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LED-Lampen Sparmeister im Lampenschirm

Mit dem Umstieg auf LED-Beleuchtung lassen sich Stromkosten um bis zu 80 Prozent senken. Die Anschaffung ist zwar relativ teuer, rechnet sich aber schnell. Dennoch zögern viele Firmen.

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LED-Technologie ist nicht nur etwas für skurrile Kunstwerke. Viele Unternehmen beleuchten ihre Fabriken mit den sparsamen Leuchten. Quelle: handelsblatt.com

Bei Glüpker Blechtechnologie stehen die Maschinen niemals still. Rund um die Uhr werden in den Produktionshallen des Unternehmens in Neuenhaus Blechteile für Nutzfahrzeuge, Land- und Textilmaschinen gestanzt, geschweißt, gelasert und gekantet. Für die Präzisionsarbeiten brauchen die Mitarbeiter gute Lichtverhältnisse: Viele Hundert Deckenleuchten brennen in der Fabrik bis zu 24 Stunden am Tag – und verursachen entsprechend hohe Stromkosten.

Diese Ausgaben will Glüpker nun mit aller Kraft senken. In der neu gebauten Halle 20 entschied sich die Unternehmensleitung deshalb für ein hocheffizientes Lichtsystem. 550 LED-Röhren leuchten nun die Zimmer, Werkplätze und Regalgassen aus – im Vergleich zur ursprünglich geplanten Anlage sinkt der Stromverbrauch bei gleicher Helligkeit um zwei Drittel. Über die Lebensdauer der LED-Lampen – sie entspricht viereinhalb Jahren Dauereinsatz – spart das Unternehmen rund 100000 Euro Energiekosten. „Das LED-System war zwar in der Anschaffung 20000 Euro teurer, aber die Mehrausgaben amortisieren sich bereits nach eineinhalb Jahren“, erläutert Jürgen Maatmann, der Leiter der Instandhaltung des Betriebs.

Energieeffizienz gewinnt in Zeiten steigender Strompreise für Unternehmen rasch an Bedeutung. So vermeldete der Bundesverband der Energieabnehmer jüngst, dass Mittelständler im Vergleich zum Vorjahr 14,1 Prozent mehr für Strom bezahlen. Zwar werden in der Industrie nach Schätzungen im Durchschnitt nur um die fünf Prozent des Stroms für Licht genutzt. Doch Beleuchtung bietet nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher von Prognos relativ gesehen die größten und zudem die am einfachsten zu realisierenden Einsparpotenziale. Unternehmen können auf diese Weise ihre Stromkosten um bis zu 80 Prozent senken. Angesichts der nötigen Investitionen liegen die tatsächlich möglichen Gesamteinsparungen bei immer noch über 50 Prozent.

Dennoch zögern viele Unternehmen beim Umsteigen auf sparsames Licht, hat der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) ermittelt. Kritisch sei die Situation vor allem in länger bestehenden Gebäuden. Rund 80 Prozent der Beleuchtungssysteme seien hier veraltet – häufig würden noch Technologien aus den 70er- und 80er-Jahren verwendet. Jedes Jahr werden nach Untersuchungen des ZVEI gerade einmal fünf Prozent der Anlagen auf den aktuellen Stand gebracht.

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    Dabei kann sich ein effizientes Beleuchtungssystem binnen kurzer Zeit amortisieren. Das gilt zunehmend auch für moderne LED-Systeme. „Die Technik kommt mit Riesenschritten“, sagt Jörg Buschmann, Experte für Beleuchtungstechnik der Energieagentur NRW. Zwar seien die Lampen noch doppelt so teuer wie Leuchtstoffröhren. Doch sie erreichen inzwischen ähnliche Effizienzwerte wie Leuchtstoffröhren und Halogenlampen.

    Die Lichtqualität von LED kann die von Glühbirnen deutlich übertreffen

    Die LED-Variante bietet eine Reihe von Vorteilen: So sei es beispielsweise möglich, die Lichtfarbe sehr präzise zu bestimmen. Die Lichtqualität kann die der Glühbirne und Leuchtstoffröhre nach Ansicht von Experten weit übertreffen.

    Gleichzeitig sinken die Preise deutlich: Laut einer Studie der auf die optische Industrie spezialisierten Marktanalysefirma Strategies Unlimited sind die Kosten für LED-Leuchten in den letzten zehn Jahren um den Faktor 30 geschrumpft. Schon heute zeigen Praxisfälle wie Glüpker Blechtechnologie, dass die Technik andere, ebenfalls energieeffiziente Beleuchtungssysteme auch wirtschaftlich ausstechen kann. Doch abhängig vom Einsatzgebiet, der Brenndauer und den bereits vorhandenen Installationen schneiden die günstigeren Energiesparlampen in vielen Fällen trotzdem noch besser ab.

    In Zukunft noch wirtschaftlicher

    In Einzelfällen dagegen – etwa in heißen Umgebungen oder wenn bestimmte Normwerte für die Helligkeit erreicht werden müssen – sind LEDs schlicht ungeeignet. „Um die beiden Techniken zu vergleichen, benötigt man für jeden Einzelfall eine herstellerunabhängige Beratung“, so Buschmann. Dabei werden verschiedene Versionen mit unterschiedlichen Beleuchtungstechniken durchgerechnet und in Sachen Helligkeit, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit gegenübergestellt.

    Mindestens genauso wichtig wie die Entscheidung zwischen LED- oder Energiesparlampen ist Buschmann zufolge eine gute Lichtplanung und eine intelligente Lichtsteuerung. „Bei vielen Unternehmen sind die installierten Systeme relativ effizient, bringen das Licht aber nicht dahin, wo es hin soll“, sagt er. Zudem würden teilweise ganze Hallen dauerhaft beleuchtet, obwohl nur ein kleiner Teil der Fläche genutzt werde.

    Um die Beleuchtung besser an den Bedarf anzupassen, gibt es mittlerweile Steuersysteme, die über Präsenzmelder registrieren, wo gerade gearbeitet wird. Sie schalten einzelne Lampen je nach Bedarf an und aus. Helligkeitssensoren messen das Tageslicht und regeln die zusätzliche Beleuchtung entsprechend.

    Auch bei Glüpker Blechtechnologie sind solche Steuersysteme installiert. In einer weiteren Halle hat das Unternehmen inzwischen 14 Hochdruck-Quecksilberdampflampen gegen LED-Lampen ausgetauscht. Die Firma will nun schrittweise den gesamten Altbestand sanieren. „Der Strompreis wird weiter steigen“, so Maatmann, „die Wirtschaftlichkeitsrechnung wird in Zukunft also sogar noch besser ausfallen.“

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