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High End 2011 Messe für Klangpuristen

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Hornlautsprecher mit Basshorn in der Mitte von Avantgarde Acoustic

Aber wie gesagt, es geht hier um Musik und Emotionen. Wer also hören will, wie die Manifeste der Ingenieurskunst musizieren, begibt sich in einen der zahlreichen Hörräume der Messe. Dort sind komplette Anlagen ehrfurchtgebietend wie Altäre aufgebaut. Männer mit Fotoapparaten schleichen respektvoll um die Wunderwerke der Elektronik herum oder sitzen andächtig lauschend auf Klappstühlen. Und, anders als beim Elektro-Discounter, wagt es keiner, die Geräte anzufassen oder an den Reglern herumzudrehen.

Ehrfurchtgebietend kommen auch die ungewöhnlich gestalteten Boxen des französischen Traditionsherstellers Cabasse daher. Dessen Spitzenmodell Artis ist ein 4-Wege-Standlautsprecher mit integriertem Verstärker. Damit das System auch im eigenen Heim so klingt wie der Preis von 80.000 Euro verspricht, sind ein Steuergerät mit Raumeinmessung und Mikrofon im Preis enthalten. Damit können die Boxen an die akustischen Verhältnisse im Wohnzimmer angepasst werden. Das ist keine technische Spielerei, der Gewinn an Klangqualität nach einer solchen Anpassung ist hörbar.

Lautsprecher mit individueller Anpassung

Das Konzept ist allerdings auch deutlich billiger zu haben. So bietet beispielsweise Phonar Akustik ein individuell anpassbares System für etwa 12.000 Euro. Die edlen Standboxen von Phonar sind teilaktiv. Elektronisch steuern lässt sich hier der Tieftonbereich über einen digitalen Signalprozessor, der seine Rauminformationen ebenfalls von einem Mikrofon erhält. Das ist sinnvoll, denn in den meisten Wohnräumen ist es der Tieftöner, der Probleme macht. Dessen Schallwellen breiten sich kugelförmig aus und werden von der Wand hinter dem Lautsprecher reflektiert. Das wiederum führt häufig zu dem bei Highend-Kennern so gefürchteten "aufgedickten" Bass.

Trotz aller Bekenntnisse zur Musik und Emotionen, die High End spiegelt natürlich auch die Trends wider. So gibt es dieses Jahr eine Menge Geräte zu sehen, bei denen Lifestyle und Design im Vordergrund stehen. Etwa bei den flippigen Lautsprechern des bulgarischen Boxenspezialisten EBTB (EBTB, everything but the box). Die Entwickler haben sich offenbar von der Raumfahrt inspirieren lassen, dafür sprechen Produktnamen wie Sputnik oder Venus und das entsprechend extravagante Design der Boxen.

Mobile Kopfhörer

Ein weiterer Trend ist der zu hochwertigen Mobil-Kopfhörern. Die sind vor allem interessant für den Musikhörer, dem der mitgelieferte Ohrstöpsel von iPod und Co. nicht gut genug ist und dem auch der etwas bessere In-Ear Kopfhörer für 30 Euro nicht mehr reicht. Unternehmen wie Sennheiser, Beyer Dynamic oder auch das süddeutsche Unternehmen Ultrasone zeigen auf der Messe ihre klanglich optimierten Mobilhörer. Der Zino von Ultrasone kostet 99 Euro, der T 50 p von Beyer Dynamic satte 249 Euro. Gar 890 Euro verlangt das Heilbronner Unternehmen für sein mobiles Spitzenmodell, den T 5 p. Dafür dürfte der Musikliebhaber auch unterwegs mit klanglich ansprechender Kost versorgt sein.

Neben all den Exklusivitäten zollt die High End dem Trend zu Komfort und der Zusammenarbeit mit dem Computer ihren Tribut. Ein interessantes Produkt ist in diesem Zusammenhang die Media Box des bereits oben erwähnten österreichischen Herstellers Pro-Ject. Damit kann der Anwender Musik von SD-Karten oder USB-Stick über einen herkömmlichen Hi-Fi-Verstärker wiedergeben. Wer also im Lauf der Zeit seine Musik-CDs als MP3 auf die Festplatte seines PCs gerippt hat, kopiert diese einfach auf SD-Karte oder USB-Stick, steckt das Speichermedium in die Media Box und der D/A-Wandler (digital/analog) schickt die Musik an den Verstärker.

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