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Mobilität Neue Konzepte gegen den Verkehrskollaps

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Luftaufnahme von Shanghai Quelle: dapd

Künftig könnten Berufspendler so auf dem Weg zur Arbeit das Steuer loslassen und die Zeitung lesen. Sobald sich ein Fahrer seinem Ziel nähert, übernimmt er das Steuer wieder, schert aus der Kolonne aus, und die anderen Autos rücken automatisch auf.

"Die Fahrzeuge sparen rund 20 Prozent Kraftstoff, sind seltener in Unfälle verwickelt und brauchen auf der Autobahn weniger Platz, weil sie deutlich weniger -Sicherheitsabstand benötigen", sagt om Robinson vom britischen Technologieunternehmen Ricardo, der das Projekt koordiniert. Zudem erhöht die Technik die Fahrsicherheit. Computer kennen schließlich keine Schrecksekunden oder Unaufmerksamkeiten.

Bevor der Traum des automatisierten Transports allerdings Wirklichkeit werden kann, müssen noch ein paar Hindernisse überwunden werden. Laut geltendem Recht in der Bundesrepublik beispielsweise ist der Fahrer stets für sein Fahrzeug verantwortlich. Wenn es allerdings keinen Fahrer gibt, ist die Frage der Haftung unklar.

Superbus aus Peking

Zudem ist fahrerloses Fahren nicht überall realisierbar, weil es in den Städten zu eng ist oder sich auf den Straßen ohnehin nichts mehr bewegt.

Deshalb geht das chinesische Unternehmen Shenzhen Hashi Future Parking Equipment einen ganz anderen Weg: Ein brückenähnlich gestalteter, strombetriebener Superbus soll auf am Straßenrand eingelassenen Schienen bis zu 1400 Passagiere transportieren.

Das viereinhalb Meter hohe Ungetüm wölbt sich über die Straße, während unter ihm Autos, Motorräder und Fahrräder hindurchkriechen. Der Riesenbus versperrt nie den Weg. Auch dann nicht, wenn er anhält, um Passagiere aussteigen zu lassen.

Die auf den ersten Blick irrwitzig anmutende Idee zeigt, wie radikal die Lösungen sein müssen, um der Verkehrsprobleme Herr zu werden. Schon in den nächsten Monaten sollen Tests mit dem neuen Superbus in Peking beginnen, sagt Song Youzhou, Chef von Shenzhen Hashi Future Parking Equipment.

Verkehr geht in die Luft

Und wenn der Platz am Boden gar nicht mehr reicht, geht der Verkehr eben auch innerstädtisch in die Luft. Als das Geschäft mit Skiliften beim österreichischen Marktführer Doppelmayr stockte, kamen dessen Ingenieure schon vor rund zehn Jahren auf eine Idee: Warum nicht Menschen in staugeplagten Städten genauso in luftiger Höhe befördern wie Skifahrer?

Die Idee ist inzwischen Realität. Im Oktober wurde in Singapur die neue Jewel Box eröffnet. Die Seilbahn aus dem Hause Doppelmayr bietet Luxus pur: Die Kabinen aus Plexiglas ermöglichen nicht nur einen faszinierenden Blick auf die Stadt. Sie sind auch mit Leder, Minibar, Sound-System und Glasboden ausgestattet.

Jährlich sollen die Gondeln bis zu 1,7 Millionen Passagiere locken. Die schweben vom Festland über den Hafen von Singapur nach Santosa Island. Doppelmayr will das System nun auch in anderen Städten etablieren. Ebenfalls über der Erde, aber noch kühner ist die pedalbetriebene Einschienenbahn namens Shweeb. In durchsichtigen, aerodynamisch geformten Plexiglaskabinen, die an einer Schiene aufgehängt sind, strampeln sich ihre Passagiere selbst gen Ziel.

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