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Mobile World Congress in Barcelona Internet und Fernsehen via Handy werden endlich flügge

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Mobile Datendienste - aber richtig

Für Ericsson-Chef Carl-Erik Svanberg steht ohnehin fest, dass nur derjenige, der mobile Datendienste "richtig macht", auch erfolgreich sein wird. Was der Konzernchef unter "Richtigmachen" versteht, daran lässt er auf der Pressekonferenz in Barcelona keinen Zweifel: Der Ausrüster von Telekommunikationsnetzwerken hat in Europa beobachtet, dass die Nutzung schneller Mobilfunknetze deutlich anzieht. Diesen Trend erwartet Svanberg auch für Südamerika, den Nahen Osten, Afrika und Russland. Zur kommenden Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika baut Ericsson für den Fußball-Weltverband FIFA eine Plattform für Handy-TV-Übertragungen auf, wie Svanberg weiter mitteilte. Experten sehen in Sportveranstaltungen eine Art Türöffner fürs mobile Fernsehen.

Mobile Datendienste werden vom Verbraucher jedoch nur dann angenommen, wenn sie auch bezahlbar sind. Diese Binsenweisheit hat sich jedoch offenbar noch nicht bei allen Anbietern herumgesprochen. Vor allem im immer enger zusammenwachsenden Europa sollte sich der Mobilfunkkunde bei Reisen innerhalb der EU keine großen Gedanken mehr machen müssen, in welches Netz sein Handy gerade eingebucht ist. EU-Medienkommissarin Viviane Reding drängt die Anbieter daher, nach den Handy-Telefonaten nun auch die Datennutzung im europäischen Ausland günstiger zu machen - und setzt ihnen ein Ultimatum. Die Unternehmen hätten bis zum 1. Juli dieses Jahres Zeit, ihre Roaming-Preise für die Datenübertragung zu senken, sagte Reding heute in Barcelona. "Datenversand im Ausland sollte für die Verbraucher nicht wesentlich teurer sein als zu Hause", ist sie überzeugt. Einige Anbieter - etwa O2 in Deutschland oder die niederländische KPN, die in Deutschland durch E-Plus vertreten ist - sind hier bereits kürzlich mit gutem Beispiel vorangegangen. Doch Reding geht das zu langsam. Anderenfalls werde Brüssel eingreifen, droht sie. Denn wenn immer beim Rundgang durch die Messehallen in Barcelona der Blackberry durch sanftes Vibrieren eine neue E-Mail ankündigt, rattert im Hintergrund der Gebührenzähler kräftig mit.

Der Mobilfunkmarkt in Zahlen

Im vergangenen Jahr wurden weltweit etwa 1,14 Milliarden Handys verkauft - ein Plus von gut zwölf Prozent. Für dieses Jahr rechnet die Branche bisher mit einem Zuwachs von etwa zehn Prozent. In den vergangenen Jahren wurden Vorhersagen aber immer wieder übertroffen. Weltmarktführer ist mit großem Abstand der finnische Nokia-Konzern mit einem Marktanteil von zuletzt rund 40 Prozent, Tendenz steigend. Nokia steigerte den Gewinn im vergangenen Jahr um 67 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Mobilfunk-Nutzer stieg 2007 weltweit um rund ein Fünftel auf 3,2 Milliarden. Die Marke von zwei Milliarden war erst 2005 durchbrochen worden. Inzwischen hat rein rechnerisch gesehen jeder zweite Erdbewohner ein Handy - allerdings ist die Zahl tatsächlich geringer, da Zweit- und Dritthandys abgezogen werden müssen. Wachstumstreiber für die Mobilfunk-Branche sind vor allem Schwellenländer wie China oder Indien. Etwa 70 Prozent der Handy-Nutzer leben inzwischen in Entwicklungs- und Schwellenländern - verglichen mit 50 Prozent im Jahr 2003. Da in den jungen Märkten eher günstigere Geräte gefragt sind, sinkt der durchschnittliche Preis der Handys stetig. Laut Marktforschern lag der Rückgang 2007 im Branchenschnitt bei acht Prozent. Nokia zum Beispiel sah den Durchschnittspreis seiner Handys zuletzt auf 83 Euro von 89 Euro vor einem Jahr fallen. Mobile Datendienste sind zwar auf dem Vormarsch, machen selbst in Europa aber bisher erst knapp ein Fünftel der Erlöse aus. Zudem entfällt ein Großteil davon immer noch auf SMS, die Internet-Nutzung unterwegs steckt noch in den Kinderschuhen. Schätzungen zufolge haben bereits gut drei Viertel der deutschen Mobilfunknutzer Internet-fähige Handys - nur ein Drittel von ihnen macht davon Gebrauch. In Japan steuert der Datenverkehr bereits 32 Prozent der Mobilfunk- Umsätze bei. (Zusammengestellt mit Material von dpa)

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