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Hotels Mit Technikkomfort auf Gäste-Fang

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Hotel Peninsula Shanghai

Der gebürtige Norweger und ausgebildete Telekommunikationsexperte Herland beaufsichtigt seit fünf Jahren die Arbeit von 26 Mitarbeitern des „Electronic Services Department“ im fünften Stock des Sun Hing Industrial Building in Hongkong. Direkt hinter der Rezeption verbirgt sich die digitale Schaltzentrale der Peninsula-Hotels. Monitore, Flachbildfernseher zum Testen und zahlreiche angegraute Desktopcomputer füllen den Raum. Von hier aus kann das Electronic Services Department die wichtigsten Daten jedes Zimmers in den neun Hotels in Asien und Amerika ablesen: Nicht nur die Temperatur, sondern auch, ob der Gast den Knopf für „Do not disturb“ gedrückt hat. Jedes Hotel hat seinen eigenen Server, aber von Hongkong aus kann zusätzlich alles überwacht und gesteuert werden.

Herlands Kollegen arbeiten in weißen Kitteln, ihre Schreibtische sind je nach Aufgabe von Platinen und Displays oder Zimmerplänen übersät, auf den Computermonitoren leuchten Kolonnen in Programmiersprache auf. Das Einzige, was der Besucher auf Anhieb versteht, sind die Displays, die an einem Arbeitsplatz gerade im Testlauf sind. Etwas größer als bei einem iPhone von Apple zeigen sie Symbole für Telefon oder Licht. Mit ihnen sollen in Zukunft die Zimmer der Peninsula-Hotels bei Neubau oder Renovierung ausgerüstet werden, wie das erste Hotel der Kette in Europa, das 2013 in Paris in einem historischen Gebäude in der Avenue Kleber eröffnet wird. Auch ein iPad mit den gleichen Funktionen wie die Displays für die Wandmontage ist schon fertig programmiert. Dank der Displaytechnologie können die Funktionen in jeder Sprache, von Arabisch bis Japanisch, angezeigt werden. Sobald der Gast eincheckt, wird das Zimmer entsprechend programmiert.

Zwang zur Innovation

Konventionelle Lösungen im Angebot von Zulieferern verwendet die Hotelkette selten. Stattdessen werden eigene Lösungen entwickelt, und wenn es keine passenden Telefongeräte oder Fernbedienungen gibt, um Kundenwünsche zu erfüllen, werden sie in Auftrag gegeben. So befindet sich in den Zimmern und Suiten nur eine Art Fernbedienung für das Steuern von Fernseher, DVD-Player oder Radio – selbst wenn diese von verschiedenen Herstellern stammen. Die Gäste im jüngsten Haus der Gruppe in Shanghai können bis zu 3000 Programme über das Internet-Radio hören, je nach Herkunft des Gastes wählt das Hotel die passenden aus. Anrufe in die Heimat sind kostenfrei – dank des eigens entwickelten Internet-Telefons mit Voice over IP. Ein Rechner ist dafür nicht nötig, eine Taste am herkömmlich zu bedienenden Apparat legt den Anruf auf das Internet um.

Technologisch führend zu sein, das hat auch seine Schattenseiten. Während Hotels wie das ehrwürdige The Savoy in London auch nach einer mehrjährigen Renovierung auf herkömmliche Lichtschalter und von Hand zu bewegende Vorhänge setzt und somit zeitlos bleibt, stehen die Early Adopter unter den Hotels unter permanentem Erneuerungszwang. Ein Safe ohne Steckdose ist heute ein Ärgernis für Gäste, die ihre Laptops sicher und aufgeladen wissen wollen. Ist moderne Unterhaltungselektronik im Zimmer installiert, kann sie schnell veralten. Den Videorekorder löste der DVD-Player ab, nun „müssen wir überall Blue-ray-Spieler“ haben, erzählt Herland. Das Eccleston Square Hotel in London eröffnet im April und setzt gleich auf 3-D-Fernseher und 3-D-Blue-ray-Spieler.

Herlands Wettlauf mit den Innovationen wird deswegen nie enden. In Zukunft rechnet er damit, dass immer mehr Funktionen des Zimmers über die sogenannte Near-Field-Communication gesteuert werden; kleine RFID-Chips und das eigene Mobiltelefon des Gastes reichen dann, um Essen zu bestellen oder das Licht zu steuern. Auch ein Entertainmentsystem für große Suiten, das nur in dem Zimmer ein Bild zeigt, in dem sich ein Gast gerade aufhält, ist auf Herlands Radar. Um Schalter und Knöpfe werden Gäste allerdings auch in absehbarer Zeit nicht herumkommen: „Die Steuerung per Sprachbefehlen“, sagt Herland, „wird sicher noch eine Weile dauern. Aber ein Traum wäre es.“ So wie die Suite in der Tiefgarage in Hongkong.

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