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Regenwald Weltweit gibt es immer weniger Tropenwälder

Tropische Wälder gehen immer stärker zurück Quelle: dpa

Durch Rodung, Abholzung und Landspekulation gehen immer mehr Wälder verloren. Besonders stark betroffen ist dabei Kolumbien. Auch das Friedensabkommen mit den Farc-Rebellen ist eine Ursache des Verlustes.

Das Friedensabkommen mit den Farc-Rebellen in Kolumbien hat eine unerwartete Auswirkung mit sich gebracht: eine dramatische Zunahme des Verlustes tropischer Wälder. Nachdem die Rebellen ihre Kontrolle über die Wälder nach Jahrzehnten aufgegeben haben, sorgen Landspekulation und die Abholzung sowie Rodung von Flächen für den Acker- und Bergbau für einen Verlust von Waldgebieten. Das geht aus Daten der University of Maryland hervor, die die Denkfabrik World Resources Institute am Mittwoch veröffentlichte.

Weltweit hat sich der Waldverlust demnach beschleunigt. Während der Anstieg in Kolumbien im vergangenen Jahr dramatisch gewesen sei, seien die Verluste in Brasilien als Heimat des Großteils des Amazonas-Regenwaldes gleichbleibend hoch geblieben. Brasilien mache fast 30 Prozent des Gesamtverlustes an Baumbedeckung aus - und der liege 2017 bei knapp 158 000 Quadratkilometern. Das entspricht beinahe der halben Fläche Deutschlands.

„Diese Zahlen zeigen eine alarmierende Geschichte von der Situation der Regenwälder dieser Welt auf“, sagte Andreas Dahl-Jørgensen, der stellvertretende Direktor von Norwegens Internationaler Klima- und Waldinitiative. Jedem müsse nun klar werden, dass etwas getan werden müsse. In Oslo findet in dieser Woche ein Tropenwaldforum statt, auf dem zur Sprache kommen soll, wie der Schutz von Wäldern dazu beitragen kann, die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens zu erreichen.

Den Veranstaltern der Konferenz zufolge verdient die organisierte Kriminalität bis zu 152 Milliarden Dollar (131 Milliarden Euro) jährlich mit der illegalen Abholzung von Tropenwäldern. Dies habe sowohl für die nachhaltige Entwicklung als auch für das globale Klima schädliche Konsequenzen, sagte der norwegische Klima- und Umweltminister Ola Elvestuen. Norwegen stattet den Kampf gegen illegale Abholzung mit einer Millionenspende aus. Das Land bringe sich mit 145 Millionen norwegischen Kronen (15,3 Millionen Euro) in eine internationale Partnerschaft ein.

Seit die Forscher 2001 angefangen haben, Daten zu dem Thema zusammenzutragen, handelt es sich 2017 um den zweithöchste Verlust von Wald nach 2016. Die Werte messen den Verlust der Baumbedeckung, was zu einem noch pessimistischeren Bild geführt haben könnte als andere Abholzungszahlen. Diese anderen Zahlen rechnen beispielsweise oft nicht mit ein, wenn ein Baum einem Feuer zum Opfer gefallen ist. Gerade in Brasilien spielten solche Brände den Daten zufolge aber eine größer werdende Rolle: 31 Prozent des Verlustes im brasilianischen Amazonas-Regenwald gingen auf Feuer zurück.
Im Vergleich zu Brasilien nimmt Kolumbien nur einen kleinen Teil des weltweiten Waldverlusts ein. Dabei handelt es sich dennoch um einen besorgniserregenden Anstieg von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fast 4250 Quadratkilometer gingen 2017 verloren, was mehr als dem Doppelten des Durchschnitts der Jahre 2001 bis 2015 entspricht.

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos räumte ein, dass der Rückzug der Rebellen teils für die Entwaldung verantwortlich ist. Seine Regierung bilde deshalb Sicherheitskräfte aus, die das Amazonas-Gebiet schützen sollten, sagte er am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP.

Den Daten der University of Maryland zufolge erreichte der Waldverlust in Kongo 2017 ebenfalls eine Rekordhöhe. In der Karibik hätten Hurrikane heftige Waldschäden verursacht. Was Santos dagegen Zuversicht verleihen könnte, ist ein Blick nach Indonesien: Dort ging der Waldverlust 2017 um satte 60 Prozent zurück - vor allem dank des besseren Schutzes von torfigen Gebieten in dem Inselstaat.

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