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Jungunternehmer Millionenimperium aus Müll

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Leere Flaschen Quelle: AP

Zudem gibt es mit dem Grünen Punkt und dem Dualen System ein umfangreiches Recyclingkonzept. Doch damit will es Terracycle gar nicht aufnehmen. Szaky will in Deutschland eher Produkte wiederverwerten, die ansonsten verbrannt würden, weil sie vom Rest des Mülls schwer zu trennen sind – Plastikstifte zum Beispiel. Deshalb werde Terracycle in den nächsten sechs Monaten eine Kooperation mit dem Dualen System starten.

Neben dem Geldverdienen liebt Szaky es, sein nachhaltiges Image zu pflegen. Zwar ist er auch ein wenig stolz darauf, dass er im Jahr Abertausende Kilometer durch die Welt fliegt, um neue Kooperationen anzuleiern. Dafür betont er seine Sparsamkeit an anderer Stelle: Sein Lieblingsblazer sei zehn Jahre alt, und als Domizil besitze er lediglich ein bescheidenes Haus in der Nähe von Princeton.

Als ihn 2010 seine Frau mit allen Möbeln verlässt, erzählt er der englischen Zeitung "The Telegraph", dass er nur das Nötigste neu anschaffte. "Ich wollte keine Ikea-Möbel, die ich nach drei Jahren wieder wegschmeißen muss", sagte er, "sondern nur wenige Dinge, die auch halten." Selbst in seine Unternehmenszentrale in einer rauen Gegend von Trenton im US-Bundesstaat New Jersey investiert er nur in das Notwendigste, wie er sagt. Etwa in Solarmodule, um Strom zu sparen.

Mit Wurmmist zum Erfolg

Am Anfang der Geschichte von Terracycle ist allerdings der Wurm drin – und zwar im Wortsinne. Nach dem ersten BWL-Semester in Princeton besucht Szaky Freunde in Montreal. Fasziniert beobachtet er, wie deren Marihuana-Pflanzen dank der Ausscheidungen von Würmern, die Küchenreste gefressen hatten, prächtig gedeihen. "Ich habe sofort ans Geld gedacht, das man mit solch einem Dünger verdienen könnte", sagt er. Und schon wieder hat er eine Idee.

Er leiht sich 20 000 Dollar von Freunden und kauft eine Maschine, die massenweise Wurmmist produziert. Den will er anschließend in gebrauchte Flaschen füllen, und als Dünger verkaufen. Um seine Würmer zu füttern, überredet Szaky die Uni, ihm Küchenreste der Mensa zu überlassen und schaufelt das stinkende Zeug zehn Stunden pro Tag auf das Laufband in einer Garage. "Es war einer der schlechtesten Sommer meines Lebens", sagt er. "In diesem üblen Geruch zu arbeiten." Außerdem will zunächst niemand in seine Idee investieren.

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