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Hi-Fi Kleine Spieler mit klangvollen Namen

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Mit den veränderten Produktionszyklen beim Wechsel von der analogen in die digitale Welt haben die deutschen Ingenieure nicht mitgehalten. Das hat auch die Fotobranche zu spüren bekommen.

Der Kamerahersteller Leica hat Mitte August innerhalb von zehn Jahren zum siebten Mal den Chef gewechselt. Der traditionsreiche Hersteller aus Wetzlar, dessen Sucherkamera aus der M-Reihe einst zu den begehrtesten Fotoapparaten zählte, gehört heute zu 96,5 Prozent dem Österreicher Andreas Kaufmann. Der Übergang ins digitale Zeitalter geriet so ruppig, dass Leica daran beinah zerbrach, erst im Geschäftsjahr 2009/10 ist der Turn-around gelungen – bei einem Umsatz von 158 Millionen Euro.

Statt der Liebe zur Fotografie war vielen Kunden die Bequemlichkeit des digitalen Fotografierens wichtiger; Leica konnte den schnellen Entwicklungsschritten in der Digitalfotografie anfangs nur hilflos zusehen. Heute, wo die Jagd nach Megapixeln ihrem Ende entgegengeht, kann die Marke mit Werten wie Zuverlässigkeit wieder punkten, die den Kunden die höheren Preise wert sein sollen. In der Digitaltechnologie kooperiert Leica seit Jahren mit dem japanischen Unternehmen Panasonic.

Für digitale Innovationen aus dem eigenen Haus sei es hingegen längst zu spät, meint der Berater für Innovationsmanagement und Autor des Buches „Rethinking the Future“, Rowan Gibson: „Wer einmal seine Innovationsfähigkeit ausgelagert oder sie verloren hat, bekommt sie nie wieder zurück.“

"Wofür steht unsere Marke?“

Keine acht Kilometer von Leica entfernt, versucht Thorsten Kortemeier gar nicht erst, dem asiatischen Tempo zu folgen. „Die Japaner beherrschen die Schlüsseltechnologien, ohne die man nicht mithalten kann“, sagt der Gesellschafter und Geschäftsführer der Marke Minox, die Kortemeier durch einen Management-Buy-out 2001 aus der damals schwächelnden Leica AG herauslöste. Der Ruhm von Minox geht zurück auf die von Firmengründer Walter Zapp bereits 1936 erdachte Spionagekamera, die Weltruhm erlangte durch ihre Auftritte in James-Bond-Filmen. Die Minox 35 war dann die handliche Kleinbildkamera, mit der Minox Erfolge feierte, die aber den Niedergang auch nicht verhindern konnte.

„Als wir vor zehn Jahren hier angefangen haben, fragten wir uns als Erstes: Wofür steht unsere Marke?“, sagt Kortemeier. Die Antwort war nicht Innovation, sondern die Konzentration auf Miniaturkameras. So entstanden Miniaturen einstiger Prestigekameras von Hasselblad, Contax oder Rollei als Digitalkamera, die Kortemeier im Fachhandel, aber auch an Bord von Flugzeugen vertreibt. Dazu kommen digitale Versionen der Spionagekamera, aber auch klassische Kompaktkameras, die Kortemeier in Asien fertigen lässt. 35 Mitarbeiter sind bei Minox heute in Deutschland angestellt, weltweit arbeiten 300 Menschen für Minox, einst waren es rund 1000. „Wir sind in unserer kleinen Nische gut unterwegs“, sagt Kortemeier.

Neue Geschäftsmodelle

Mehr als einen kleinen Platz in der Nische sucht derweil Telefunken. Nachdem die Marke lange brachlag, entschloss sich 2007 der ehemalige Vorstand der Lufthansa und Bahn, Hemjö Klein, von der Daimler AG die Markenrechte zu kaufen und sie in seine Live Holding zu integrieren. „Für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag“, so Sergio Klaus-Peter Voigt, ehemaliger Vize-Chef der Elektronik-Fachmarktkette Media-Saturn und heutiger COO der Telefunken Holding.

Statt klassisches Lizenzgeschäft zu betreiben, strebt die neue Telefunken mit ihren gut 20 Mitarbeitern in Deutschland und Hongkong nach mehr: Die rund 50 Partner in aller Welt, die die Produkte herstellen oder vertreiben, sollen bestimmte Bedingungen erfüllen, die in Verträgen mit Laufzeiten zwischen fünf und sieben Jahren festgezurrt werden. Dazu gehört die Produktqualität, die Telefunken in einem eigenen Labor in Hongkong überprüfen will. Rund 550 Millionen Euro Umsatz sollen die Produkte, vom MP3-Player bis zur Wetterstation 2010, erwirtschaften. „Dieses Modell, mit Partnern Produkte zu entwickeln unter dem Dach einer starken Marke, gehört die Zukunft“, glaubt Voigt.

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