Umfrage Deutsche haben immer noch keine Lust auf Atomstrom

Die Deutschen befürworten weiterhin den Atomausstieg - die nun präsentierten Ergebnisse der Endlagerkommission dürften das nur bestätigen.

Zurzeit steht der Atommüll noch in Zwischenlagern, hier in Gundremmingen (Bayern). Beliebt ist er nicht. Quelle: dpa

Der Atomausstieg ist beschlossene Sache, aber auch wenn die erneuerbaren Energien mittelfristig billiger sind, steigen mit der Energiewende derzeit die Strompreise. Doch für die meisten Deutschen ist das nicht Grund genug, um der Atomkraft nachzutrauern: 70 Prozent halten den Atomausstieg immer noch für richtig und fast genauso viele fordern ein europaweites Aus der Atomenergie.

Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor, das der Stromanbieter Lichtblick in Auftrag gegeben hat. 20 Prozent halten den Ausstieg, der vor fünf Jahren beschlossen wurde, immer noch für falsch. Doch wer sich die Kosten genau anschaut, dürfte für die Energiewende sein, glaubt Gero Lücking, Geschäftsführung Energiewirtschaft bei Lichtblick: "Die Erneuerbaren werden immer wirtschaftlicher, sodass die Energiewende auch ökonomisch nicht mehr aufzuhalten ist."

Zwei Drittel der Bevölkerung halten nun auch einen europäischen Atomausstieg nach deutschem Vorbild für notwendig, 18 Prozent sind dagegen. Größte Zweifel hegen die Deutschen an der Sicherheit der Kraftwerke, vor allem in den Bundesländern, die in direkter Nachbarschaft zu Atomkraftwerken liegen: In Rheinland-Pfalz halten 81 Prozent und in Nordrhein Westfalen 79 Prozent der Befragten Atomkraftwerke in anderen EU-Ländern nicht für sicher - die gehäuften Störfälle in Tihange und Doel (Belgien) oder Fessenheim (Frankreich) dürften der Grund sein.

Und auch ein Endlager ist noch in weiter Ferne: Anfang des Monats hatte die Endlager-Kommission ihre Pläne gekippt, in den kommenden Jahrzehnten ein Endlager in Betrieb nehmen zu können. Für hochradioaktive Abfälle gibt es weltweit noch kein Endlager. Die Suche soll nach dem Willen der Kommission in allen Bundesländern ergebnisoffen starten.

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