WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Intelligente Gadgets Geräte, die das Leben einfacher machen

Was für Gesunde oft eine Selbstverständlichkeit ist, ist für Blinde und Hörgeschädigte eine Herausforderung. Dank moderner Technik gibt es mittlerweile Hilfsmittel, die das Leben einfacher machen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Der Löffel von Lift Labs kann Menschen mit zitternden Händen das Essen erleichtern. Quelle: Presse

Fangen wir einfach an – beim Smartphone mit Touchdisplay. Während es für Hörgeschädigte die Möglichkeit bietet, per Videotelefonie und mit Hilfe der Gebärdensprache zu kommunizieren, profitieren Sehgeschädigte von integrierten Hilfen für die Steuerung des Geräts.

Auf dem iPhone nennt sich das System VoiceOver, bei Android heißt es TalkBack. Mit dieser Funktion nennt das Gerät nach einem Tippen auf die Oberfläche, welche Schaltfläche gerade angesteuert wurde – egal ob es sich um Apps handelt oder um virtuelle Knöpfe. Ist es die gewünschte Funktion, bestätigt der Nutzer sie. Ebenso liest die Funktion Texte vor und ermöglicht es damit Blinden, ohne fremde Hilfe E-Mails zu versenden und zu erhalten.

Zubehör für Sehbehinderte

Samsung bietet ebenfalls Zubehör für Sehbehinderte. Speziell für das Galaxy Core Advance hat das Unternehmen eine Ultraschall-Smartphonehülle entwickelt, mit der Hindernisse und andere Menschen erkannt werden können.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Dieser Ultraschallhelfer spürt alles in einem Umfeld von zwei Metern auf, jeweils in der Richtung, in die das Smartphone ausgerichtet wird. In den sogenannten Optical Smart Stand kann das Gerät eingespannt werden, um damit Briefe und ausgedruckte Texte vorgelesen zu bekommen. Auf Wunsch lässt sich dieser Vorgang automatisiert aktivieren, sobald etwas unter dem Standfuß abgelegt wird.

    Mensch 2.0 - Welche Techniken und Implantate uns besser leben lassen

    Wearables helfen beim „Sehen“

    Wearables machen nicht nur das Leben von Sehenden intelligenter. Auch Blinde profitieren davon. Der intelligente Schuh Le Chal erleichtert Blinden die Navigation durch die Straßen. Verbunden mit dem Smartphone verfolgt ein Bewegungssensor im Schuh die Wege des Nutzers und teilt diesem per Vibrationsmotor mit, in welche Richtung er sich bewegen soll.

    Je näher er dem Ziel kommt, desto stärker werden die Vibrationen. Für Sehbehinderte wird der Schuh voraussichtlich recht günstig angeboten: 50 Dollar verlangt der Hersteller von Sehbehinderten, normale Läufer zahlen 100 Dollar. Aktuell kann die Fußbekleidung nur vorbestellt werden.

    Forscher des MIT wollen es Blinden bald ermöglichen, Bücher zu lesen - ohne Braille-Schrift. Der FingerReader ist ein kleines Gerät, das auf den Finger gesteckt wird. Eine Kamera erkennt die Texte und überträgt sie auf einen Computer oder Smartphone, das die Texte dann vorliest. Aktuell ist das Gerät noch im Entwicklungsstadium, die ersten Beispielvideos lassen aber hoffen, dass der Finger Reader in Serie geht.

    Google Glass hat seit seiner viele Diskussionen ausgelöst. Das Projekt OpenGlass will es Blinden ermöglichen, die Brille ebenfalls zu nutzen. Dieses Projekt basiert vor allem auf die Weisheit des Internets: Der sehgeschädigte Nutzer kann mit der Brille in Foto oder Video aufnehmen und dieses dann über verschiedene Plattformen mit der Welt teilen.

    Diese geben dann zum Beispiel über Twitter eine Rückmeldung, was der Nutzer gerade sieht. Die „Memento“-Funktion gleicht außerdem Bilder von bereits identifizierten Gegenständen und Orten ab.

    Sony bietet seit 2012 eine spezielle Brille für Gehörlose und Hörgeschädigte an, die es ihnen ermöglicht, in normale Kinovorführungen zu gehen. Die Entertainment Access Glasses stammen aus der Profi-Linie für das Digitale Kino. Projektoren im Rahmen der Brille projizieren Untertitel auf das Brillenglas, die Brille selbst lässt sich in Helligkeit und Entfernung zum Kinobildschirm anpassen.

    Damit lässt sich die Brille individuell auf die Bedürfnisse des Gehörlosen anpassen - auch spezielle Sehschwächen können ausgeglichen werden. Gesteuert werden die Inhalte über die Haustechnik des Kinos, um sicherzustellen, dass die Untertitel mit dem Film synchron sind.

    Wie Roboter den Alltag erleichtern
    Krankenpfleger Ein Roboter CARE-O-bot, der vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung entwickelt wurde, versorgt eine Bewohnerin eines Pflegeheims mit einem Getränk (undatiert). Auch dieser Roboter unterstützt ältere Menschen im häuslichen Umfeld und das Pflegepersonal in Pflegeeinrichtungen. Quelle: dpa
    Der KochBremer Forscher präsentierten 2013 den Roboter „PR2“, der Popcorn machen und Pfannkuchen wenden kann. Das nötige Vorwissen habe sich dieser unter anderem aus dem Internet geholt, sagte Professor Michael Beetz von der Universität Bremen. Sein Team arbeitet zusammen mit sieben europäischen Partnern in einem auf vier Jahre angelegten Projekt an lernfähigen Robotern. Ziel sei es, diese neue Form der Programmierung zunächst bei Robotern anzuwenden, die alte und pflegebedürftige Menschen bei einfachen Aufgaben unterstützen. Diese könnten in den nächsten zehn Jahren einsatzbereit sein. Quelle: dpa
    Der BarkeeperDer Roboter "James" des Münchener Fortiss-Institutes für Hightech-Forschung in München (Bayern) ist als Barkeeper programmiert und soll bei einer Interaktion mit Menschen seine Aufgaben nicht nur richtig erledigen, sondern dabei auch auf die sozialen Bedürfnisse seines Gegenübers eingehen. Wer sich bei James bedankt bekommt die Antwort: "Always a pleasure". Quelle: dpa
    KuschelrobbeDer weiße Sozialroboter namens Paro soll Demenzkranken Zuwendung schenken. Das mit Sensoren vollgestopfte Kuscheltier reagiert auf Berührung, Licht und Bewegung. Es soll für Demenzkranke Zuwendung simulieren - und ist deswegen vor allem nach einer Messepräsentation 2011 heftig umstritten gewesen. Tritt an die Stelle des Zivildienstleistenden oder der Pflegekraft nun der Sozialroboter? 5000 Euro kostet die schnurrende Pelzattrappe. Quelle: dpa
    Putzhilfe mit gutem OrientierungssinnInzwischen schon fast ein Klassiker unter den Haushaltsrobotern ist der autonome Staubsauger. Dieses Modell, ein Samsung Navibot SR 8855, sticht vor allem durch seine Navigationsfähigkeiten heraus. Aus Aufnahmen von einer eingebauten Kamera setzt er ein digitales Abbild des Raums zusammen, den er reinigen soll. Das verhindert laut Hersteller sinnloses Kreuz- und Querfahren wie bei anderen Saugrobotern. Hindernissen weicht der Navibot aus, die eingebauten Sensoren erkennen auch Treppenabsätze. Im Handel gibt es den Navibot ab etwa 320 Euro. Quelle: Presse
    Freundlicher KrankenpflegerDieses freundlich dreinschauende Gesicht gehört einem Roboter aus dem Hause Panasonic. Das Modell Hospi-Rimo soll als Kommunikationsplattform für bettlägerige Patienten dienen, die mit dem Roboter von zu Hause aus mit Arzt, Freunden oder Verwandten per Videokonferenz kommunizieren wollen. Der Roboter kann dabei laut Hersteller mit fragilen Ampullen und Medikamenten so vorsichtig umgehen wie eine Krankenschwester. Quelle: Presse
    HaarpflegerDieser von Panasonic hergestellte Haarwaschroboter widmet sich der Pflege des Haupthaars von bettlägerigen Patienten. Vollautomatisch kann das Gerät eine komplette Haarwäsche durchführen und dabei eine Spülung einmassieren sowie die Haare nach dem Waschen wieder trocknen. Dabei kommen insgesamt 24 robotische Finger zum Einsatz. Quelle: Presse

    Soundhawk, eine Firma ehemaliger Designer von Apple, Amazon und Palm, hat das Bluetooth-Headset Scoop entwickelt, das grundsätzlich für all jene gedacht ist, die in lauten Umgebungen besser hören möchten. Die eingebaute Technik sorgt dafür, dass Umgebungsgeräusche herausgefiltert werden, mit Hilfe einer App können diese Einstellungen auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

    Der eigentliche Clou: Das Headset kann unerwünschte Geräusche herausfiltern und gewünschte verstärken. So können zum Beispiel Hörgeschädigte in lauten Umgebungen wie Restaurants davon profitieren.

    High Tech im Alltag
    Alltag managen: Intuitiv und ohne Handbuch bedienbare Software auf dem Tablet-PC erleichtert die Kommunikation mit Freunden und ermöglicht die komfortable Steuerung der Wohnungselektronik - von Rollo bis zur Deckenlampe. Quelle: Javier Zarracina für WirtschaftsWoche
    So spart man den Arztbesuch: Unsichtbar installierte Sensoren in Wänden, Spiegel und WC erledigen im Bad den morgendlichen Gesundheits-Check. Quelle: Javier Zarracina für WirtschaftsWoche
    Gesundheit verbessern: Spielekonsolen mit Bewegungssensoren und Kameras ermöglichen im Wohnzimmer interaktive Bewegungs- und Konzentrationsspiele mit übers Internet verbundenen Freunden in vergleichbar ausgerüsteten Wohnungen. Quelle: Javier Zarracina für WirtschaftsWoche
    Kontrolle zu Hause: Serviceroboter stellen zum Mittagessen nicht nur gegebenenfalls erforderliche Medikamente bereit, sondern kontrollieren auch deren Einnahme. Quelle: Javier Zarracina für WirtschaftsWoche
    Risiko vermeiden: Ein schneller telemedizinischer Check der Gesundheit erspart bei Risikopatienten zeitraubende und kostenträchtige Arztbesuche. Quelle: Javier Zarracina für WirtschaftsWoche
    Die Alleskönner: Der digitale Assistent im Tablet-PC vermittelt den Videoanruf zu Familienangehörigen oder die abendliche Abmeldung beim Hausservice, warnt vor offenen Türen und Fenstern und schaltet per Fingerstreich Gefahrenquellen wie den Herd stromlos. Quelle: Javier Zarracina für WirtschaftsWoche

    Richtfunk wie im Agentenfilm

    Ähnlich wie das Scoop-Headset, aber fast wie aus einem Agententhriller wirkt ein Gerät, das der Hörsystemexperte Phonak vor einigen Monaten auf der IFA vorstellte. Der Roger Pen ist ein Richtmikrofon für Hörgeräteträger, das Schwerhörigen sogar Vorteile gegenüber Normalhörenden verschafft.

    Per Bluetooth wird das Mikrofon mit dem Handy verbunden und damit konfiguriert. Das Gerät kann entweder vom Nutzer selbst gehalten oder von einem Vortragenden übernommen werden, um das Zuhören zu erleichtern. Selbst in lauten Umgebungen und bei Distanzen von bis zu 20 Metern soll das Gerät funktionieren. 

    Ein wesentlich prominenteres Beispiel für Spezialhilfsmittel ist das Startup Lift Labs, das kürzlich von Google übernommen wurde. Ihr Produkt „Liftware“ ist ein Werkzeug für Menschen, die durch extremes Zittern Schwierigkeiten beim Essen haben, zum Beispiel bei einer Parkinsonerkrankung.

    Das wichtigste Element ist im großen Griff versteckt, nämlich eine Platine mit Bewegungssensoren und einem Motor, der die Handbewegungen des Nutzers ausgleichen kann. Dabei ist es egal, wie stark das Zittern der Hand ist.

    All diese Innovationen zeigen also: Auch wenn körperliche Beeinträchtigungen den Alltag der Betroffenen oft erschweren - zumindest gibt es immer mehr digitale Helfer, die ihnen das Leben zumindest etwas erleichtern.

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%