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US-Präsident Trump findet Klimaerwärmung besser als Kältewelle

US-Präsident Donald Trump Quelle: dpa

Von den Neuenglandstaaten bis Ohio sind die Temperaturen auf bis zu minus 35 Grad Celsius gefallen. Im warmen Florida twittert der Präsident: Etwas „good old Global Warning“ wäre jetzt doch schön.

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In gut der Hälfte der USA ist es in diesen Tagen so kalt wie in einem Tiefkühlschrank. Die Kältewelle ist so unerbittlich, dass sich die Behörden von den Neuenglandstaaten an der Ostküste bis Ohio im Mittleren Westen Sorgen um Obdachlose, Arme und Senioren machen. Wer etwa seine Stromrechnung nicht bezahlt hat oder bezahlen konnte, ist auch in seiner Wohnung von Unterkühlung und Erfrierungen bedroht.

Für Präsident Donald Trump ist die arktische Kälte ein weiterer Beleg dafür, dass es die globale Klimaerwärmung gar nicht gibt. Er twitterte: „Im Osten könnte es das KÄLTESTE aufgezeichnete Silvester werden. Vielleicht könnten wir ein wenig von der guten alten globalen Erwärmung gebrauchen, zum Schutz gegen die unser Land, aber kein anderes Land, vorhatte, BILLIONEN AN DOLLAR zu zahlen. Packt euch warm ein!“

Trump verbringt die Tage zwischen den Jahren im warmen Florida, im kurzärmeligen Hemd fuhr er zum Golfspielen auf seinem Anwesen Mar-a-Lago. Bei seinem Tweet ignorierte er den Unterschied zwischen Wetter und Klima - das eine sind relative kurzfristige atmosphärische Lagen, das andere eine Zusammenfassung von Wetterbeobachtungen über einen längeren Zeitraum.

Wen und was Trump schon alles "bad" nannte

Wie kalt es im Osten der USA ist, veranschaulicht ein vierbeiniges Kälteopfer in Ohio. Eine American-Bully-Hündin wurde tiefgefroren auf der Veranda eines Hauses gefunden. Der Besitzer sagte der Zeitung „The Blade“, ihm seien Strom und Wasser abgestellt worden, so dass er woanders hingezogen sei. Seine Hunde habe er zurückgelassen, sich aber um sie gekümmert. Wie die Hündin auf die Veranda gelangt sei, könne er nicht sagen.

In Watertown im US-Staat New York wurden am Donnerstag minus 35 Grad Celsius gemessen. Auf dem Mount Washington in New Hampshire waren es sogar minus 37 Grad. In New York wurden zum Jahreswechsel - „wenn die Kugel fällt“ - minus sieben bis minus elf Grad erwartet. Im Mittleren Westen dürften es am Wochenende minus 18 Grad werden, und in Montana wurde mit heftigen Schneefällen gerechnet.

In Ohio baten die Behörden darum, dass sich Familien um ihre Senioren kümmern und sicherstellen, dass sie es warm genug haben. In mehreren Städten wurden Aufwärmzentren für Obdachlose geöffnet. Aber nicht alle nehmen das Angebot an. Denen, die auf der Straße bleiben wollen, werden von Helfern Decken, warme Kleidung und ein heißes Getränk gegeben.

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