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Trockenobst aus Indonesien Soziales Unternehmen mit Geschmack

Mit "Laros" hat der Bayreuther Student Franz Purucker ein Unternehmen gegründet, das Bio-Obst vor dem Abfall rettet und nebenbei Stellen im Bio-Bereich schafft.

Exotische Früchte, die sonst auf dem Müll landen würden. (Bild: Laros)

Bayreuth, da denkt man als Deutscher gleich an Wagner und Schäufele, die berühmte oberfränkische Schweineschulter. Kommt man aus Indonesien, denkt man vielleicht eher an Trockenfrüchte. Schuld daran trägt Franz Purucker.

Gründer Franz Purucker. (Foto: Laros)

Der 19-Jährige hatte sich nach seinem Abitur entschieden, ein soziales Jahr im Ausland zu leisten. Indonesien sollte es sein. Dort lebte er in einem abgelegenen Dorf auf Java. Zunächst gab er Englischunterricht, mit der Zeit stellte er aber fest, dass nach großen Ernten auch immer viel von dem angebauten Obst auf dem Müll landete. Je nach Saison gibt es dort mehr Drachenfrüchte, Schlangenfrüchte und Jackfrüchte als vor Ort gegessen werden. So gründete Purucker das Sozialunternehmen "Laros".

Mitarbeiterinnen schneiden Stücke aus dem Obst, die danach getrocknet werden können. (Foto:Laros)

Laros arbeitet wie ein Netzwerk mit Kleinbauern, verarbeitenden Betrieben und den Absatzmärkten zusammen. Die Früchte, die Laros nutzt, werden nach den Prinzipien des Ökolandbaus angebaut. Bevor sie auf dem Kompost landen, werden sie in einem Solar-Dehydrator mit Sonnenkraft getrocknet - und schließlich in Supermärkten in Bali und Jakarta verkauft.

Vorwurf der neokolonialen Spielwiese

Natürlich könnte man dem Jungunternehmer vorwerfen, er schaffe nach westlichem Vorbild ein Unternehmen, welches vor Ort fremd erscheint und dessen Gewinne nicht vor Ort bleiben. Doch Franz Purucker gründete das Unternehmen nicht alleine. Der Mitgründer Anang Setiawan trägt die junge Firma inzwischen mit einem kleinen Team weiter – immerhin 4 Arbeitsplätze konnten durch Laros bereits geschaffen werden.

"Das Projekt kann nur nachhaltig sein, wenn sich die Leute in Jambewangi komplett verantwortlich und verbunden fühlen. Daher habe ich einen Großteil meiner Verantwortung an das lokale Team abgegeben. Anang ist hochmotiviert und freut sich auf seine Verantwortung als Geschäftsführer", so Franz Purucker. Der Junggründer ist sich demnach durchaus bewusst, dass Arbeitskultur und Kommunikationsweisen weltweit unterschiedlich ablaufen können und bemüht sich um interkulturelle Sensibilität.

So sieht die Drachenfrucht nach der Trocknung aus. (Foto: Laros)

Starthilfe für sein Unternehmen gab auch eine erfolgreiche Crowdfundingkampagne. Immerhin 5000 Euro konnte Laros sammeln. Mit dem Geld wurde eine professionelle Produktionsstelle gebaut, die hygienischer als die vorherige ist und eine effizientere Arbeitsweise erlaubt. Auch in die Ausweitung des Verkaufsnetzwerks in Bali investierte das Team von Laros. Neben dem Aufbau ihrer Website entwickeln sie nun einen neuen Solartrockner mit dreifacher Kapazität.

Kapazitäten und Gesetze setzen dem Export Grenzen

Nun gibt es Pläne auch Supermärkte zu beliefern. Noch reichen die Produktionskapazitäten dafür allerdings nicht aus. Auch Gemüsechips aus Süßkartoffeln oder Rote Beete sollen bald in das Sortiment aufgenommen werden. Nach Europa kommt das Trockengut zunächst allerdings nicht. Zu kompliziert sind die Exportbestimmungen.

Mittlerweile beschäftigt das Start-up ein größeres Team, das das Obst verarbeitet und trocknet. (Foto: Laros)

Bleibt die Frage ob dem Food-Start-up andere Trockenfruchtproduzenten zuvor kommen, oder ob die nicht bereits den Markt abgedeckt haben. "Bisher trocknet niemand Drachenfrüchte oder Schlangenfrüchte", so der Bayreuther Gründer. "Die Art der Früchte ist schon eine Nische. Dazu kommt, dass viele andere Produzenten Zusatzstoffe verwenden oder rein profitorientiert arbeiten - wir nicht. Wir bleiben mit unseren gesunden, exotischen Früchten ein Sozialunternehmen und das auf lokaler Ebene."

Wie es nun mit Laros weitergeht, wird sich das nächste Jahr zeigen. Purucker selber verlässt Indonesien um ein Wirtschaftsstudium zu beginnen. Unterstützen möchte er das Unternehmen jedoch weiterhin bei der Marketingarbeit und vielleicht eines Tages beim Aufbau des Exportmarktes.

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