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Kooperation mit der Telekom Microsoft stellt Treuhändermodell der „deutschen Cloud“ ein

Nach der NSA-Affäre wollten viele Kunden eine „sichere“ Cloud. Das Interesse hat allerdings wieder abgenommen – wegen fehlender Flexibilität.

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Durch die Kooperation mit der Deutschen Telekom musste der US-Computerriese keine Daten an die US-Regierung weitergeben. Quelle: dpa

Berlin Microsoft hat sein Angebot einer deutschen Treuhänder-Cloud endgültig zum Auslaufmodell erklärt. „Die Anforderungen der Kunden haben sich in den vergangenen drei Jahren dramatisch geändert“, sagte Microsoft-Manager Markus Nitschke der dpa am Montag. „Die Kunden wollen die volle Funktionalität – vielleicht nicht gleich am ersten Tag.“

Ein isolierter Cloud-Dienst sei deshalb für viele schließlich doch nicht praktikabel gewesen. Wie viele Kunden diesen Dienst aktuell nutzen, nannte Microsoft nicht.

Das Treuhänder-Angebot gemeinsam mit der Deutschen Telekom stellt Microsoft deshalb komplett ein, wie das Unternehmen auch in einem Blogeintrag mitteilte. Über zwei weitere Rechenzentren in Frankfurt und Berlin sollen die Cloud-Angebote künftig an das internationale Netzwerk angeschlossen sein und den vollen Funktionsumfang bieten. Die Daten verbleiben auch dort in Deutschland.

Ende 2015 hatte der Softwarekonzern vor allem auf die NSA-Affäre reagiert und den Service einer „deutsche Cloud“ aufgebaut. Dabei fungiert die Telekom als Treuhänder, so dass Microsoft selbst in der Regel keinerlei Zugriff auf die Daten der Kunden hat. Das Unternehmen hätte auch bei Forderungen amerikanischer Behörden somit keine Daten aushändigen können.

Microsoft hatte in einem viel beachteten Verfahren versucht, der US-Regierung den Zugang zu in Irland gespeicherten E-Mails zu verweigern. Der Fall landete vor dem Obersten Gerichtshof, der den Fall aber zu den Akten legte. Die Richter verwiesen darauf, dass es aus ihrer Sicht mit dem neuen „Cloud Act“ keinen Konflikt mehr gibt.

Das Ende März in Kraft getretene Gesetz sieht vor, dass amerikanische Online-Firmen US-Ermittlungsbehörden grundsätzlich Zugang zu Daten eigener Bürger gewähren müssen, auch wenn sie außerhalb der USA gespeichert sind.

Zugleich können sich die Firmen dagegen wehren, wenn es um Bürger anderer Länder geht oder dadurch Gesetze anderer Staaten verletzt würden. „Diese Verpflichtung trifft für uns weiter zu“, sagte Nitschke. „Wir geben keine Daten unserer Kunden heraus.“

Das Angebot einer deutschen Cloud sei zunächst attraktiv gewesen, viele Kunden hätten dann aber wegen der Beschränkungen mehr Interesse an einer allgemeinen, internationalen Cloud gehabt, sagte Nitschke. Den vertraglichen Verpflichtungen der Bestandskunden werde Microsoft jedoch weiter nachkommen.

Der Datentreuhänder Telekom will die sichere Cloud-Lösung für Bestandskunden in Deutschland weiter managen. „Vorausschauend auf die bevorstehenden Änderungen in der Microsoft-Strategie hat die Deutsche Telekom ein Service-Portfolio aufgebaut, das unseren Kunden die Möglichkeit gibt, auch weiterhin besonders sichere Cloud-Umgebungen zu nutzen“, teilte die Telekom mit.

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