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Alternative Technik Grüne Welle für Stadtbusse

Die Schadstoff-Grenzwerte für Busse werden immer strenger, die Kalkulation der Betriebskosten fällt wegen schwankender Dieselpreise immer schwerer. Hersteller setzen daher verstärkt auf alternative Antriebe.

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Hybrid-Antrieb: Immer mehr Stadtbusse sind elektrisch unterwegs. Nur bei Steigungen schaltet sich der Diesel-Motor zu. Quelle: dpa

Köln Van Hool fährt mehrgleisig. Im Frühjahr hat der Bushersteller elektrisch betriebene Trambusse nach Skandinavien geliefert. Doch auf der IAA präsentieren die Belgier eine neue Serie mit Dieselantrieb. Auch im Angebot sind Erdgas-Busse für den Linienverkehr. So vielseitig aufgestellt, vergrößert Van Hool seine Chancen, im Stadtbusmarkt bestehen zu können. Denn welcher Antrieb sich durchsetzen wird, erscheint offen. Klar ist: Die Schadstoff-Grenzwerte werden immer strenger, die Kalkulation der Betriebskosten fällt auch wegen schwankender Dieselpreise immer schwerer.

Zwar sind die Verbrauchswerte von Linienbussen gefallen. So erfüllt das neue Mercedes-Benz-Modell Citaro die Abgasnorm Euro VI und verbraucht nach Unternehmensangaben 8,5 Prozent weniger Kraftstoff als sein Vorgänger. "Langfristig müssen wir Hersteller diese gute Bilanz noch weiter verbessern. Ein Baustein sind alternative Antriebe", sagt Hartmut Schick, Chef der Daimler-Bussparte.

Mercedes-Benz verknüpft unter anderem zwei vielversprechende Antriebstechniken: Batterie und Brennstoffzellenantrieb. Auf dem Dach des Stadtbusses Citaro Fuelcell Hybrid sind sieben Druckspeicher mit 35 Kilogramm Wasserstoff untergebracht. Hinzu kommt eine Lithium-Ionen-Batterie, die rückgewonnene Bremsenergie speichert - ein Vorteil vor allem bei Stadtbussen, die häufig im Stop-and-go-Verkehr stecken.

Bei einer Umfrage des Portals omnibusrevue.de sehen 34 Prozent der Befragten den Elektromotor als Antrieb der Zukunft für Stadtbusse, 23 Prozent trauen der Brennstoffzelle den großen Wurf zu, 22 Prozent favorisieren den Hybridantrieb, elf Prozent Diesel, zehn Prozent Erdgas.


Einsparungen bis zu 15 Prozent

MAN setzt auf komprimiertes Erdgas (CNG). Beim Stadtbus Lion’s City GL CNG seien zwar die Anschaffungskosten um 18 Prozent höher als bei Dieselbussen und auch die Wartungskosten lägen um acht Prozent höher. Doch dank des günstigeren Kraftstoffs ergebe sich nach zehn Betriebsjahren und 600.000 gefahrenen Kilometern eine Einsparung von 15 Prozent.

Volvo präsentiert auf der IAA den neuen Electric Hybrid 7 900. Im Test in Göteborg wurde der Bus über Ladeschienen auf dem Dach binnen sechs Minuten mit Energie versorgt. 70 Prozent seiner Betriebsdauer absolviert der Bus auf einer üblichen Stadtroute rein elektrisch. An Steigungen schaltet sich der Dieselmotor zu. Die Serienproduktion startet 2016, Hamburg, Luxemburg und Stockholm sollen beliefert werden.

Je nach Umgebung könne der Bus seine Antriebsart ändern, sagt Andreas Heuke, verantwortlich für Hybridkonzepte bei Volvo Busse. Über GPS wird ständig verfolgt, wo sich der Bus gerade befindet. Rollt er durch bestimmte Zonen, wird auf den leisen Elektrobetrieb umgeschaltet und das Tempo gedrosselt. "Für 2017 steht die Serienproduktion eines Stadtbusses als reines Batteriefahrzeug an", sagt Heuke.

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