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„Leit-Artikel“ IdeaPad Yoga Ein Computer zum Falten

Das Beste aus beiden Welten? Das IdeaPad Yoga 11 ist eine Mischung aus Tablet-Computer und Notebook. Dafür musste Hersteller Lenovo aber etliche Kompromisse eingehen, wie der Test von Handelsblatt Online zeigt.

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Tablet-Computer, Notebook, Mini-Fernseher? Das IdeaPad Yoga 11 von Lenovo ist von allem ein bisschen. Quelle: Christof Kerkmann

Düsseldorf Beim ersten Mal kostet es noch Überwindung. Damit ich das IdeaPad Yoga 11 von einem normalen Laptop in einen Tablet-Computer verwandeln kann, muss ich den Touchscreen einmal komplett umklappen – ein normales Notebook würde das nicht überleben. Doch der Lenovo-Rechner ist flexibel. Nichts bricht, nichts wackelt. Nach wenigen Handgriffen liegt auf meinem Schoß ein ziemlich großer, etwas klobiger Touchscreen.

Lenovo hat mit dem IdeaPad Yoga 11 ein Zwitterwesen gebaut, das die Vorteile zweier Gerätegattungen in einem Gehäuse vereinen soll: Dank Tastatur und Touchpad können Nutzer bequem Texte tippen, Fotos bearbeiten und über detaillierte Websites navigieren. Dank Touchscreen blättern sie aber auch zurückgelehnt durch die Fotosammlung oder starten Youtube-Videos. Möglich macht das Windows 8, das neue Betriebssystem von Microsoft, das auch die Bedienung per Fingerzeig erlaubt.

Damit der Yoga-Rechner so beweglich ist, hat Lenovo ihn mit Doppelscharnieren ausgestattet. Diese sind sehr stabil. Egal in welchem Winkel sie stehen: Der Bildschirm wackelt kaum. Damit lässt sich der 11,6-Zoll-Bildschirm auch als eine Art Mini-Fernseher nutzen, den Bildschirm kann man entweder wie ein Zelt aufstellen oder auf der Tastatur ruhen lassen und Youtube-Clips oder den „Tatort“ aus der Mediathek schauen.

Die Windows-8-Oberfläche mit ihren typischen Kacheln lässt sich flüssig bedienen. Auf dem Bildschirm surfe ich entspannt im Netz und blättere durch meine Fotos. Videos sehen auf dem XXL-Display klasse aus. Im Vergleich zu anderen Tablet-Computern ist das IdeaPad Yoga allerdings klobig und schwer – es misst fast zwei Zoll mehr als die vierte iPad-Generation und wiegt doppelt so viel. In einer Hand kann ich das Gerät nicht lange halten. Aber die Tastatur dient als eine passable Stütze, um das Gerät im Zug oder auf dem Bett ohne Verrenkungen bequem zu positionieren.

Für ein Notebook ist das IdeaPad Yoga dagegen vergleichsweise leicht und kompakt. Trotzdem ist die Tastatur groß genug, um nicht dauernd auf die falschen Buchstaben zu tippen. Einen Punktabzug gibt es allerdings, weil im Büro-Programm Word die Buchstaben mit einer kleinen, aber merklichen Verzögerung auf dem Bildschirm erscheinen. Liegt das an der Prozessorleistung? Lenovo konnte das Problem nach eigenen Angaben nicht nachvollziehen. Zudem verschluckt die Tastatur bei Schnelltippern häufig Doppelbuchstaben.

Punkten kann das Gerät mit den Schnittstellen. Anders als etwa das iPad hat das IdeaPad Yoga zwei USB-Ports, an die ich etwa eine Maus oder externe Festplatte anschließen kann – fast wie bei einem Büro-Rechner. Außerdem gibt es einen SD-Slot für Speicherkarten und einen HDMI-Anschluss zur Übertragung des Bildes auf den Monitor oder Fernseher.


Das Software-Angebot im Windows Store ist schmal

Doch das Ideapad Yoga 11 ist nicht nur wegen seiner Beweglichkeit etwas Besonderes. Es ist auch – anders als der große Bruder im 13-Zoll-Format – eines der ersten Windows-Geräte, das von einem mobilen Prozessor mit ARM-Architektur angetrieben wird. Deswegen läuft auch nicht das klassische Windows 8, sondern Windows RT, das Hersteller Microsoft eigens für diese stromsparenden Chips entwickelt hat.

Das macht sich doppelt bemerkbar. Positiv ist die lange Akkulaufzeit: Bis zu 13 Stunden hält das Gerät laut Lenovo durch. Bei der Testnutzung zum Surfen und Tippen bei eingeschaltetem WLAN musste es immerhin erst nach knapp 11 Stunden wieder an die Steckdose. Dabei macht es auch keinen hörbaren Lärm.

Negativ und viel gravierender aber ist das schmale Software-Angebot: RT sieht zwar so aus wie das reguläre Windows 8, Nutzer können darauf jedoch nicht ihren alten Foto-Editor oder ihr Lieblingsspiel installieren, sondern nur Programme aus dem Windows Store. Auf dieser Plattform ist die Auswahl bislang noch relativ mau. Viele Apps, die bei iPhone- und Android-Nutzern beliebt sind, gibt es hier noch nicht. Ein Trost: Die Büro-Programme Word, Excel und Powerpoint sind bereits vorinstalliert.

Fazit: Kompromiss mit allen Vor- und Nachteilen

Das Idea Pad Yoga 11 ist ein Kompromiss – mit allen Vor- und Nachteilen. Das Gerät ist für ein Notebook leicht und handlich, für einen Tablet-Computer hingegen recht schwer. Auch der Preis von rund 750 Euro liegt irgendwo zwischen den beiden Kategorien. Wer einen Kompromiss sucht, sollte genau überlegen, was er mit dem Gerät machen will und ob es dafür die nötigen Apps gibt – einige Office-Anwendungen sind auf dem Yoga-Rechner beispielsweise vorinstalliert. Im Zweifelsfall kostet ein iPad 4 mit Bluetooth-Tastatur aber auch nicht mehr als der Lenovo-Hybrid.

Daten und Fakten

IdeaPad Yoga 11

ProzessorTegra-3-Vierkernprozessor von Nvidia
Speicher2 GB Arbeitsspeicher; 64 GB SSD
Bildschirm11,6 Zoll großes LED-Display mit HD-Auflösung
BetriebssystemWindows RT
Gewichtca. 1,3 kg
Preisca. 750 Euro
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