Studie Mehr erneuerbare Energien für weniger Geld

„Mehr für weniger“ - das ist die Kernbotschaft einer neuen Studie über die Entwicklung erneuerbare Energien. Zwar verringert sich das Investitionsvolumen weltweit. Der Hauptgrund ist aber: die Kosten sinken.

Die Kosten für Investitionen in erneuerbare Energien sind deutlich gesunken. Quelle: dpa

Mehr erneuerbare Energien für weniger Geld - der Ausbau der Stromerzeugung aus Wind- oder Solaranlagen ist 2016 weltweit weiter vorangekommen. Weil die Kosten für neue Projekte deutlich sinken, gingen insgesamt die Investitionen in erneuerbare Energien zurück. Das sind Kernaussagen einer neuen internationalen Studie. Experten fordern gleichwohl noch mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien.

Die Investitionen in erneuerbare Energien verringerten sich im vergangenen Jahr weltweit um fast ein Viertel auf 241,6 Milliarden Dollar (226,5 Mrd Euro). Die Menge an neuen Kapazitäten aus Erneuerbaren stiegen gleichzeitig um 8 Prozent auf 138,5 Gigawatt. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), der Frankfurt School sowie Bloomberg New Energy Finance hervor.

Der Anteil der Erneuerbaren am weltweiten Energiemix betrug im vergangenen Jahr 11,3 Prozent. Ein Grund für das niedrigere Investitionsvolumen seien gesunkene Kosten für Projekte etwa bei Photovoltaik oder Windkraftanlagen, heißt es in der Studie. Daneben habe sich in wichtigen Ländern wie China der Ausbau etwa im Solarmarkt 2016 verlangsamt. Auch in Entwicklungsländern wie Südafrika oder Mexiko sei weniger investiert worden. Angesichts des starken Dollar hätten auch Währungseffekte eine Rolle gespielt und für Kostensenkungen gesorgt.

Die meisten Investitionen gingen der Studie zufolge 2016 in Solaranlagen (113,7 Mrd Dollar), gefolgt von Windkraft (112,5 Mrd). China lag unter den einzelnen Weltregionen mit einer Investitionssumme von 78,3 Milliarden Dollar vorne, gefolgt von Europa (59,8) und den USA mit 46,4 Milliarden Dollar.

„Die Kosten für erneuerbare Energien haben sich erneut dramatisch verringert“, kommentierte Niklas Höhne, Leiter des New Climate Institute in Köln: „Dieser weltweite Übergang hin zu erneuerbaren Energien ist unaufhaltsam, trotz des möglichen Gegenwinds durch die Politik von US-Präsident Donald Trump.“

Die USA unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama hatten zwar das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. In dem Abkommen hatten sich 195 Staaten Ende 2015 das Ziel gesetzt, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt auf „deutlich unter zwei Grad“ Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Jedes Land soll eigene Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase setzen.

Obamas Nachfolger Trump hat jedoch wichtige Klimaschutzbestimmungen gekippt. Umweltverbände hatten die Entscheidung scharf kritisiert: Die USA verabschiedeten sich vom Klimaschutz.

Für das Einhalten der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens sei ein deutlich größeres Tempo beim Umbau der Energieversorgung erforderlich, sagte Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Der Rückgang der Umsätze bei steigender Stromerzeugung zeige, dass die erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren signifikante Kostensenkungen aufweisen konnten. „Photovoltaik- und Windkraftanlagen gehören in vielen Regionen der Erde inzwischen zu den preiswertesten Möglichkeiten, mit Neuanlagen Strom zu erzeugen.“

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