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Solar-Studentenprojekt Mit dem Sonnenwagen durch den Outback

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Die Schwierigkeit dabei sei, das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten so hinzubekommen, dass das Auto am Ende wirklich fahren kann. "Wir wollen allerdings bei der Challenge nicht einfach nur mitfahren, sondern möglichst gut abschneiden."

In den Herbstmonaten wollen die Studenten mit dem Bau erster Prototypen beginnen: kleine Wagen, ähnlich wie Seifenkisten, um die einzelnen Komponenten auszuprobieren.

Unternehmen sponsern die Komponenten

Im April soll der Sonnenwagen dann komplett montiert sein: höchstens 4,5 Meter lang und 1,80 Meter breit und mit einer Solarfläche von maximal 5 Quadratmetern. Bevor er im September per Luftfracht nach Australien geschickt wird, soll er im Sommersemester intensiv getestet werden.

Die Herausforderung: Der Sonnenwagen muss aerodynamisch, effizient, leicht und vor allem das schnellste Solarauto sein. (Foto: Sonnenwagen Aachen e.V.)

Spannend wird es dann im September, wenn der Sonnenwagen per Luftfracht nach Australien geschickt wird. Wer das Auto bei der World Solar Challenge letztlich fahren darf, wird erst im Frühjahr festgelegt. "Es müssen auf jeden Fall mehrere Leute sein", sagt Kaltz, "denn bei 40 Grad Außentemperatur 3000 Kilometer mit einer Geschwindigkeit um 90 km/h zu fahren, das ist echt anstrengend."

Um ein Grundbudget zu haben, hat sich der Verein zu Beginn des Projekts hauptsächlich durch die Mitgliedsbeiträge der Studenten finanziert. Letztendlich sei das jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen, sagt Kaltz.

"Die technischen Komponenten des Autos sind so anspruchsvoll, dass man sich schnell in hohen Summen wiederfindet." Deswegen setzt der Verein mittlerweile vor allem auf Sponsoren – und das funktioniert gut: "Man kann Unternehmen sehr gut für das Projekt begeistern", sagt Kaltz.

Leuchtturmprojekt für E-Mobilität

Das liege vermutlich auch an der Philosophie, die die Studenten haben: Es gehe ihnen nicht einfach nur darum, das Rennen zu gewinnen. "Vor allem wollen wir beweisen, dass E-Mobilität praktikabel ist", sagt Kaltz. "Wir wollen ein Leuchtturmprojekt sein und zeigen, dass man allein mit der Leistung einer Küchenmaschine ein ganzes Auto antreiben kann."

Egal, wie die Studenten bei der World Solar Challenge im kommenden Jahr abschneiden: Das Projekt soll danach weitergehen. Auf Messen und anderen Veranstaltungen will der Verein den Sonnenwagen präsentieren und die Menschen so für das Thema Elektromobilität sensibilisieren.

"Zudem sind wir schon am überlegen, wie wir unser Konzept beispielsweise in einem Start-up fortführen können", sagt Niklas Kaltz. So sollen die Ideen und Komponenten, die die Studenten entwickeln, im besten Falle alltagstauglich werden – damit vielleicht schon bald der Sonnenwagen auf Deutschlands Straßen unterwegs ist.

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