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Internetsoaps Unter Ausschluss des Publikums

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3min.de schließt: Die Deutsche Telekom macht das Videoportal zum 31. Mai 2011 dicht

Gerade einmal elf Web-Serien listet 3min.de so noch auf. Ansonsten dominieren Kinotrailer und Internetmusicvideos das Portal. Christian Ulmen und Ex-Viva-II-Moderator Niels Ruf trieben hier ihre Späße. Doch ist auch hier die Luft raust: Im November 2010 gab es die letzte Pressemitteilung, nun öffnet das einstmal ambitionierte Projekt von T-Online mit seinem eigenen Abgesang als Willkommensgruß auf der Startseite: Am 31. Mai wird der Sendebetrieb eingestellt. „Es war ein ambitioniertes und sehr innovatives Portal, das mit eigenem Programmbudget Online-Formate subventioniert, teilweise sogar komplett finanziert hat und damit ein maßgeblicher Wegbereiter im Bereich originärer Online-Eigenproduktionen war“, bedauert Bornemann. Bleicher sieht dies kritischer: „Dieses Portal hat sich im Prinzip vor allem durch seine Selbstkommerzialisierung selbst abgeschafft. Wer schaut sich schon Werbeclips vor den Webisodes an, wenn es zum Beispiel bei Youtube ein breites Angebot an Websoaps ohne Werbung gibt?“

Trend zu Dokusoaps und Experimentellem

An ein Ende der Internetsoaps glauben beide aber nicht, im Gegenteil: „Internetsoaps sind ein sehr kreativer Bereich im Internet, der noch am Anfang steht“, beschreibt Bleicher. „Das Spektrum an Inhalten ist sehr breit.“ Und UFA-Produzent Bornemann sagt: „Das Interesse an der Produktion von Internetsoaps und originären Onlineformaten ist trotz der Schwierigkeiten ungebrochen.“ Eine ganze Reihe Projekte sei in Planung, insbesondere non-fiktionale Formate wie etwa Lifestyle-Dokumentationen würden im Web gut funktionieren, da diese auch kostengünstiger produziert werden könnten. Die vergangenen Jahre stuft er als Erfahrung ein: „Wir haben sehr viel ausprobiert“, sagt er. Bleicher glaubt, dass der Schlüssel zum Erfolg im sozialen Web, in den Verknüpfungen mit myspace und Facebook liege. Auch virales Marketing – weniger in Richtung Werbung, sondern mehr in Richtung kreativer Spotts – habe Potenzial.

„Sex and Zaziki“ jedenfalls schaffte es nicht in die zweite Staffel, trotz euphorischer Kritiken. Die vier coolen Jungs hielten nur sieben Episoden lang durch – und stehen damit symptomatisch für eine Branche, die sich noch in der Selbstfindung befindet.

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