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Apps für alle Ford plant Vorstoß bei Fahrzeug-Apps

Der Autohersteller Ford will eine industrieweite Plattform für Fahrzeug-Apps schaffen - und stellt seine Applink-Technik dafür auch Wettbewerbern als Open Source zur Verfügung.

Ford stellt seine Applink-Technik als Open-Source zur Verfügung und will damit eine industrieweit einheitliche Plattform für Fahrzeug-Apps schaffen. Quelle: obs

Dass Autos künftig dank integrierter Mobilfunkmodule oder via Koppelung ans Smartphone ihrer Fahrer ständig mit der Außenwelt vernetzt sein werden ist einer der wichtigsten Trends in der Automobilbranche. Dabei wollen die Hersteller den mobilen Internetzugang nicht bloß zum Zugriff auf Staumeldungen nutzen, oder um Notrufe im Falle eines Unfalls abzusetzen.

Wo die Vernetzung die Welt erobert
Mini-Computer erobern die WeltWenn es nach dem Willen der Telekomkonzerne geht, wird es in absehbarer Zukunft nur einen Schlüssel für unser modernes Leben geben: das Smartphone und oder das Tablet. Die Mini-Computer für die Akten- oder Westentasche erfreuen sich immer größerer Popularität - vier von fünf Kunden entscheiden sich derzeit beim Kauf eines neuen Handys für die internetfähige Variante, im abgelaufenen Jahr gingen allein in Deutschland über 20 Millionen Stück über den Ladentisch. Quelle: dapd
Die massenhafte Verbreitung ermöglicht ganz neue Geschäftsbereiche: Künftig sollen etwa Mietwagenkunden mithilfe von Smartphones den Weg zu ihrem Fahrzeug finden und dieses damit öffnen. Auch beim Bezahlen an der Supermarktkasse und beim Öffnen der Haustür (wie etwa bei Sharekey) sollen zunehmend mobile Computer zum Einsatz kommen. Textdokumente, aber auch Musik und private Fotos werden in externen Rechenzentren (Cloud) abgelegt und können dort mittels stationierter Software bearbeitet und jederzeit von jedem Ort abgerufen werden. Quelle: Presse
Um die technischen Voraussetzungen zu schaffen, investieren Telekom & Co. derzeit Milliarden in den Ausbau der Cloud und der mobilen Breitbandnetze. Schließlich müssen die explosionsartig wachsenden Datenmengen transportiert werden. Die Bedrohung dieser schönen neuen Welt kommt aus dem Netz selbst: Ein Hackerangriff gilt als Horrorszenario. Quelle: dpa
Am Puls des Baggers Mit der Kraft mehrerer Hundert PS wühlt sich der riesige Schaufelbagger durch das Gelände des Tagebaubergwerks irgendwo in Südamerika. Tonnen von Geröll werden stündlich bewegt - Schwerstarbeit für die Maschine. Während der Bagger Lkw um Lkw belädt, funken Sensoren Dutzende Messdaten über Öl- und Wasserdruck, Motorleistung und Verbrauch in ein über tausend Kilometer entfernt gelegenes Rechenzentrum. Quelle: REUTERS
Dort werden die Daten gesammelt, aufbereitet, mit anderen Leistungskennziffern abgeglichen und an den Hersteller des Baggers weitergeleitet. Der kann nun rechtzeitig erkennen, wann es wieder Zeit ist für eine Wartung oder wann ein Verschleißteil ausgewechselt werden muss. Der Servicetechniker vor Ort wird rechtzeitig in Marsch gesetzt, notfalls gleich mit dem passenden Ersatzteil. Das spart Zeit und Kosten, weil das schwere Gerät nur für kurze Zeit unproduktiv im Gelände steht. Quelle: obs
Die Fernüberwachung von Maschinen, Transportunternehmen und Gütern ist unter anderem für den britischen Mobilfunkanbieter Vodafone Teil der Strategie bei der Maschinenkommunikation. Ähnlich wie beim vernetzten Auto wird für die Einsätze ein speziell für die M2M-Kommunikation entwickelter Chip eingesetzt. Er ist kleiner als die, die in jedem üblichen Mobilfunkgerät stecken, aber deutlich robuster: Der SIM-Chip entspricht Industrieanforderungen, ist fest verlötet, korrosionsbeständig, verfügt über eine längere Lebensdauer und übersteht auch hohe Temperaturschwankungen. Er funktioniert auf vielen Netzen weltweit und wird daher auch für die Überwachung von Containern eingesetzt, die rund um den Globus schippern. Quelle: dpa
Das vernetzte Heim Die Vision hat was Bestechendes: Bequem vom Sofa aus öffnet der Hausbesitzer mit Hilfe eines kleinen Flachbildschirms das Fenster im Kinderzimmer, stellt die Heizung auf moderate 22 Grad und kontrolliert, ob der Herd wirklich ausgeschaltet ist. All das und viel mehr ist heute schon möglich - und doch funktioniert diese moderne Welt des vernetzten Heims nur in Ausnahmefällen. Quelle: dapd

Fast alle großen Anbieter wollen es ihren Kunden zudem ermöglichen, unter anderem auf Webradio-Programme, E-Mails oder ihre bei Cloud-Diensten im Internet gespeicherten Musiksammlungen zuzugreifen, oder für die Navigation auf die Adressensammlung in ihren Smartphones zu nutzen.

Auf die Dauer, so die auch auf dem Mobile World Congress intensiv diskutierte Vision der Autobranche, wird der rollende Untersatz so selbst zur mobilen Kommunikationsplattform. Die soll  sich - ähnlich wie Smartphones - durch Nachladen von Apps nach Gusto an den eigenen Bedarf anpassen lassen.

Das Auto kommuniziert künftig mit...

Was dieser Idee allerdings bisher im Wege steht, ist ein Phänomen, dass die Handybranche kennt: Je mehr Softwareplattformen nebeneinander existieren, desto weniger Apps gibt es für jede einzelne Plattform, ein Effekt, den die Verfolger im Smartphone-Geschäft - Windows Phone und Blackberry - leidvoll kennen. Während die Dominatoren der Branche, Apples iOS und Googles Android sich mit ihren App-Stores der Millionen-Marke nähern, dümpeln die Verfolger bei fünf- bis niedrigen sechsstelligen App-Zahlen herum.

Nicht anders, fürchten manche Autobauer, könnte das bei der Entwicklung von Apps fürs vernetzte Fahren aussehen. Setzen zu viele Anbieter auf unterschiedliche Techniken für den Zugriff auf Handy-Apps oder Online-Dienste, könnte das die Entwicklung eines breiten Anwendungs-Portfolios eher behindern als vorantreiben. Eine möglichst große Zahl kompatibler Systeme in vernetzten Wagen hingegen dürfte das Portfolio an Auto-Apps - analog zur Dominanz von Apple im Smartphone-Markt - deutlich wachsen lassen.

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