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Internet der Dinge Vernetzte Industrie bietet Gründern Chancen

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"Da prallen Welten aufeinander"

Erfolgreiche Gründer und ihre Geheimnisse
Renzo Rosso Quelle: REUTERS
Titus Dittmann Quelle: dpa
James Dyson Quelle: dpa
Günther Fielmann Quelle: dpa
Eike Batista Quelle: REUTERS
Erich Sixt Quelle: dapd
Richard Branson Quelle: REUTERS

Damals arbeitete Groß beim Mobilfunkkonzern Nokia im Silicon Valley. Statt im kalifornischen Gründermekka gründeten Groß und seine Mitstreiter aber lieber in ihrer alten Heimat Deutschland – vor den Toren des Ruhrgebiets. Doch während Groß und sein Team in Großbritannien und Finnland schnell Pilotkunden fanden, reagierten deutsche Unternehmen verhalten. „Ihr seid zu klein, zu jung und zu riskant, haben wir bei vielen Firmen zu hören bekommen“, erzählt Groß. Er ist inzwischen überzeugt: „Der größte Standortnachteil der deutschen Industrie ist, dass sie konservativ agiert.“

Homöopathische Honorare

Die Erfahrungen von Bernd Groß und Itizzimo-Gründer Reza Etemadian sind offenbar eher die Regel als die Ausnahme: „In den meisten Fällen passt die DNA eines Industrieunternehmens in punkto Flexibilität, Schnelligkeit und Risikofreudigkeit nicht mit der des Startups zusammen“, sagt Tobias Kollmann, Professor für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen und Vorsitzender des Beirats Junge Digitale Wirtschaft beim Bundeswirtschaftsministerium. „Da prallen Welten aufeinander.“

Auch das Augsburger Startup Secomba, das im November 2013 den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb gewonnen hat, muss gerade viel Geld für eine Zertifizierung ausgeben, damit auch Behörden und Konzerne die Verschlüsselungstechnologie des jungen Unternehmens nutzen können.

„Viele Anforderungen von Industrieunternehmen an neue Kooperationspartner sind so hoch, dass ein Startup oftmals direkt durchs Raster fällt“, sagt Kollmann. „Das fängt mit Einkaufsrichtlinien an und hört bei Sicherheiten und 90-tägigen Zahlungszielen auf. Darauf kann ein Startup meist nicht reagieren.“

Meiko Hecker versucht es zumindest. Der Experte für Technologietransfer und Dozent für Entrepreneurship an der TU Darmstadt arbeitet mit dem Physiker Walter Schäfer an einer Technologie, mit der sich Sprühprozesse über eine Datenverbindung von jedem beliebigen Punkt der Erde messen und steuern lassen. Damit soll es in Zukunft zum Beispiel möglich sein, Lackiervorgänge in einem Autowerk in China vom Firmensitz in Deutschland zu überwachen und anzupassen. „Aktuell verhandeln wir mit einem Konzern über eine Kooperation und machen für die einen Testdurchlauf nach dem anderen“, sagt Hecker. „Aber das Honorar fließt in sehr homöopathischen Dosen.“

Dass es überhaupt zu den Testdurchläufen gekommen ist, verdanken Hecker und Schäfer der Tatsache, dass sie ihr Unternehmen aus der TU Darmstadt heraus gründen. Wie wichtig solche Institutionen als Referenz sind, wissen auch Ramin Lavae Mokhtari und Gerd Ascheid. Mokhtari hat für den Energiekonzern E.On gearbeitet und das US-Geschäft von T-Ventures geleitet, einer Beteiligungsfirma der Deutschen Telekom; Ascheid leitet an der RWTH Aachen das Institute for Communication Technologies and Embedded Systems, das Technologien für die vierte Welle der Industrialisierung erforscht.

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