewerbsfragen zuständige Monopolkommission hat sich dafür ausgesprochen, die Förderung von Ökostrom in Deutschland langfristig auslaufen zu lassen. Damit könnten sich dann auch die Strompreise für Verbraucher und Industrie ändern.

Wie alle nationalen Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasen führe auch die Förderung erneuerbarer Energien nicht zu einem Abbau der klimaschädlichen Emissionen, „sondern lediglich zu einer Verlagerung in das Ausland“, schreiben die Experten. Gleichzeitig steige die EEG-Umlage, die Verbraucher als Teil des Strompreises zur Finanzierung des Ökostromausbaus zahlen, heißt es in einem am Freitag in Berlin vorgelegten Sondergutachten der Berater.

Das aktuelle Preissystem aus Energie- und Stromsteuer sowie der Ökostrom-Förderung führe zu Verzerrungen. Anzustreben wäre eine Reform in Richtung eines einheitlichen CO2-Preises für alle Sektoren, um die Reduktionsziele beim Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) möglichst kosteneffizient zu erreichen. Die Netzbetreiber geben die Höhe der EEG-Umlage für 2018 noch im Oktober bekannt.

Nach Angaben des Vorsitzenden der Monopolkommission, Achim Wambach, gibt es wenig Konzentrations- und Marktmacht-Probleme auf dem Energiemarkt. Der Anteil der größten vier Versorger sei 2016 gegenüber dem Jahr 2014 gesunken - von 62 auf 54 Prozent. Eine große Herausforderung seien jedoch die Rahmenbedingungen der Energiewende.

Um die Kosten für den Netzausbau zu reduzieren, wird ein regional differenziertes Netzentgelt für die Erzeugung von Strom aus Solar- oder Windkraftanlagen vorgeschlagen. Dies wäre ein Anreiz für Betreiber von Ökostrom-Anlagen, etwaige Netzausbaukosten bei ihrer Standortwahl zu berücksichtigen. Es würde den Ausbaubedarf und die von Verbrauchern zu zahlenden Netzentgelte begrenzen. Eine solche Regionalkomponente könne den Zubau regional steuern und die Netzkosten der Energiewende verursachungsgerecht verteilen.

In Deutschland sind die Klimaziele weit ehrgeiziger als auf EU-Ebene. Auch die Monopolkommission verweist darauf, dass Deutschland sein Ziel, den Ausstoß von Treibhausgas bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, wohl verfehlen werde. Um die Ziele zu erreichen, „sollte vorrangig eine Einigung auf ambitioniertere Ziele auf europäischer Ebene angestrebt werden“, fordert die Kommission.

Die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. Zu den größten Profiteuren dieses fernöstlichen Grünstrom-Booms zählt XEMC. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2016 auf einem Marktanteil von 2,2 Prozent. Marktanteil 2,2 Prozent.   Quelle: REUTERS
Platz 13: Dongfang (China)Der chinesische Staatskonzern Dongfang stellt Schiffe, Lokomotiven und Gasturbinen her. Zu einem immer einträglicheren Geschäft werden aber auch die Windräder, die das Unternehmen aus der Provinz Sichuan fertigt. Marktanteil: 2,2 Prozent. Quelle: REUTERS
Platz 12: Senvion (Deutschland)Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion rangiert global gesehen nur noch auf Platz 12. Die Hamburger kämpfen derzeit mit schwindenden Aufträgen, bröckelnden Marktanteilen und sinkenden Umsätzen. Nach einer Konsolidierungsphase soll der Erlös bis 2019 aber auf 2,6 Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Damit die Konkurrenz Senvion in der Zwischenzeit nicht völlig enteilt, streicht der Konzern Hunderte Stellen und investiert in neue Produkte. Marktanteil: 2,5 Prozent. Quelle: dpa
Platz 11: Sewind (China)Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt. Marktanteil: 3,0 Prozent.   Quelle: dpa
Platz 10: CSIC Haiz huang (China)Unter den 14 führenden Windkraftkonzern der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2016 mehr als 40 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt. Marktanteil: 3,2 Prozent. Quelle: dpa
Platz 9: Mingyang (China)Chinas viertgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Marktanteil: 3,5 Prozent. Quelle: PR
Platz 8: Envision (China)Lei Zhang ist das Enfant terrible der Windenergieindustrie. Der Chef von Envision bezeichnet sein Unternehmen gerne als das „Apple der Energiewelt“. Statt wie die Konkurrenz lediglich „dumme“ Windräder herzustellen, will Zhang künftig mit einer offenen Plattform Geld verdienen, die Angebot und Nachfrage im Energiemarkt synchronisiert. Schwankende Solar- und Windenergie will er im großen Stil mit Stromspeichern, Elektroautos oder Industrieanlagen koppeln und auf lange Sicht mit dem smarten Steuern von Energieflüssen Milliarden verdienen. Zumindest ein paar Jahre lang dürfte der Verkauf von Windmühlen aber noch das Kerngeschäft von Envision bleiben. Anders als die Wettbewerber lässt Envision aber die Anlagen von Subunternehmen fertigen. Damit braucht der Konzern fast zwanzig Mal weniger Fixangestellte als die Branchenführer. Nur das Design und die Patente gehören Envision. „Wie bei Apple“, meint Unternehmenschef Zhang. Marktanteil: 3,5 Prozent. Quelle: Bloomberg

„Zusätzliche nationale Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen führen zu zusätzlichen Kosten“, heißt es. Auch würden Emissionen lediglich in das Ausland verlagert.

Um das Reduktionsziel zu erreichen, sollte aus Sicht der Experten auf europäischer Ebene der Handel mit Verschmutzungsrechten der Industrie gestärkt werden. Zertifikate für den Ausstoß von Treibhausgasen seien ein „sehr überzeugendes Instrument für die Klimapolitik“. Dazu müsse man weitere Sektoren wie Verkehr einbeziehen. Ein funktionsfähiges System ermögliche ein Auslaufen der Ökostrom-Förderung.

Die Monopolkommission bemängelt zudem die Vergabe von Konzessionen für den Betrieb der Strom- und Gasverteilernetze. Häufig erhalte nicht der kosteneffizienteste Bewerber den Zuschlag. Die Kommunen sollten daher den Wettbewerb auch über einen Abschlag auf das zu erwartende Netznutzungsentgelt steuern. Dieser würde bewirken, dass derjenige Bewerber eine Konzession erhält, der das Netz am effizientesten betreiben kann. Die Verbraucher könnten auf diese Weise von einem geringeren Netzentgelt profitieren, heißt es.

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