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Medikamente Malariaschutz: Neue Präparate

Neue, hochwirksame Malariapräparate imitieren einen natürlichen Wirkstoff, kommen aber aus dem Labor. Möglicherweise heilen sie auch Krebs.

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dpa

Für Jay Keasling ist klar: Unter den weltweit grassierenden Infektionskrankheiten ist Malaria die gefährlichste. 500 Millionen Menschen erkranken jährlich daran, drei Millionen von ihnen – vorwiegend Kinder – sterben. Und die Gefahr wächst. Experten befürchten, dass neben Afrika, das am stärksten unter dem Wechselfieber leidet, die vom Tsunami verwüsteten Länder Südostasiens bald ebenfalls massiv von Malaria befallen werden. Denn in Überschwemmungsgebieten findet die Anopheles-Mücke, die den Krankheitserreger Plasmodium überträgt, beste Lebensbedingungen. Keasling, der an der kalifornischen Elite-Universität Berkeley eine ganz junge Disziplin namens Synthetische Biologie lehrt, will Abhilfe schaffen: „Wir werden ein hochwirksames Antimalariamittel entwickeln, das pro Behandlungseinheit nicht mehr als 25 Cent kostet.“ Das ist in etwa der Preis des Bayer-Leverkusen-Klassikers Resochin, gegen den die meisten afrikanischen Erreger allerdings inzwischen immun sind. Seit die Bill & Melinda Gates Stiftung im Dezember vorigen Jahres 42,6 Millionen US-Dollar bereitstellte, ist Keaslings Ziel in sichtbare Nähe gerückt. Seine Arbeitsgruppe, das von ihm mitgegründete Biotech-Unternehmen Amyris und das Non-Profit-Pharma-Unternehmen OneWorld Health teilen sich Geld und Arbeit. „Wir wollen, dass die Menschen, die Medikamente brauchen, sie sich auch leisten können“, sagt Amyris-Forscher Jack Newman. Was die Fachleute der Stiftung und Malariaexperten weltweit an Keaslings Ansatz hochspannend finden: Es ist ihm gelungen, Bakterien genetisch so umzuprogrammieren, dass sie die Vorstufen eines Wirkstoffes namens Artemisinin herstellen. Die Substanz wird derzeit als größter Hoffnungsträger gegen die Seuche gehandelt.

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