WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Greentech-Vordenker Unternehmen verschlafen den grünen Umbau

Seite 2/2

Kaum ein international aufgestelltes Unternehmen kann bis zum letzten Lieferanten die Kontrolle behalten.Niemand sagt, dass es einfach wird. Aber kein Unternehmen kommt künftig darum herum, sein Lieferantenmanagement an nachhaltigen, klar definierten Zielen auszurichten. Sonst erleben Sie schnell einen PR-Gau...

...wie das Beispiel Nestlé zeigt.Umfragen belegen, dass in über 60 Prozent der deutschen Großunternehmen das Instrument des nachhaltigen Lieferkettenmanagements unbekannt ist oder es zumindest nicht angewendet wird.

Welche Instrumente müssen Unternehmen schaffen?Konzerne wie BASF und die Telekom haben Abteilungen gegründet, die das gesamte Unternehmen in Nachhaltigkeitsfragen beraten und sämtliche Geschäftsbereiche durchleuchten.

Das reicht schon? Es ist ein erster Schritt. Nachhaltiges Wirtschaften kann nur funktionieren, wenn das Management diese Ziele verfolgt und wenn die gesamte Strategie darauf ausgerichtet wird. Dafür müssen sie Ziele formulieren: Etwa, den Energieverbrauch um 20 Prozent zu senken, oder den Rohstoffeinsatz zu halbieren.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Wie teuer wird die grüne Umstellung? Unternehmen sollten Nachhaltigkeit als Investition behandeln, die sich auszahlt durch langfristig bessere Produkte sowie geringere Energie- oder Rohstoffkosten.

    Wie lassen sich die Strategien vergleichen?Unternehmen sind in puncto Nachhaltigkeit branchenübergreifend praktisch nicht vergleichbar. Ein Maschinenbauer hat andere Einsparpotenziale als ein Telekommunikationskonzern. Es gibt allerdings Ansätze, Nachhaltigkeit über Kennzahlen zu operationalisieren, um einen brancheninternen Vergleich zu ermöglichen. Dafür werden Energieverbrauch, Treibhausgasemission und Mitarbeiterfluktuation verglichen. Einen einheitlichen Standard gibt es aber nicht.

    Nicht einmal für das Controlling der Treibhausgasemissionen gibt es Regeln. Das lädt zur Manipulation geradezu ein.Die Gefahr besteht. Einige Unternehmen, wie der Chemiekonzern BASF, verfolgen den Cradle-to-Grave-Ansatz. Dabei wird für die CO2-Bilanz eines Produkts der Ausstoß über den gesamten Lebenszyklus betrachtet, vom Rohstoffabbau bis zur Entsorgung. Die meisten Unternehmen jedoch berücksichtigen lediglich die bei der Produktion emittierten Klimagase. Die machen bei Investitionsgütern wie Maschinen oder Computern aber nur zehn Prozent aus.

    Brauchen wir einen Nachhaltigkeits-TÜV, um die Ansätze vergleichen zu können? Wir brauchen ein einheitliches, von der Industrie entwickeltes Regelwerk.

    Es wäre das erste Mal, dass so etwas funktioniert.Die Industrie hat keine andere Wahl.

    Angenommen, die Industrie würde sich auf breiter Front ändern, wie groß wäre das Einsparpotenzial? Wir haben in einer Studie gezeigt, dass Industrieunternehmen mehr als 25 Prozent der Energie einsparen könnten – wenn sie am Ende einer Investitionsperiode neue Maschinen anschaffen würden.

    Wieso tun Unternehmen das nicht? Oft kaufen sie veraltete Geräte, um zu sparen. Dabei würde sich ein effizienteres Pendant in der Regel nach drei Jahren rechnen. Gleichzeitig müssten sie aber auch ihr Verhalten ändern und beispielsweise Pumpen abschalten, wenn sie nicht gebraucht werden.

    Sind Sie nur Mahner, oder haben Sie auch Ihr Leben umgestellt?Bei meinem Hausbau habe ich nahezu alle gängigen grünen Technologien eingesetzt: Wärmedämmung, Fotovoltaik und Wärmepumpe – wir haben sogar die Fensterfront gen Süden ausgerichtet.

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    Zur Startseite
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%